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Das harte Brot der Moderation

Bisher sind bei mir kaum politische Fundamentalisten aufgeschlagen, die ihre Propaganda verbreiten wollten. Ich ärgere mich eher mit Backlinkjägern herum, deren Adressangaben ich dann einfach hierhin oder hierhin umbiege. Betreibt man ein Blog in einem der Krisengebiete dieser Welt, sieht das natürlich ganz anders aus. Wenn man dann noch regelmäßig im Fernsehen präsent ist erst recht.

André Marty bloggt bekanntlich aus Israel und den besetzten Palästinensergebieten. Dort wo offiziell zwar Waffenstillstand herrscht, gibt es scheinbar wenige, die noch klar und unvoreingenommen denken können. Bist Du nicht mein Freund, kannst Du nur mein Feind sein, ist leider meist das Motto. Und so muss sich André gelegentlich einiges gefallen lassen. Heute gibt es bei ihm einen Beitrag, wo er erklärt, warum er gelegentlich Kommentare nicht freischaltet. Bereits die Einleitung lässt tief blicken, was man ertragen muss, wenn man in Israel und Palästina nicht blind durchs Leben läuft.

Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,

nein, ich bin kein Arschloch, kein Israelfeind, kein Mossad-Agent und auch kein geistig einseitig Kastrierter.

Da bin ich dann doch wieder froh, dass ich mich nur mit Spammern rumärgern muss und freue mich, dass es Blogger wie André gibt.

Der StoiBär in Lummaland

Oje, ich habs in die SZ geschafft. In dem Beitrag geht es über die Webauftritte der Parteien, die fehlende politische Vernetzung und warum die Amis mal wieder ein Vorbild sind. Unter anderem schreibt Tobias Moorstedt:

Das mag daran liegen, dass in Deutschland die Lebensläufe und DSL-Leitungen nicht ganz so verschlungen sind wie in anderen Hightech-Nationen. Oder daran, dass der techno-politische Bodensatz einer engagierten Blogosphäre trotz netzpolitik.org und carta.info hierzulande weiterhin fehlt (unter den Top-Ten der deutschen Politik-Blogs finden sich tatsächlich Seiten mit Namen wie StoiBär, Lummaland und Weissgarnix). Vielleicht sind die Amerikaner einfach besser für das Zeitalter der digitalen Demokratie gerüstet als die aufgeklärten Mittelschichts-Ironiker der BRD.

Ich mein, ich habe mich noch nie als den tollen Politikblogger gesehen. Dieses Zitat zeigt eher, wie mangelhaft die Hitlisten sind. Vermutlich nimmt Tobias Moorstedt das Politikranking von Wikio als Referenz. Das ist ein Newsdienst, den ich schon lange mit einem Grinsen beobachte. Ich habe mich dort nie selbst angemeldet, im Gegenteil. Anfangs sah ich die als Contentklauer an, nachdem aber immer wieder Besucher von dort kamen, habe ich auf Gegenmaßnahmen verzichtet. Sieht man sich aber an, wie Wikio die Platzierungen errechnet, ist es weiter kein Wunder, dass ich in den Top10 stehe:

Die Position eines Blogs im Wikio-Ranking hängt von der Anzahl und dem Gewicht der Links ab, die von anderen Blogs eingehen.

Es werden ausschliesslich im Résumé des RSS-Feeds enthaltene Links berücksichtigt. Links aus Blogrolls werden beim Ranking nicht berücksichtigt und der Wert der Links nimmt mit der Zeit ab. Auf diese Weise möchten wir ein Ranking erstellen, das so repräsentativ wie möglich aktuelle Blogs und Entwicklungen aufzeigt. Das Ranking wird jeden Monat aktualisiert.

Das Gewicht eines Links hängt vom Ranking des verlinkenden Blogs ab. Bei unserem Algorithmus hat ein Link, der von einem Top-Blog im Rankig ausgeht, mehr Gewicht als eine Link von einem schlechter gewerteten Blog.

Die drei erwähnten Blogs sind gut verlinkt und wenn wir “aufgeklärten Mittelschichts-Ironiker” vor diversen Abgeordneten unserer tollen Parteien stehen, dann zeigt das doch nur, dass die Blogszene eine politikereinheitsbreifreie Zone bleiben möchte. Warum sollten wir auf Seiten von etablierten Politikern gehen, deren Ergüsse wir doch sowieso ständig im Fernsehen ertragen müssen?

via Perlentaucher

Deutsch-ägyptischer Blogger in Ägypten inhaftiert

Am vergangenen Freitag wurde Philip Rizk nördlich von Kairo verhaftet. Er beteiligte sich an einer Kundgebung für die Palästinenser im Gaza-Streifen, wo ihn Polizisten erst mehrere Stunden blockieren und dann verschleppt hatten. Philip bloggt ausschließlich über Gaza. Bevor er an der American University in Kairo zu studieren anfing, lebte er zwei Jahre in Gaza, wo er für eine christliche Hilfsorganisation arbeitete.

via André Marthy

Nachtrag: Hier gibt es auch was dazu.

Nachtrag 2: Schön langsam kommen die Blogger in die Pötte: iRaff

Eine Onlinepetition gibt es auch schon. Mehr bringt vielleicht ein Protestbrief an diese Adresse:

          Botschaft der Arabischen Republik Ägypten
          Stauffenbergstrasse 6-7, 
          10785 Berlin 
          Tel: (030) 477 54 70, (030) 4790 1880 
          Fax: (030) 477 10 49, (030) 477 44 00 

          Ausserordentlicher und bevollmächtigter Botschafter: S.Exc. Herr Ramzy Ezz Eldin Ramzy  
          website: www.egyptian-embassy.de 
          Email: embassy@egyptian-embassy.de oder: consularsection@egyptian-embassy.de

Blogprojekt: 3 Blogs, die kaum jemand kennt

Blogprojekt: 3 Blogs, die kaum jemand kennt

Das UPLOAD-Magazin hat eine Vorstellungsrunde für unbekannte Blogs gestartet. Nachdem ich im August schon einmal über 3 Blogs des Longtail geschrieben habe, bin ich da natürlich dabei. Heute schreibe ich aber nicht über die ganz kleinen Blogs, den Insidern könnten diese drei nämlich schon bekannt sein.

Nummer 1: Bojeonline

Er ist wohl mit am längsten bei mir im Feedreader. Sportartenmäßig mit mir auf meiner Wellenlänge, schreibt er breit gefächert, mit einer Tendenz zum politischen Tagesgeschehen. Seit einem Designrelaunch ist das Blog sehr klar strukturiert und leichter zu lesen. Nebenbei betreibt er noch WPcino, eine Suchmaschine speziell für WordPress.

WPcino basiert auf einer modifizierten Google-Suche, der Google Custom Search. Es werden nur Suchergebnisse von gelisteten Internetseiten ausgegeben, insofern arbeitet sie wie ein spezieller Filter für WordPress-Interessenten.

Nummer 2: cdv!

Christian habe ich beim Bloggertreffen in München kennengelernt. Im schlichten Design schreibt der gelernte Journalist und jetzige PR-Berater zusammen mit Karl-Heinz Heidtmann über die täglichen Possen des Arbeits- und Privatleben.

Nummer 3: Yourfrontdoor – this is wrestling?

Josip, alias Herr Rockn habe ich mal auf der Straße aufgelesen, als Robert die Bloggemeinde nach München rief. Er schreibt über Musik abseits vom Mainstream. Den Großteil der Bands, über die er schreibt, kenne ich nicht einmal. Als wahre Linkschleuder entwickelt er sich aber immer mehr zum Nachschlagewerk für härtere Undergroundmusik und damit zum must für für jeden, der nicht auf Mädelsmusik steht.

Nachtrag: Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Die Aktion startet eigentlich erst am 19.11.2007. Na egal, jetzt bleibt der Beitrag drin.

Nachtrag 2: Da es jetzt endlich soweit ist, hole ich den Beitrag nochmal nach vorne.