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Heute vor zwanzig Jahren

Das ist mein Beitrag zu Horsts Blogparade gegen Nazis.

Rechts von der CSU darf es keine demokratisch legitimierte Partei geben“ hat Franz-Josef Strauß mal verkündet und die bayerische Staatsregierung hat sich auch immer an dieses Motto gehalten und die Umtriebe der Neonazis in Bayern lange ignoriert, als Einzelfälle deklariert oder zugereisten Ossis in die Schuhe geschoben. In Wirklichkeit gibt es aber diese rechte Szene in Bayern schon viel länger als Deutschalnd wiedervereint ist. In Wunsiedel feierten sie schon am Grab von Rudolf Hess, da wußten die Sachsen noch nicht einmal, dass es die NPD auf dem Stimmzettel gibt.

Heute vor zwanzig Jahren, am 17.12.1988 hat in Schwandorf der Neonazi Josef Saller das “Habermeierhaus” angezündet. In den Flammen kam eine dreiköpfige türkische Familie um – Osman Can (49), Ehefrau Fatma (43) und Sohn Mehmet (11). Getötet wurde auch  Jürgen Hübener (47). Das Landgericht Amberg verurteilte den Autolackierer Saller damals zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren und sechs Monaten. Wegen Brandstiftung wohlgemerkt!

Wenn also vor ein paar Tagen in Passau Polizeichef Alois Mannichl von rechtem Gesocks fast umgebracht worden wäre, brauchen unsere Politiker nicht zu tun, als wäre das etwas, was gänzlich unerwartet kam. Nicht einmal die nachfolgenden Forderungen sind neu. NPD-Verbot tönt es einmal mehr und ich garantiere Euch, in zwei Wochen hören wir wieder kein Wort mehr von denen, die jetzt das Maul so aufreissen. Bringen würde das Verbot sowieso nichts. Bis es durch wäre, hätte sich schon längst eine Nachfolge”partei” gegründet. An der Behebung der Ursachen indes möchte sich dagegen keiner die Finger verbrennen. Eine zu ausländerfreundliche Politik, die auf Toleranz und Miteinander setzt, würde Stimmen kosten. Zwar wird das keiner offen sagen, aber das rechte Gedankengut ist weit verbreitet. Ihr erinnert Euch?

„Wenn eines Tages ein Bus voller Türken im Ort ankäme, würde keiner eine Wohnung vermietet bekommen.“ Dafür sorge er persönlich. „Für solche Fälle gibt es nämlich eine Kasse in der Gemeinde, aus der die leer stehenden Wohnungen ein halbes Jahr bezahlt werden.“ (AZ)

Leute wie Frieder Herold gibt es viele in bayerischen Landen.

Blogparade: Das Lieblingsrestaurant der Blogger

Blogparaden sind mir eigentlich ein Greuel und bisher habe ich die alle ignoriert. Letzte Woche bin ich aber durch Steffi auf eine aufmerksam geworden, die ich jetzt aufgreifen möchte: Das Lieblingsrestaurant der Blogger. Schon lange wollte ich ein bestimmtes Restaurant schreiben und jetzt habe ich endlich einen passenden Grund.

Logo WeiherblaschDer “Weiherblasch” befindet sich in Lindau. Aber nicht am Bodensee, sondern am entgegengesetzten Ende von Bayern. Dieses Lindau befindet sich bei Schönsee in der Oberpfalz. Das Restaurant ist ohne Navi oder genaue Ortskenntnisse kaum zu finden und auch das Mobiltelefon meint schon, es wäre in Tschechien.

Das Restaurant hat gerade mal 8 Tische und von jedem Platz hat man Einblick in die Küche, wo Eigentümer Johann Kraus selbst werkelt. Das gemütliche Mühlenambiente wird durch den großen Kachelofen in der Mitte des Raumes und die beiden riesigen Mühlsteine abgerundet. Das Restaurant setzt seit nunmehr 15 Jahren auf regionale Küche mit Zutaten aus ökologischen Landbau. Eigene Fischweiher und ausgesuchte Landwirte in der Umgebung garantieren eine hohe Qualität der Zutaten. Bei einem früheren Besuch hat uns der Meister einmal zu fortgeschrittener Stunde seine Philosophie näher gebracht. Jedes Essen wir frisch zubereitet und dabei hat er auch erklärt, warum er auf eine Friteuse in der Küche verzichtet. Konsequenterweise findet sich auf seiner Homepage dann auch dieses Statement:

Doch da ein gutes Essen auch (und gerade) in der Oberpfalz, nicht vom Himmel fällt, musste Johann Kraus sich seine gastronomischen Ressourcen, an die er hohe Maßstäbe anlegt, selbst erschliessen. Neben eigenen Fischteichen sowie seiner Perlhuhn- und Lämmerhaltung gehören heute Gärtner und Biolandwirte dazu, die ihre Produkte ökologisch erzeugen.

Leider sind es von mir zu Hause kurvige 35 Kilometer und so sind wir weniger oft da, als wir es gerne wären. Vor zwei Wochen nahmen wir aber unseren Hochzeitstag als Anlaß und waren mit Freunden vor Ort. Für gerade mal 27,50 Euro bekamen wir ein super 4-Gänge Überraschungsmenü gezaubert. Vorab gab es mit Zwiebeln angemachten Schafskäse (mein absoluter Vorspeisentipp) als Amuse Gueule, bevor es mit Kabeljau auf Blattspinat richtig los ging. Als nächstes dann ein Teller Miesmuscheln, gefolgt von Entenbrustfilets mit selbstgemachten Bandnudeln und Herbsttrompeten. Als Nachtisch dann noch dreierlei Sorbet mit exotischen Früchten.

Wer übrigens mal in der schönen Oberpfalz seinen Urlaub verbringen möchte, ist beim Weiherblasch auch gut aufgehoben. Zwei Ferienwohnungen mit je 95 qm gibt es für einen Grundpreis von 67,50 Euro. Das Schönseer Land bietet Sommer wie Winter zahlreiche Freizeitmöglichkeiten. Das Langlaufzentrum Schönsee wurde in den letzten Jahren immer weiter verbessert und gute Wandermöglichkeiten gibt es im Sommer sowieso.

Und nein, das ist kein bezahlter Beitrag!