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Wie tauchen sein muss

Normalerweise heissen Tauchplätze wie Dophinhouse oder Sharkpoint ja so, weil es diese Tiere dort ja so gut wie nie gibt. In Dophinhouse vor El Gouna war aber der Name heute Programm. Kaum waren wir im Wasser, waren sie da. Sieben Tümmler, die uns eine Stunde lang umkreisten, mit uns spielten und auf Tuchfühlung kamen. Richtig gut wurde es, als den anderen Tauchern langsam die Luft ausging und wir die Tiere „für uns“ hatten. Ein unvergessliches Erlebnis, dass eine Wiederholung fand, als wir nachmittags zum zweiten Mal ins Wasser gingen. Ein Traum!

Delphine in El Gouna

Delphine in El Gouna

Hamata am Roten Meer

Hamata liegt im Süden von Ägypten am Roten Meer. Bis zum Sudan sind es gerade mal noch 120 Kilometer und ausser einer handvoll Hotels und ein paar Dörfern kommt da nicht viel auf der Strecke. Wenn man sich in die Gegend als Tourist verirrt, dann ist man im Normalfall entweder Taucher oder hat einen Ausflug zum Kamelmarkt von Shalatein gebucht. Und weil es rund um Hamata eben nichts gibt als drei oder vier Hotels und viele wunderschöne Tauchspots rund um Rocky Island, Saint John’s Reef and Zabargad Island, möchte man eben auf den Zug mit dem Tauchtourismus aufspringen. Zu diesem Zweck wurde in Hamata eine Marina gebaut. Die wurde mittlerweile sogar betoniert und an Land stehen auch schon kleine Pavillions, wo wohl zukünftig Waren angeboten werden sollen. Neben den zwei Booten unserer Orca-Basis liegen dort auch einige andere Ausflugsboote.

Die Marina von Hamata

Fast schon wieder lustig und ein typisch ägyptischer Gegensatz befindet sich auf dem Zufahrtsweg zur Marina. Da gibt es nämlich einen „Checkpoint“, bei dem Hamata am Roten Meer weiterlesen

Ein Land, eine Müllkippe

Nach acht Tauchurlauben in Hurghada hatte ich dieses Mal wirklich die Hoffnung, dass es im Süden des Landes nicht gar so verdreckt ist, wie in der Touristenhochburg. Und so ging es in der ersten Woche nach Port Ghalib ins Crowne Plaza Sahara Oasis. Das war eigentlich als Schickimicki-Urlaubsparadies der kuwaitischen MAK Group geplant. Herausgekommen ist eine Hafenpromenade, die mich eher ans Legoland erinnert und drei Hotels, die unbestritten erstklassig sind. Hier ist alles auf Hochglanz poliert und in der Marina glänzen ein paar schöne Yachten in der Sonne.

Bereits auf dem Weg vom nahen Flughafen zeigte sich aber das typische Ägyptenbild. Überall Müll, überall Dreck. Die großen Hotels fahren ihren Müll zwar wenigstens in Säcken auf große Müllkippen in der Wüste. Dort werden die Säcke dann aber entweder von Tieren zerfetzt oder die Einheimischen suchen nach Verwertbarem. Der Wind tut dann den Rest. Dazu kommt dann, dass es in den Köpfen der Bevölkerung noch nicht angekommen ist, dass man Abfall nicht einfach aus dem Autofenster wirft.

Richtig entsetzt war ich aber, dass auf den Tauchausflügen (rund um Marsa Alam macht man Minibusausflüge) der Müll auch einfach liegengelassen wird. Kein Wunder, dass es schon bald überall so aussieht:

Müllkippe

Da macht Tauchen dann doppelt Spaß. Da der Wind am Roten Meer meist aus Norden kommt, bläst es den Abfall wenigstens eher landeinwärts, was dafür sorgt, dass im Wasser kaum Abfall zu finden ist. Aber als naturliebenden Menschen tut einem manchmal regelrecht das Herz weh.

Minimal besser war die Situation in der zweiten Woche im tiefen Süden. Hamata liegt rund 100 Kilometer vor der Grenze zum Sudan und es gibt dort nur ein kleine Anzahl von Hotels und kaum Dörfer. Und trotzdem: Auf der Rückfahrt zum Flughafen Hurghada ging es viereinhalb Stunden durch die Wüste, immer vorbei an Plastiktüten und leeren Getränkeflaschen. Ein Land, eine große Müllkippe.

Deutsch-ägyptischer Blogger in Ägypten inhaftiert

Am vergangenen Freitag wurde Philip Rizk nördlich von Kairo verhaftet. Er beteiligte sich an einer Kundgebung für die Palästinenser im Gaza-Streifen, wo ihn Polizisten erst mehrere Stunden blockieren und dann verschleppt hatten. Philip bloggt ausschließlich über Gaza. Bevor er an der American University in Kairo zu studieren anfing, lebte er zwei Jahre in Gaza, wo er für eine christliche Hilfsorganisation arbeitete.

via André Marthy

Nachtrag: Hier gibt es auch was dazu.

Nachtrag 2: Schön langsam kommen die Blogger in die Pötte: iRaff

Eine Onlinepetition gibt es auch schon. Mehr bringt vielleicht ein Protestbrief an diese Adresse:

          Botschaft der Arabischen Republik Ägypten
          Stauffenbergstrasse 6-7, 
          10785 Berlin 
          Tel: (030) 477 54 70, (030) 4790 1880 
          Fax: (030) 477 10 49, (030) 477 44 00 

          Ausserordentlicher und bevollmächtigter Botschafter: S.Exc. Herr Ramzy Ezz Eldin Ramzy  
          website: www.egyptian-embassy.de 
          Email: embassy@egyptian-embassy.de oder: consularsection@egyptian-embassy.de

Tarnung ist alles

Die letzten Tage habe ich zwei besonders gut getarnte Spezies im Roten Meer entdeckt. Fuer den ersten Freund, einem Krötenfisch (Frogfish – Antennarius pictus), muss man entsprechende Korallen durchsuchen. Diesen hier fanden wir in einer Feuerkoralle im östlichen Teil vom Tauchplatz Fanadir. Die Farbe kann dabei variieren, es gibt ihn in gelber, roter, grüner, grauer oder schwarzer Farbe.

Schwieriger ist es schon bei diesem Pärchen. Es handelt es sich um Seegras-Geisterfische (Solenostomus cyanopterus). Der Name sagt es schon, sie sehen aus wie abgestorbene Seegrasblätter. Jedoch muss man nicht jedes Blatt einer Seegraswiese untersuchen, sondern man wird eher ein wenig abseits im Sand fündig. Dieses Liebespaar habe ich am Ankerplatz von Abu Haschisch Süd gefunden.

Visumtipp Hurghada

Weil es gerade erst wieder aktuell war, ein kleiner Hinweis zur Einreise nach Ägypten über den Flughafen Hurghada. Bucht man über die großen Reiseveranstalter (bei TUI weiß ich es sicher) ist das Touristenvisum oft schon im Reisepreis inbegriffen. Bei vielen kleineren und vorallem bei den „Billig“-Veranstaltern muss man vor Ort noch ein Visum kaufen. Daran verdienen die Veranstalter dann nochmal ordentlich. Die Taktik ist nämlich immer gleich. Kommt man vom Gate/Bus in die Abfertigungshalle, lotsen einen die Angestellten der Reiseveranstalter gleich nach links zu ihren eigenen Schaltern. Dort verkaufen sie einem dann das Visum für Preise zwischen 20 und 30 Euro. In Wirklichkeit kostet es aber nur 11,50 Euro und kann am ägyptischen Bankschalter gekauft werden, der sich direkt geradeaus befindet, wenn man die Halle betritt. Also nicht unterkriegen lassen und zielstrebig zum Bankschalter gehen und dort kaufen!

Eintauchen und Schweben

Zwei Wochen sind es noch, bis wir nach Ägypten fliegen. Mit dreizehn Mann/Frau im Schlepptau geht es am 3. Oktober für meine Frau und mich zum Tauchen nach Hurghada. Acht Tauchanfänger haben wir dabei, die am Ende hoffentlich als PADI OWD wieder nach Hause kommen. Der Rest hat den Schein schon. Und als hätten es die Redakteuere der NZZ gerochen, haben sie heute einen Artikel veröffentlicht, der so richtig Vorfreude macht: Eintauchen und Schweben.

Einatmen. Eine Säule aus Korallen ragt hoch zur glänzenden Wasseroberfläche, wo sich das Sonnenlicht in Myriaden einzelner Strahlen bricht und herunterdringt in die blau-violette Unterwasserwelt. In eine Welt von Stille und vollkommener Schönheit. Ausatmen. Tausend kleine Luftblasen steigen empor, während sich unsere Flossen unmerklich heben und senken. Die Korallensäule schiebt sich zwischen uns und den Sonnenfleck, und im Gegenlicht zeichnen tausend orange Fische ein prächtiges Gemälde. Einatmen. Die Vergangenheit, die Zukunft, den Alltag – alles haben wir hinter beziehungsweise über uns gelassen, in dem Augenblick, in dem wir eingetaucht sind in die Heimat von Korallen und Fischen – auf dem krönenden letzten Tauchgang unseres Tauchkurses.