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Olympiafake #2

Nach dem computeranimierten Feuerwerk nun das hier:

Mit ihrer «Ode ans Vaterland» hat die kleine Chinesin Lin Miaoke bei der Olympia-Eröffnungsfeier Millionen Landsleute und Fernsehzuschauer in aller Welt gerührt. Jetzt stellte sich heraus: Das sieben Jahre alte Mädchen bewegte beim Singen nur die Lippen. Die wirkliche Sängerin war den Organisatoren offenbar nicht hübsch genug.

via China-Watchblog bzw. NZZ Online

Die kritische Masse

Heute hat die Judo-Kämpferin Yvonne Bönisch erklärt, dass sie aus Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in Tibet nicht an der Eröffnungsfeier teilnehmen wird. Sie folgt mit dieser Entscheidung der Degenfechterin Imke Duplitzer, die ihren Verzicht schon vor knapp zwei Wochen verkündet hat. Für die Sportler ist das wohl die vernünftigste Art des Protestes, denn niemand kann ihnen abverlangen, ihre sportliche Karriere aufs Spiel zu setzen. Gerade für die Athleten der “kleinen” Sportarten ist so eine Großveranstaltung enorm wichtig.

Die Frage ist nur, wer bemerkt so einen Protest? Weiterlesen

China-Watchblog

Pünktlich zu Ostern erfolgt nun der Start für ein neues Blogprojekt. Der China-Watchblog geht heute offiziell online und wird zukünftig ein Auge auf die aufstrebende Wirtschaftsmacht im Osten haben. Warum genau jetzt? Diese Frage könnt Ihr Euch sicherlich leicht selbst beantworten, denn das, was die Dikatur gerade in Tibet veranstaltet ist mehr als verabscheuungswürdig. Aber das ist nicht der einzige Grund. Es brennt mir schon lange manches unter den Nägeln, was im Land der Mitte nicht so ist, wie sie sein sollte, der Tibet-Konflikt ist da eigentlich nur ein kleiner Teil davon. Jeder, der einer anderen Meinung ist als die Führung in Peking wird verfolgt. Entwicklungshilfe aus dem Ausland ist für eine hungernde Landbevölkerung nötig, weil die Regierung lieber in Waffen investert. Die chinesische Wirtschaft raubkopiert schamlos Produkte aus den Industrieländern. Die Umwelt wird ohne Skrupel zerstört, nur um für uns Artikel zu Dumpinglöhnen herzustellen. Die Liste läßt sich noch beliebig weiterführen und vielen Entscheidungsträgern ist bei uns eigentlich bekannt, was in China wirklich Sache ist. Trotzdem machen aber unsere Politiker und Wirtschaftsbosse schöne Mine zum bösen Spiel und zeigen einmal mehr, dass Profit wichtiger ist als Menschenrecht oder die Umwelt.

Daher starte ich also zusammen mit Torsten vom Main-Blog das China-Watchblog. Wenn jemand Lust hat, sich dauerhaft zu engagieren und hier mitzuarbeiten, kann er oder sie sich gerne bei uns melden. Auch sporadische Gastbeiträge sind herzlich willkommen.

Tibet, China, Olympiaboykott?

Spätestens seitdem Brad Pitt in Sieben Jahre in Tibet den Österreicher Heinrich Harrer gespielt hat, weiß jeder, dass Tibet 1950 von China überfallen wurde und seitdem die Militärherrschaft ertragen muss. Die Diktatoren in Peking sehen das natürlich anders und unterdrücken das Bergvolk seit fünf Jahrzehnten.

Dieses Jahr sollen also die Olympischen Spiele in Peking stattfinden und für die Machthaber in China ist das die große Chance, positive Anerkennung in der Welt zu erlangen. Schließlich bringt man das Land in der westlichen Welt derzeit hauptsächlich mit Gewalt, Unterdrückung, Todesstrafe, Produktpiraterie und Billiglohn in Verbindung. Dass man den Chinesen die Spiele gibt, war für mich von Anfang an eine Fehlentscheidung. Die Hoffnung, dass Olympia dem Land oder der Bevölkerung mehr Freiheit und Menschenrechte bringt, wird sich als Trugschluß erweisen. Die brutale Härte des Militärs gegen die Demonstranten in Lhasa zeigt einmal mehr, dass sich die chinesischen Machthaber um die Anliegen der demokratischen Welt nichts scheren. Stattdessen werden die Ausländer ausgewiesen, das Internet weiter zensiert und Demonstranten ermordet. Und um ja den Protesten während den Spielen keine Chance zu geben, ist auch bereits eine Zeitverzögerung bei der Ausstrahlung der Sportwettkämpfe beschlossen.

Ich denke, was derzeit in Tibet abgeht, wird nur der Anfang sein. Bis die Spiele wirklich starten, werden noch mehr Menschenrechtsgruppen Proteste starten. Konfliktpotential gibt es in dem Land auch anderswo genug. Auch wenn der Querdenker anderer Meinung ist, ich bin der Meinung, man muss einen Olympiaboykott offen diskutieren. Zwar sehe ich wenig Chancen, dass es soweit kommen wird, denn zu groß sind die Verstrickungen der Wirtschaft mit China und die Spiele selbst ein zu großes Kommerzspektakel. Keiner in den Geschäftsetagen möchte seinen Profit gefährden, nur um wirklich etwas für die Menschenrechte zu tun. Da bleibt man lieber beim erhoben Zeigefinger mit einem energischen „DuDuDu“. Da ist die Bevölkerung bei uns beruhigt und die Machthaber in China wissen, dass das nur alibimäßg für die Presse gemeint ist.

Weitere Blogbeiträge zu dem Thema:

NewsHQ
Off the record
Schulte-Web
Telagon