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Die Arroganz der Süddeutschen Zeitung

Man kann zum Blogverkauf von Basic Thinking stehen, wie man möchte. Ein gewisses Interesse hat die Versteigerung bei vielen geweckt. Robert Basic tingelte durch alle Medien, die ihn haben wollten und in so manchem wichtigen klassischen Medium, sprich Onlinepräsenz von Zeitung war etwas zu lesen. Was macht aber den Unterschied zwischen meinetwegen einer Zeit und einer Süddeutschen Zeitung aus? Während sich erstere herabläßt, auch ein Interview mit dem Verkäufer zu führen und dabei die betreffende Seite im Bericht dann auch zu verlinken (es wird ja auch Leute geben, die mit der Bloggerei nicht so viel anfangen können), bringt die SZ drei Beiträge, in denen sie es gerade einmal schafft, den Leser auf die Seite zu führen, um die es geht. Im heutigen “Abschlußbericht” gab es nicht einmal den richtigen Namen des Blogs, sondern nur eine Nennung des Domainnamens ohne Link dahinter. Aber was will man schon verlangen von einer Zeitung, die Kommentare nur zu Bürozeiten zuläßt? Nein, wie das mit dem Internet heutzutage funktioniert, müssen sie noch lernen bei der SZ. Mit Bilderklickstrecken, zum künstlichen erzeugen von Hits, ist es nämlich nicht getan.

Schief gewickelt

Joschka Fischer schreibt jeden Montag für Die Zeit zum aktuellen Politikgeschehen. Natürlich war seine Meinung heute in Sachen Bayernwahl gefragt. Leider hatte er am Wochenende wohl ein paar andere Termine und wenig Zeit für diesen Beitrag. Da passenderweise gestern auch in Österreich gewählt wurde, konnte er sich gleich bei ein paar Klischees bedienen, die man wohl nördlich des Weißwurstäquators so hat:

Es empfiehlt sich, diese beiden Wahlen im Zusammenhang zu analysieren, und zwar nicht nur wegen der engen Verwandtschaft von Bayern und Österreichern, sondern weil damit auch der hinter diesen Ergebnissen liegende Trend für die kommenden Bundestagswahlen sichtbarer wird.

Auf dieser Grundlage schreibt er dann einige haarsträubende Sätze, über die man nur den Kopf schütteln kann. Scheinbar hatte er vorher nie von den Freien Wählern gehört und sie aus Unwissenheit einfach mal mit den Rechtspopulisten von Österreichs FPÖ und BZÖ in einen Topf geworfen. Zusammen mit den 4,3 Prozent der Linken in Bayern zimmert er eine Abwanderungswelle hin zu den Extremen.

Besser macht es da schon die NZZ. Sie erkundigt sich bei Professor Edgar Grande von der Universität München, der eine recht gute Charakterisierung abgibt.

Wo stehen die Freien bezüglich den Dimensionen Progressiv-Liberal-Konservativ? In ihrem eigenen Selbstverständnis ist die Politik der Freien Wähler nicht durch ideologische Prinzipien, sondern durch Sachorientierung, Pragmatismus und Bürgernähe gekennzeichnet. Aus diesem Grund passen die üblichen politischen Etiketten nur bedingt auf die Freien Wähler. Der Blick auf ihre Themenschwerpunkte macht dies deutlich. Dazu zählen «fortschrittliche» bildungspolitische Forderungen, wie sie auch von der FDP, den Grünen und der SPD im Landtagswahlkampf formuliert wurden.

“In ihrer Zielsetzung fehlen extreme Positionen.”

Mit der FDP teilen die Freien liberale Themen wie den Abbau von Bürokratie und Überregulierung; mit den Grünen gemeinsam haben sie umweltpolitische Ziele wie die Ablehnung der grünen Gentechnik und die stärkere Förderung erneuerbarer Energien. Schließlich finden sich unter den Themenschwerpunkten aber auch eher konservative Anliegen wie der Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft und Kulturlandschaft.

Nicht die feine Art

DIE ZEIT gehört eigentlich zu meinen bevorzugten Seiten in den Weiten des Internets. In den Blogs habe ich auch gelegentlich schon kommentiert. Allerdings habe ich definitiv noch nie meine Zustimmung für Werbemails gegeben oder mich für einen Newsleter angemeldet. Umso überraschter war ich heute, als ich eine Umfrage mit Gewinnspiel in meinem Maileingang hatte. Spam schickt sich eigentlich nicht für ein seriöses Blatt, oder?

Spammail von DIE ZEIT
Spammail von DIE ZEIT

Trüffel im Schlamm

Die Zeit stellt Blogs vor. Hat es mich auf den ersten Blick gewundert, wie die so einen guten Beitrag zustande bekommen, kam die Auflösung, als ich den Namen des Schreibers entdeckte. Stefan Niggemeier beschreibt auf jeden Fall, wie manchmal die Qualität der Blogs weit vor denen der “großen” Medien ist. Am Beispiel der »Operation Himmel« stellt er den Lawblog von Udo Vetter vor und präsentiert anschließend das schwarze Schaf, das es wohl am weitesten nach vorne in den Blogrankings geschafft hat.

Eines der drastischsten Beispiele dafür ist die islamfeindliche Seite Politically Incorrect (PI), die es geschafft hat, mit einer üblen Mischung aus Ressentiments, Unwahrheiten und tatsächlich besorgniserregenden Nachrichten über im Namen des Islams begangene Untaten zu einem der größten deutschen Blogs zu werden. Beunruhigend ist die Wirkung von PI in zweierlei Richtungen: Die Halbwahrheiten verbreiten sich von hier in vermeintlich seriöse Medien. Und andererseits eskaliert die Diskussion in den Kommentaren von PI in atemberaubender Weise. Angespornt von den mit Schimpfwörtern durchsetzten Meldungen, entwickelt sich unter den Autoren ein Wettbewerb um die drastischste Meinungsäußerung, der gelegentlich in Mordfantasien mündet.