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Subvention für die Rauchmelderindustrie

433 Menschen starben 2009 in Deutschland durch Feuer oder Rauch. Zum Vergleich starben 4002 Menschen bei Verkehrsunfällen und 8503 Menschen bei Stürzen. Leider habe ich keine Daten für Bayern gefunden, aber wenn ich von der Bevölkerungsverteilung in Deutschland ausgehe, dürften von den 433 Toten zwischen 70 und 80 auf Bayern entfallen. Und dafür werden jetzt also die 5.700.000 Wohnungen in Bayern mit Rauchmeldern zwangsausgestattet. Ich glaub, wir haben alle ein Vogel.

Manchmal fragt man sich wirklich, wie leicht sich Politiker von den Phobien anderer Menschen beeinflussen lassen oder wer da welchen Politiker Geld steckt, damit der eigene Wirtschaftszeig so subventioniert wird, wie es jetzt durch die beschlossene Rauchmelderpflicht getan wird.

Schutzhaft

Derweil wurden zwei in München lebende mutmaßliche Islamisten in Polizeigewahrsam genommen, wie Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Montag mitteilte. Den Männern würden keine Straftaten vorgeworfen. Es handele sich um eine rein vorbeugende Maßnahme. Hintergrund sei, dass in zwei Droh-Videos auch auf das Münchner Oktoberfest Bezug genommen wurde, sagte Herrmann.

Die zwei Männer sind nach Angaben Schmidbauers der islamistisch-extremistischen Szene zuzurechnen. Beide hätten früher zu dem aus Bonn stammenden Bekkay Harrach Kontakt gehabt, der eine direkt, der andere indirekt über seinen Bruder. Die zwei Männer sollen bis zum Ende des Oktoberfestes am 4. Oktober in Gewahrsam bleiben. Dies sei richterlich bestätigt worden, sagte Schmidbauer. Das bayerische Polizeigesetz bietet dazu die rechtliche Grundlage.
Zeit Online

Naja, sperren wir sie halt einfach mal weg. Hatten wir das nicht schon einmal?

Heute vor zwanzig Jahren

Das ist mein Beitrag zu Horsts Blogparade gegen Nazis.

Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“ hat Franz-Josef Strauß mal verkündet und die bayerische Staatsregierung hat sich auch immer an dieses Motto gehalten und die Umtriebe der Neonazis in Bayern lange ignoriert, als Einzelfälle deklariert oder zugereisten Ossis in die Schuhe geschoben. In Wirklichkeit gibt es aber diese rechte Szene in Bayern schon viel länger als Deutschalnd wiedervereint ist. In Wunsiedel feierten sie schon am Grab von Rudolf Hess, da wußten die Sachsen noch nicht einmal, dass es die NPD auf dem Stimmzettel gibt.

Heute vor zwanzig Jahren, am 17.12.1988 hat in Schwandorf der Neonazi Josef Saller das “Habermeierhaus” angezündet. In den Flammen kam eine dreiköpfige türkische Familie um – Osman Can (49), Ehefrau Fatma (43) und Sohn Mehmet (11). Getötet wurde auch  Jürgen Hübener (47). Das Landgericht Amberg verurteilte den Autolackierer Saller damals zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten. Wegen Brandstiftung wohlgemerkt!

Wenn also vor ein paar Tagen in Passau Polizeichef Alois Mannichl von rechtem Gesocks fast umgebracht worden wäre, brauchen unsere Politiker nicht zu tun, als wäre das etwas, was gänzlich unerwartet kam. Nicht einmal die nachfolgenden Forderungen sind neu. NPD-Verbot tönt es einmal mehr und ich garantiere Euch, in zwei Wochen hören wir wieder kein Wort mehr von denen, die jetzt das Maul so aufreissen. Bringen würde das Verbot sowieso nichts. Bis es durch wäre, hätte sich schon längst eine Nachfolge”partei” gegründet. An der Behebung der Ursachen indes möchte sich dagegen keiner die Finger verbrennen. Eine zu ausländerfreundliche Politik, die auf Toleranz und Miteinander setzt, würde Stimmen kosten. Zwar wird das keiner offen sagen, aber das rechte Gedankengut ist weit verbreitet. Ihr erinnert Euch?

„Wenn eines Tages ein Bus voller Türken im Ort ankäme, würde keiner eine Wohnung vermietet bekommen.“ Dafür sorge er persönlich. „Für solche Fälle gibt es nämlich eine Kasse in der Gemeinde, aus der die leer stehenden Wohnungen ein halbes Jahr bezahlt werden.“ (AZ)

Leute wie Frieder Herold gibt es viele in bayerischen Landen.

Nikolaus und vergleichbare Wintergestalten

Mit meinem fränkischen Arbeitskollegen am Schreibtisch gegenüber habe ich schon manche Diskussion über die richtige Aussprache von bestimmten Wörtern gehabt. Als Oberpfälzer wird man sich mit einem Mittelfranken da natürlich nie einig. Zu unterschiedlich sind die Wurzeln der Sprachen.

Aufklärung bingt jetzt die Bayerische Landesbibliothek. Sie hat einen Sprechenden Sprachatlas von Bayern ins Netz gestellt. Viele Sprachproben von Urgesteinen der verschiedenen Gegenden Bayerns sind darin zu finden. Unbedingt hörenswert! Ich sag nur Sprachlabor Oberpfalz!

via Heise

Achtung Wahlwerbung!

Nach dem Ausscheiden von Joschka Fischer aus dem politischen Tagesgeschäft meinen viele, die Grünen bestehen nur noch aus Personen wie Claudia Roth. Zugegeben, wenn ich Frau Roth in einer TV-Talkshow sehe, muss ich immer sofort umschalten. Würde sie bei der Landtagswahl in knapp drei Wochen auf meinem Wahlzettel stehen, ich könnte mein Kreuz da nicht machen. Aber die bayerischen Grünen haben besseres zu bieten. Der Spitzenkandidat ist Sepp Daxenberger. Ein Bio-Landwirt aus Waging am See, wo er Bürgermeister war. Im Frühjahr entschied er sich, wieder in die Landespolitik einzusteigen und der CSU das fürchten zu lernen. Mit beiden Füßen fest auf dem Boden hat er das, was führende Politiker anderer Parteien schon lange verloren haben: Den Bezug zur Bevölkerung und die Unabhängigkeit von Lobbyisten.

“Ich hatte als junger Mann zwei Freundeskreise. Ich habe mit den Burschen vom Dorf im Bierzelt gesessen und mit den Linken in den Städten diskutiert. Da haben mich die vom Dorf gefragt, was ich mit den Langhaarigen wollte, und die Linken meinten, die Bauern seien Deppen. Ich habe gesagt, dass das Quatsch ist. Die Alternativen sind in Ordnung, weil wir eine andere Politik brauchen, die vom Land sind in Ordnung, weil sie sich um gute Gemeinschaft kümmern.”

Sein Wahlspot mag schlicht und für manches Nordlicht schlecht zu verstehen sein, aber ich finde Sepp Daxenberger kommt darin einfach ehrlich rüber. Achja – für die Twitterfreunde: http://twitter.com/Gruene_Bayern

[youtube v0kQbgcIcYk]

Spot via Matthias

Der deutsche Obama?

Zwar ist die SPD in aufgeklärteren bayerischen Gegenden relativ stark, doch dass sie auf Landesebene keinen Fuß auf den Boden bringt, liegt einerseits daran dass die Wähler im ländlichen Raum, noch immer meinen, dass das christlich in CSU auch etwas mit der Handlungsweise der Partei zu tun hat. Andererseits hat es die bayerische SPD auch seit Jahrzehnten nicht auf die Reihe gebracht, anständige Spitzenkandidaten aufzustellen. Die paar Politiker mit Ambitionen gehen entweder gleich nach Berlin oder wissen, dass sie fest im Bürgermeistersessel sitzen und eigentlich nur verlieren können, wenn sie nach Höherem streben. Und so freuen sich seit Jahren die Spitzenkandidaten der CSU, dass ihr von der SPD nur Franz Maget gegenüber steht. In jeder anderen Partei hätte man den wohl schon lange entsorgt. Zu oft hat er bewiesen, dass er an politischen Realitätsverlust leidet. Da nutzt auch ein Video bei YouTube nichts. Nein, er ist bestimmt kein deutscher Obama.

Personalkarusell

Das neue Kabinett von Günther Beckstein steht und schon wird ordentlich kritisiert. Von der Opposition in aller Öffentlichkeit und was Georg Schmid betrifft, auch in den eigenen Reihen – wenn auch hinter vorgehaltener Hand.

Emilia Müller wird also Wirtschaftministerin und Markus Söder folgt ihr ins Europaministerium. Gerade die Stelle im Europaministerium, auf der es auf internationale Kontakte und gewachsene persönliche Bekanntschaften zu Vertretern anderer Länder ankommt, wird Söder die Lücke nur schwerlich füllen können, die ihm die ehemalige Europaabgeordnete Müller hinterläßt. Wenn ich mir allerdings erst vorstelle, was Sandmännchenretter Söder im Wirtschaftsministerium alles anstellen könnte, dürfte diese Lösung das geringere Übel sein.

Der Rest der neuen Ministerriege bringt kaum Überraschungen und wie unwichtig das Umweltressort der Staatsregierung wohl ist, zeigt die Tatsache, dass es mit Otmar Bernhard ein Nobody bekommen hat.

Morgen wird sich dann noch zeigen, ob sich die Fraktion gleich mal aufzumucken traut, wenn der bisherige Innen-Staatssekretär Georg Schmid zum Fraktionsvorsitzender von Becksteins Gnaden gewählt werden soll.

Expansionskurs bei Bionade

Bionade LogoBionade tritt derzeit einen Siegeszug an, wie er seinesgleichen sucht. Vom Szenegetränk entwickelt sich die Brause derzeit zum Massengetränk und Zuwachsraten von 300% sind ja nicht gerade ohne. Viel wert wurde schon immer auf den biologischen Anbau der Zutaten in der strukturarmen Region Rhön gelegt:

Mit diesem Projekt wird bei steigender Nachfrage der dauerhafte Bezug der Bio-Rohstoffe aus dem Inland, vor Allem aus der strukturschwachen Rhön-Region, für BIONADE sichergestellt. Die Nachvollziehbarkeit der Herkunft der Rohstoffe und ihre Qualitätssicherung können gewährleistet werden, lange Transportwege entfallen und ortsansässigen Landwirten wird eine ganz neue Perspektive geboten.

Nun will man bei Bionade weiter expandieren und beliefert seit kurzem auch McDonald’s und Starbucks. Damit ist nun endgültig der Schritt getan, der das Getränk aus der Ökonische rausbringt. Klar, wenn man weiter expandieren möchte, muss man neue Absatzwege schaffen. Was liegt da näher, als in Fastfood-Restaurants oder – wie soll man Starbucks eigentlich bezeichnen? Darf man zu den Getränken noch Kaffee sagen? – zu gehen. Zwar ist es noch immer sehr löblich, wie die Produkte erzeugt werden, ganz nimmt man der Firma den Biogedanken aber nicht mehr ab. Auch die Einweg-PET-Flaschen passen da nicht recht ins Bild. Wenn nun wirklich noch nach Amerika expandiert werden soll, ist es mit dem grünen Gedanken endgültig vorbei. Wenn ein biologisch produziertes Produkt mit viel Aufwand um die halbe Welt gefahren wird, dürfte die Ökobilanz ähnlich ausfallen wie beim chilenischen Rotwein oder beim neuseeländischen Apfel im deutschen Supermarkt.

Sag zum Abschied ganz laut servus

Das war sie also die letzte Regierungserklärung von Edmund Stoiber. Ede hat noch einmal voll auf Angriff gesetzt und sein Investitionsprogramm Bayern 2020 vorgestellt. Damit gibt er gleich seinem Nachfolger Günther Beckstein die Richtung für die nächsten Jahre vor und schränkt dessen Handlungsspielraum ordentlich ein. 70 Minuten lobte er Bayern und sich selbst ohne Ende. Ganz artig haben dann alle seine Parteifreunde geklatscht und standing ovations kamen auch von all denen, die ihn im Frühjahr abgesägt hatten. Da durfte Franz Maget von der dauerhaft glücklosen SPD schon nachfragen, warum er denn überhaupt gehen muss, wenn alles so toll ist. Aber eines muss man der CSU lassen. Einmal mehr hat Stoiber gestern Pläne so präsentieren können, als wären sie auf seinem eigenen Mist gewachsen und nicht schon seit Jahren von der SPD gefordert.

Unterdessen geht laut SZ unter der Hand bei den CSU-Abgeordenten schon eine CD mit den gesamelten Versprechern von Edmund Stoiber um. Dabei brauchten die doch gar nicht so heimlich dealen, sondern nur mal auf meiner Seite vorbei schauen! 😉

Bayern ohne Geld

Wer heute in Bayern Geld aus dem Automaten seiner Sparkasse wollte, der hat es schnell selbst bemerkt. Ein Ausfall im Rechenzentrum der IZB hat bewirkt, dass alle Geld- und Überweisungsautomaten ausser Betrieb waren. Auch das Onlinebanking war betroffen. Auch die ganzen internen Anwendungen, die die Mitarbeiter für ihre tägliche Arbeit benötigen waren ausgefallen und so wurde es ein ruhiger Tag für alle Mitarbeiter. Nur nicht für die, die den erbosten Kunden Rede und Antwort stehen mußten.

Die kompletten EDV-Anwendungen fast aller Sparkassen im Freistaat wurden vor Jahren schon outgesourced. Die IZB hat ihren Sitz in Aschheim bei München und wirbt auf Ihrer Webseite mit folgendem Vorteil für die Kunden:

Diese Qualitätssicherungsmaßnahme dient auch als Vertrauensnachweis gegenüber unseren Kunden. Der Kunde kann sicher sein, dass für den Sicherheitsbereich Rechenzentrum alle erdenklichen Maßnahmen getroffen wurden gegenüber

  • Gefährdung durch Kriminalität (von Einbruch, Vandalismus über Sabotage bis hin zu einem Anschlag)
  • Betriebstörungen (Ausfall Stromversorgung, Klima, Kommunikation oder Sicherheitseinrichtungen, magnetische Störungen)
  • höherer Gewalt (Feuer, Wasser, korrosive Gase, Explosion, Trümmerlasten, Blitzeinschlag)

Na dann. Den Mitarbeitern der großen Supermärkte nutzt das nichts. Weil die Karten der Kunden nicht funktionierten und viele nicht genug Bargeld bei sich hatten, mußte der Inhalt so manches Einkaufswagen bei Kaufland oder Real gestern wieder zurück ins Regal geräumt werden.

Eine Klatsche für die Bayern

Ich sag nur 3:0. Eingentlich bin ich ja nicht der große Fußballfan. Mein Herz schlägt aber zugegebenerweise schon ein wenig für den Club aus Nürnberg. Da ist ein 0:3 genau der richtige Einstand für den Ottmar Hitzfeld. Das soll er sich gleich mal für die Zukunft merken 😀

Bei Andi lese ich weder hier noch hier etwas. Wahrscheinlich liegt der noch flach von der Feier.

Bayerische Bescheidenheit

Edmund Stoiber befindet sich bekanntlich im Stimmungstief und 60% der bayerischen Bevölkerung wollen ihn nach 2008 nicht mehr als Ministerpräsident. Trotzdem würden 54% der Bayern CSU wählen, wenn er 2008 wieder als Spitzenkandidat antritt. Das sind zwei Zahlen, die die bayerische Opposition eigentlich frustrieren müssen. Einerseits mögen die Bayern den Stoiber nicht mehr, andererseits würden sie ihn trotzdem wählen.

Zum Ausdruck bringt das eine Aussage, die Franz Maget gestern in Kloster Irrsee getroffen hat: “Wenn heute Wahlen wären”, so freut sich der Oppositionsführer der bayerischen SPD, “würden wir auf jeden Fall 20 Prozent kriegen, vielleicht sogar 25 Prozent”.

Grund an der Misere mag sein, dass sich die SPD nicht als bayerische Partei profilieren kann. Zwar ist die SPD quasi die Mutter des “Freistaates Bayern”, von Wilhelm Hoegner kam der Entwurf der bayerischen Verfassung und von ihm wurde auch der Begriff Freistaat geprägt. Trotzdem verbindet der “gemeine Bayer” die SPD nicht mit Bayern. Das mag viel an den fehlenden Persönlichkeiten in der SPD liegen. Die paar, die immer wieder mal vereinzelt auftauchen, gehen meist lieber nach Berlin. Dort tragen sie dann aber auch nicht viel dazu bei, dass die SPD an Ansehen gewinnt. Und Franz Maget selbst, ist zwar sehr beliebt, ihm werden aber nicht viel Führungsqualitäten nachgesagt, die er brauchen würde.