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Erdrutschwahl

Na, das war ja richtig eindeutig mit dem Barack Obama und gleichzeitig eine ordentliche Klatsche für John McCain. Jetzt steht dem “change” also nichts mehr im Wege und Obama kann anfangen die Trümmer aufzuräumen die George W. Bush hinterlässt. Er wird es schwer haben, die versprochenen Änderungen umzusetzen, wo das Land wirtschaftlich so in der Krise ist und Soldaten in zwei Kriegen mitmischen, die sie nie wirklich gewinnen können. Aber er wird die Richtung wechseln und für mich persönlich hoffe ich, dass es seine erste Amtstat sein wird, dieses illegale Gefängnis auf Kuba aufzulösen und die Inhaftierten endlich einer ordentlichen Rechtssprechung zuzuführen.

Im ZDF hat sich gestern Otto Schily als schlechtester Witzeerzähler der Nation bewiesen, als er den Herald Tribune zitiert hat. Aber irgendwie drückt das wohl wirklich die Lage aus:

Kommt der Wahlkampfberater nach der Wahl zu Barack Obama:

Berater: “Ich hab zwei Nachrichten für Dich, welche möchtest Du zuerst hören?”

Obama: “Die Gute”

Berater: “Du wurdest zum Präsident der Vereingten Staaten gewählt!”

Obama: “Super! Und die Schlechte?”

Berater: “Du wurdest zum Präsident der Vereingten Staaten gewählt!”

Ich für meinen Teil hab immer gesagt, dass es nach Schorsch aus dem Busch nicht noch schlimmer werden kann. Ich bin mir sicher, Obama wird zwar auch uns Deutsche fordern wollen, aber wenn einer der Welt wieder ein wenig Frieden bringen kann, dann er. Und alle die, die meinen, er wäre zu wenig erfahren, die sollen sich mal bitte ansehen, wie die ganzen “erfahrenen” Politiker das Land hinterlassen haben. Nein, ein frischer Wind tut wirklich gut. Yes, he can!

Obama-Tag

Gestern war Werbetag für Barack Obama. Zur besten Sendezeit um 20 Uhr und direkt vor der Eröffnung der neuen Saison der Major League im TV wurde über 30 Minuten ein Werbevideo auf sieben (!) amerikanischen TV-Sendern gleichzeitig ausgestrahlt. Rund 5 Million kostete diese Gehirnwäsche dem Kandidaten der Demokraten. Im Radio habe ich gestern dazu schon einen Vorbericht gehört. Dabei wurden Zahlen genannt, die einem als deutscher Kleingeist ein wenig schaudern lassen. Allein für Fernsehspots hat Barack Obama bisher rund 250 Millionen Dollar ausgegeben. Bei John Pommes Frites McCain sind es bisher 130 Millionen. Da sind ja die 150.000 Dollar für Sarah Palins Miniröcke und die 23.000 Dollar für Tapetenkleister echte Peanuts dagegen.

Das Obama Werbevideo gibt es übrigens natürlich auch bei YouTube:

[youtube GtREqAmLsoA]

Yes we can

Wahrscheinlich kennt es eh schon jeder, aber ich find es einfach genial, was die Jungs da, zusammen mit Scarlet Johansson und Nicole Scherzinger, aus der Rede von Barack Obama gezimmert haben.

[youtube jjXyqcx-mYY]

Nachtrag: Das Ganze basiert auf dieser Rede (A chorus of millions) und folgendem Wortlaut:

It was a creed written into the founding documents that declared the destiny of a nation.

Yes we can.

It was whispered by slaves and abolitionists as they blazed a trail toward freedom.

Yes we can.

It was sung by immigrants as they struck out from distant shores and pioneers who pushed westward against an unforgiving wilderness.

Yes we can.

It was the call of workers who organized; women who reached for the ballots; a President who chose the moon as our new frontier; and a King who took us to the mountaintop and pointed the way to the Promised Land.

Yes we can to justice and equality.
Yes we can to opportunity and prosperity.
Yes we can heal this nation.
Yes we can repair this world.
Yes we can.

We know the battle ahead will be long, but always remember that no matter what obstacles stand in our way, nothing can stand in the way of the power of millions of voices calling for change.

We have been told we cannot do this by a chorus of cynicsthey will only grow louder and more dissonant .. Weve been asked to pause for a reality check. Weve been warned against offering the people of this nation false hope.

But in the unlikely story that is America, there has never been anything false about hope.

Now the hopes of the little girl who goes to a crumbling school in Dillon are the same as the dreams of the boy who learns on the streets of LA; we will remember that there is something happening in America; that we are not as divided as our politics suggests; that we are one people; we are one nation; and together, we will begin the next great chapter in the American story with three words that will ring from coast to coast; from sea to shining sea

Yes. We. Can

Obama ist Sieger

würde die Boulevardpresse jetzt titeln. In New Hampshire finden heute die Vorwahlen statt. In kleinen Ortschaften mit weniger als 100 Einwohnern (auf bayerisch Kuhdorf) dürfen die Wahllokale schon um Mitternacht geöffnet werden. Mit der Auszählung der Stimmen darf dann begonnen werden, sobald alle Stimmberechtigten gewählt haben. Und so gibt es nach Auszählung der ersten beiden Gemeinden ein Zwischenergebnis, das Barack Obama mit 69,6 % der Stimmen weit vor Hillary Clinton mit 13,0 % sieht. Hillary kann also einpacken! OK – in absoluten Zahlen schaut es noch nicht wirklich representativ aus. Obama hat nämlich auch nur 23 Stimmen erhalten. 😀

Quelle: NZZ

Wahlkampf in den USA, schmutzig wie eh und je

Was machen die Präsidentschaftskandiaten in den USA, wenn sie ihre Konkurrenten ausstechen wollen? Richtig, sie lassen ihre Mitarbeiter in der Vergangenheit der Mitbewerber schnüffeln und bringen alles an die Öffentlichkeit, was der je angestellt hat und ihm Stimmen kosten könnte. Wenn jemand allerdings eine saubere Vergangenheit hat, tut man sich da schwer und erst recht, wenn er so aufrichtig ist wie Barack Obama. Der hatte nämlich schon beizeiten mal von seinen Drogenexperimenten in der Jugend erzählt. Bill Shaheen, der Berater von Hillary Clinton hat diese alte Geschichte wieder aufs Tablett gebracht und möchte so die Stimmung für seine Chefin beeinflussen. Natürlich war das offiziell von der Wahlkampfleitung nicht autorisiert und so wird sich gleich mal davon distanziert. Schließlich ist Obama ja in der eigenen Partei und ein zu offensichtliches Mobbing könnte der eigenen Kandidatin schaden. Aber diese Taktik könnte schon auch funktionieren, denn was mal ausgesprochen ist, bleibt vielleicht auch in den Hinterköpfen hängen.

Barack Obama oder Hillary Clinton?

Amerikas Demokraten haben ihre einflußreichsten Kandidaten ins Rennen geschickt und ein historischer Wahlkampf kündigt sich an. Amerika hat die Chance, zum ersten Mal einen Präsidenten zu bekommen, der nicht weiß und männlich ist. George Bush verliert in der Bevölkerung immer mehr an Zustimmung. Einem Nachfolger aus den republikanischen Reihen wird man kaum eine andere Politik zutrauen und so steht es gut für die Demokraten. Das Kandidatenrennen bei den Demokraten dürfte sich zwischen Obama und Clinton entscheiden. Sie gelten als die Kandidaten mit den besten Chancen.

Hillary ClintonHillary Clinton ist sehr populär und während der Präsidentschaft ihres Mannes konnte sie wohl auch schon viel Erfahrungen sammeln. Mit ihm hat sie dann auch gleich einen kompetenten Berater zur Seite. Die Präsidentschaft von Bill Clinton war zwar von der Lewinsky Affäre überschattet, gilt aber doch als eine sehr positive Zeit für die USA. Der Ex-Präsident als Mann könnte aber auch zum Problem werden. Viele Wähler dürften wohl auch ein wenig Zweifel haben, wer dann wirklich die Fäden in der Hand hält. Hillary war zu Beginn des Überfalls von George Bush auf den Irak auf Seite der Republikaner und erst als der Einsatz in der Öffentlichkeit und vor allem bei ihren Demokraten zunehmend unpopulär wurde, rückte sie Schritt für Schritt davon ab.

Barack ObamaDa hat der andere Kandidat seinen großen Vorteil. Der rhetorisch sehr begabte Barack Obama war zu diesem Zeipunkt noch nicht im Senat, ist auch sonst politisch nicht negativ vorbelastet und hat keine bekannten Skandale. Er gilt als sehr volksnah und wird vorallem die farbige Bevölkerung auf seiner Seite haben. Zudem hat er natürlich mit seinen 45 Jahren ein sehr jugendliches Auftreten und verspricht den nötigen Generationenwechsel. Er wurde auch schon öfters mit JFK verglichen.

Spannend wird es allemal und wenn es wirklich den erwarteten Regierungswechsel gibt, wird entweder die erste Frau oder der erste Farbige ins Weiße Haus einziehen. Und mit dem Scherbenhaufen, den George Bush hinterlässt, wird der Sieger auch gleich viel Arbeit haben.

Beide Kandidaten haben auf ihre Webseiten Videobotschaften gestellt. Wer sich einen Eindruck schaffen möchte, findet diese unter:

http://www.barackobama.com
und
http://www.hillaryclinton.com