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Im Einzelfall beteiligt

Mit Klaus Baarck, Gerhard Böttcher, Rainer Pottel, Maria Ritschel und Klaus Schneider haben jetzt fünf Leichathletiktrainer Ihre Beteiligung am staatlich organisiertes Dopingsystem der DDR zugegeben:

„Wir waren im Einzelfall am Einsatz unterstützender pharmazeutischer Substanzen beteiligt. Uns war bekannt, dass diese den Regeln des Sports widersprach, doch fühlten wir uns durch die Vorgaben des Staates legitimiert. Bei einer Weigerung, diese Mittel weiterzugeben, hätten uns der Ausschluss aus dem Leistungssport und damit erhebliche berufliche Nachteile gedroht.“

Warum kommt mir diese Ausrede nur so bekannt vor? Haben wir solche Sätze nicht schon so oft in der Geschichte gehört? Nach dem Krieg hat ja entweder keiner was gewußt oder war nur in der Partei, weil er mußte. Nach der Wende beteuerten die IMs der Stasi immer wieder, dass sie zur Mitarbeit gezwungen waren, weil sie sonst Repressalien zu erwarten gehabt hätten oder die Kinder nicht auf die Uni hätten gehen dürfen. Oder, oder, oder.

Schon immer hat sich die Spreu vom Weizen getrennt, wenn die Wahl zwischen Karriere und persönlichem Gewissen zu treffen war. Die Dopingtrainer der DDR haben wohlwissend im System mitgespielt. Ihnen war der persönliche Erfolg wichtiger als die Grundwerte des Sports. Sie haben damals die Entscheidung getroffen, dass sie Ihrem Erfolg durch Betrug auf die Sprünge helfen wollen.

Jetzt haben diese fünf Dopingtrainer ihre Schuld in einem Brief zugegeben. Wenn dies nach so langer Zeit geschieht, liegt der Verdacht nahe, dass sie eine mögliche Aufdeckung befürchten und einer Suspendierung zuvorkommen wollen. Für die Funktionäre des DLV ist damit die Sache scheinbar erledigt. Schließlich beteuern die fünf ja, seit 1991 rein gar nichts mehr mit Doping zu tun gehabt zu haben. Was auch sonst? Ist das die Art, wie wir in Deutschland das Dopingproblem angehen wollen? Einfach lang genug warten, dann ein wenig bedauern und gut ists?

Doping im Biathlon

Jetzt tun sie wieder alle so furchtbar überrascht, obwohl sich doch jeder denken kann, dass es im Biathlon nicht sauber zugeht. Kamen doch letztes Jahr erst deutsche Sportler in Verruf, doch zwecks endgültigen Beweisen passierte weiter nichts. Wenn jetzt die drei Russinnen erwischt wurden, zeigt das nur einmal mehr: Wo Geld im Sport ist, wir gedopt und je mehr Geld im Spiel ist, desto weniger Interesse besteht, dass aufgeklärt wird. Was glaubt Ihr, warum im Fuentesskandal kein spanischer Fußballer gesperrt wurde, obwohl doch überall zu lesen war, dass einige Spieler verwickelt waren? Nee, wenn dem Biathlonverband wirklich was daran gelegen wäre, dann würden wohl ein paar Fälle mehr bekannt. Dafür greifen die üblichen Abwehrmechanismen. Kati Wilhelm, die jetzt das gelbe Trikot übernimmt, ist überrascht und geschockt, die Österreicher dementieren und alle behaupten, dass es sowas in der eigenen Mannschaft nie geben würde. An welche Sportart erinnert mich das nur alles?

Ein Dopingopfer?

Eine der größten Gefahren beim Blut- und EPO-Doping sind Thrombosen und Embolien. Grund ist das eingedickte Blut, das durch den erhöhten Anteil der roten Blutkörperchen im Blut entsteht (erhöhter Hämatokritwert).

Es gibt viele Zeugen, die berichten, dass bei großen Rundfahrten Anfang der 90er Jahre die Radler nachts in den Hotelgängen auf und ab gehen mussten, um ihre Blutzirkulation wieder in Gang zu bringen. Auch ein 20 minütiger Kopfstand war geeignet den Wert um bis zu 3,1 % zu verringern, aber die Fahrer versuchten es am Abend dann doch lieber mit längerem Hochstellen der Beine. Ein Pulsmessgerät diente während des Schlafs als Alarmgerät sobald der Puls auf einen besorgniserregend niedrigen Wert sank.
Quelle: Cycling4Fans

Vergangene Nacht ist der Belgier Frederiek Nolf, während der Katar-Radrundfahrt, tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden worden.

Kommt mit Armstrong das Ende der Tour de France?

Der Radsport hat es derzeit alles andere als leicht. Die Sponsoren und die Fernsehsender springen ab und jetzt hat auch noch Lance Armstrong verkündet, bei der Tour de France 2009 wieder an den Start zu gehen. Zuvor will er noch den Giro d’Italia bestreiten. Zwar möchte er bei der Tour nicht als Teamleader fahren, doch seine Mitstreiter sind ja auch nicht gerade unbeschriebene Blätter im Thema Doping.

Die Macher der Tour täten gut daran, Astana (wie 2008) auch dieses Jahr nicht einzuladen. Rüdiger meint, die Tourleitung hat vor, „aus der Leiche noch ein letztes Mal Kapital zu schlagen“ und dass Lance Armstrong zum Türöffner für Astana wird. Für mich würde aber ein Armstrong und ein Team Astana am Start das endgültige aus der Tour bedeuten. Die Glaubwürdigkeit des Radsports ist augenblicklich dahin, wenn es aber nicht bald gelingt, den alten Ballast abzuwerfen, wird es mit diesem wunderschönen Sport bald ganz vorbei sein.

Lass es bitte eine Ente sein

Lass es bitte eine Ente sein, der Radsport erholt sich doch gerade wieder ein wenig. Und dann auch noch für Astana!

Lance Armstrong coming back
Lance Armstrong will come out of retirement next year to compete in five road races with the Astana team, according to sources familiar with the developing situation.

Armstrong, who turns 37 this month, will compete in the Amgen Tour of California, Paris-Nice, the Tour de Georgia, the Dauphine-Libere and the Tour de France — and will race for no salary or bonuses, the sources, who asked to remain anonymous, told VeloNews.

via News HQ

Ende Gelände

In diesem Jahr hat war die Tour de France spannend wie nie. Kein Superstar, der frühzeitig alles klar gemacht hat. Und trotzdem hat sich heuer eigentlich kein Schwein mehr interessiert. Zu viele gedopte Radfahrer in den letzten Jahren, zu viele Skandale und uneinsichtige Ex-Stars, die sich noch immer als Opfer statt als Täter sehen. Seit bei Fuentes die Blutbeutel von Jan Ullrich gefunden wurden und die Geständnisse von Zabel und Alldag kamen, ist der Radsport in Deutschland engültig im Keller der Zuschauergunst gelandet. Heute kann man nicht einmal sicher sagen, ob seit 1996 (als Mr. 60 Prozent gewann) überhaupt auch nur einmal die Tour sauber gewonnen wurde.

Und wie es eben so ist, wenn ein Sport in der Zuschauergunst gesunken ist, es zog sich ein Sponsor nach dem anderen zurück – trotz „Neuanfang“. Kein Unternehmen möchte sein Produkt im Umfeld von Lug und Betrug präsentiert sehen. Heute hat es auch Team Gerolsteiner um Hans-Michael Holczer erwischt. Der Getränkehersteller zieht sich zurück und kein Nachfolgesponsor möchte das Risiko eingehen. Schade, denn den Jungs von Gerolsteiner mochte man noch am ehesten glauben. Eine langjährige Aufbauarbeit ohne Skandale hatten die geleistet und alle sauberen Sportler müssen nun den Kopf für die schwarzen Schafe hinhalten. Schade

via Blogbeutel

Boris Becker meets

Grad noch kurz ein wenig durchs Programm gezappt und entsetzt festgestellt, dass Boris Becker eine eigene TV-Show hat. Extrem überrascht war ich über seinen Gast. Hat er für pro7 doch tatsächlich Jan Ullrich besucht. Gemeinsam wurde das Haus besichtigt, der Trophäenraum und die Höhenkammer darin bewundert und dann seine Mutter in Rostock besucht. Es gab ein Wiedersehen mit alten Schulkameraden und dann noch ein paar Radrunden auf einer Bahn. Ganz so als wäre da nie etwas mit Doping gewesen.

Dann doch noch ein kritischer Moment. Boris Becker fragt schonungslos nach der Dopingvergangenheit: „Du wurdest ja wegen Doping supendiert, mittlerweile rehabilitiert. Wie denkst Du heute darüber?“ (sinngemäß). Hä? Hab ich da irgendetwas falsch mitbekommen? Anschließend schimpft Ullrich auf jeden Fall wie gewohnt über die deutsche Presse und alle, die ihm Doping vorgeworfen haben. „Ich verstehe bis heute nicht, wie gute Leute kaputt gemacht werden“

Zur Erinnerung ein Auszug aus Wikipedia:

Am 14. April 2008 stellte die Staatsanwaltschaft Bonn ihre Ermittlungen gegen Ullrich wegen der Betrugsvorwürfe seines ehemaligen Arbeitgebers Team T-Mobile ein. Ullrich müsse eine Zahlung „in sechsstelliger Höhe an gemeinnützige Institutionen und die Staatskasse“ leisten, dafür werde auf eine Klageerhebung verzichtet. Oberstaatsanwalt Fred Apostel sagte: „Unsere Ermittlungen über 21 Monate haben ergeben: Ullrich hat gedopt.“

Rehabilitiert?

Ich bin wohl scheinheilig

Dass für mich das olympische 100m Rennen eine Farce war, habe ich schon geäußert. Die Sprinter stehen seit Jahren in der Kritik und regelmäßig werden welche mit Dopingsubstanzen erwischt. Viel schlimmer ging es ja bei den Schwimmwettkämpfen zu. Offensichtlicher wie bei Herrn Phelps kann es sich ja kaum zeigen, dass irgendetwas faul ist. Acht Goldmedaillien und sieben Weltrekorde innerhalb ein paar Tagen. Damit steht jetzt der Schwimmsport an der Stelle, an der der Radsport vor ein paar Jahren war. Da dominierte jahrelang Lance Armstrong und fuhr allen davon, wie sie es nur brauchten. Der Unterschied ist nur, dass bei den Radlern die Leistungsexplosion nicht so objektiv messbar ist, wie bei den Schwimmern. Zu unterschiedlich die Strecken und Wetterbedingungen von Rennen zu Rennen. Im Schwimmsport herrschen immer gleiche Bedingungen und solche Leistungexplosionen werden wesentlich deutlicher. Und wer mir jetzt etwas von „schnellen Wasser“ oder den neuen Schwimmanzügen erzählen möchte, dem kann ich nur erwidern, dass zweiteres sich zwar auswirkt, aber doch wohl nie und nimmer in diesen Dimensionen! Meine Hoffnung ist nur, dass es in naher Zukunft geeignete Nachweisverfahren für die jetzt eingelagerten Dopingproben gibt.

Auf Zeit Online gibt es heute einen Beitrag von David Hugendick, den ich als recht sonderbar empfinde. Darin wirft er allen Dopingkritikern Scheinheiligkeit vor.

Nun verlangen Sportansager mit sonnengegerbter Haut und gebleichten Zähnen Sperren für gedopte Athleten und schwarzmalen den Untergang des Sports. Indes fordert von ihnen niemand, Zahnstand, wahre Körbchengröße, Adipositas und fettende Mischhaut demütig hinzunehmen – ansonsten würden sie gesperrt.

[…]

Solange Zuschauer, Verbände und Journalisten von Athleten immer neue Rekorde und großes Spektakel erwarten, müssen sie sich nicht wundern, wenn einer mit Spritzen, Eigenblut oder weißderteufel nachhilft. Und aufregen schon gar nicht.

Es mag schon sein, dass das Volk gerne Rekorde sieht. Trotzdem wäre das Spektakel ebenso groß, würde es ein Rennen ohne Rekord und dafür mit knapperen Ausgang geben. Wie war es denn zur Tour de France in den Jahren mit Lance Armstrong? Im Normalfall war die Entscheidung zur Halbzeit schon gefallen. Armstrong war nicht mehr einholbar und die Tour dann stinklangweilig. Dazu schwang immer die (mittlerweile bestätigten) Dopingvorwürfe mit. Jetzt haben wir einen achtfachen Olympiasieger im Schwimmen, der allen um Längen enteilt ist. Lieber Herr Hugendick, soll ich mich jetzt freuen und den bejubeln? Nein, da bin ich dann (in Ihren Augen) wohl lieber scheinheilig. Es gibt einfach Regeln, an die sich jeder zu halten hat. Und der Vergleich mit den Silikonimplantaten hinkt gewaltig. Darf ich in Zukunft auch nicht mehr fordern, dass die Polizei Autobahndrängler aus dem Verkehr zieht, weil ich irgendwann schon mal falsch geparkt habe?

Schwimmrekorde

Heute zufällig ins Halbfinale der 200m Lagen reingezappt. Abgesehen davon, dass sich keine deutsche Athletin qualifiieren konnte, gab es einen olympischen Rekord. Darauf der Sprecher sinngemäß:

Oh, wieder ein olympischer Rekord. Aber das ist kein Wunder bei der Entwicklung, die der Schwimmsport seit Athen durchlaufen hat. Da purzeln ständig die Rekorde – warum auch immer.

Michael Phelps gewinnt ein Rennen nach dem anderen und immer mit neuem Weltrekord. Es mag schon sein, dass die Zeiten seit Einführung dieser schwarzen Schwimmkondome besser werden, aber die hatten sie in Sidney auch schon. Damals gewann Phelps auch schon Medaillien und jetzt acht Jahre später pulverisiert er alles. Acht Jahre sind im Schwimmsport eine Ewigkeit. Oder bin ich einfach zu wenig naiv, um das alles für sauber zu halten?

Dopingprobe im Krematorium

Ohne Dopingproben im Radsport geht es nicht, das ist klar. Die Sportler müssen daher immer und überall bereit sein, Urinproben abzugeben. Beim Bestatter hab ich jetzt aber eine Geschichte gefunden, die geht eindeutig zu weit. Das Kind vom belgischen Radprofi Kevin van Impe starb kurz nach der Geburt. Während der Fahrer gerade im Krematorium die Formalitäten für Einäscherung besprach, forderten die Dopingfahnder eine Urinprobe und drohten mit einer zweijährigen Sperre, falls sich van Kempe weigern würde. Irgendwo sind dann doch Grenzen und das ist irgendwie nur noch pietätlos.

Jetzt also die Nordischen

Der nächste Dopingskandal ist laut Tagesschau im Anflug auf Deutschland und jetzt hat es wohl die nordischen Sportarten erwischt:

Wie die ARD weiter erfuhr, sollen mindestens 30 Sportler die Dienste der Blutbank in Wien in Anspruch genommen haben. Rund zwei Drittel der Athleten stammten demnach aus Deutschland. Es handele sich um Sportler aus den Bereichen Biathlon und Skilanglauf, die zumindest zum Teil zur Weltspitze gehören.

Seien wir uns doch ehrlich. Wer die Entwicklung der deutschen Langläufer, Biathleten und nordischen Kombinierer in den letzten Jahren beobachtet hat, konnte sich aber schon lange denken, dass da noch was nachkommen wird. Warten wir mal ab, welche Namen wir die nächsten Tage hören und wie weit sich das ausbreiten wird.

Laufprofi stirbt bei New-York-Marathon

Der New-York-Marathon war dieses Jahr auch gleichzeitig US-Olympiaqualifikation für Peking 2008. Ryan Shay war einer der Favoriten des US-Teams bis er bei Kilometer neun kollabierte und verstarb. Ohne mich zu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, würde es mich nicht wundern, wenn bei der Obduktion sonderbare Blutwerte mit hohen Hematokritwerten gefunden werden würden. Mehr bei SpOn.

Gewonnen haben dieses Jahr übrigens die Britin Paula Radcliffe und der Kenianer Martin Lel.

Nachtrag: Die US-Olympiaqualifikation war wohl schon ein Lauf am Tag zuvor.

Marathon im TV

Leider musste ich meinen eigenen Start in München vor zwei Wochen verletzungsbedingt absagen. Im TV schaue ich mir aber immer gerne Übertragungen an. Heute morgen war der Marathon in Frankfurt und als die Läufer bei Halbmarathon waren, hab ich reingeschalten. Die Spitzengruppe lag so auf Kurs für 2:08 h. Irgendwann wurde dann die Gruppe mit den ersten deutschen Teilnehmern gezeigt, die sich eine Zeit um 2:35 h vorgenommen hatte. Ist es schon traurig, dass die besten deutschen Athleten eine halbe Stunde langsamer als die Spitze sind, so musste ich dann abschalten, als ich ein Interview mit Dieter Baumann gehört hatte. Sinngemäß sagte er: Es gehe heute für ihn um keine Höchstleitung und er setze sich auch nicht unter Druck. Sicherlich wäre eine gute Zeit schön. Er habe auch gute Sponsoren, die ihn 1000 Euro zahlen, für jede Minute die er unter 3 Stunden bleibt.

Da stellt sich also ein ehemaliger Olympiasieger hin, der nach der Zahnpastaaffäre zwei Jahre wegen Doping gesperrt wurde und der seine angebliche Unschuld bis heute nicht beweisen konnte, der stellt sich also hin und erzählt, er geht für 20.000 Euro oder mehr zum joggen. Da musste ich abschalten.

Es holt sie alle ein

Heute Abend also Jörg Jaksche bei Spiegel TV. Auch wenn das Ganze weit weniger ausführlich war, als man erhofft hätte (schließlich möchte man die Printausgabe auch noch verkaufen), eines hat es doch bewiesen: Der Dopingsumpf im Radsport zieht sich durch alle Mannschaften. Bemerkenswert ist für mich vorallem die Tatsache, dass Jaksche nur einen einzigen Fahrernamen nennt. Neben Teamleitern und Trainern zählt er ausgerechnet den Vorzeigesaubermann Jens Voigt auf. Gerade den sympatischen Voigt hätte man nach dem Outing von Erik Zabel gerne als letzten fairen Fahrer im Kopf gehabt. Schließlich trat auch der in letzter Zeit als vehementer Dopingkritiker auf, auch wenn er dabei schon ein wenig ruhiger geworden ist. Schließlich gilt sein Team CSC, mit dem gedopten Toursieger Byarne Riis als Chef, zu dem am meisten belasteten Teams der Szene.

Es bleibt aber trotzdem abzuwarten, ob die Verbände jetzt endlich richtig reagieren und es das dringend benötigte Geld für die NADA gibt. Mit einem Minibudget von 1,8 Millionen Euro im Jahr für alle Sportarten kann nicht einmal ansatzweise eine vernünftige Kontrolle erfolgen. Vorher muss aber beim Bund Deutscher Radfahrer selbst erst noch ein Umdenken stattfinden. Besser wäre wohl noch ein Führungswechsel. Wenn nämlich ein BDR-Chef Rudolf Scharping einem Reporter wegen seiner Nachfragen zu den Vorwürfen gegen den Stellvertreter Udo Sprenger mit den Worten droht: „Mal sehen, ob ihre Vorgesetzten das auch so sehen“, dann hat er an der Spitze dieses Verbandes nichts mehr zu suchen. Aber wahrscheinlich müssen erst alle großen Sponsoren abspringen und sich der Sport gesund schrumpfen.

Jörg Jaksche packt aus

Der Radprofi Jörg Jaksche aus Ansbach packt aus. Am Montag erscheint ein Interviev im Spiegel, für das er weit „über zehn Stunden“ von Journalisten des Nachrichtenmagazins interviewt wurde. Außerdem tritt er am Sonntag bei SPIEGEL TV (21.50 Uhr, RTL) auf.

Jaksche bietet sich auch als Kronzeuge im Fall Eufemiano Fuentes an und hofft so auf eine kürzere Dopingsperre. Er wäre der erste, der jetzt mehr sagen würde. Alle anderen Fahrer hatten ja nur das Notwendigste zugegeben, um andere Fahrer nicht zu belasten. Damit könnte es auch neue Erkenntnisse um Jan Ullrich geben, der ja nach wie vor zu keinem Geständnis bereit ist.

Mehr bei SpOn

Farbenblindheit bei Spiegel Online?

Heute haben sie also wieder einen Radfahrer erwischt. Matthias Kessler hatte letztes Jahr eine Etappe bei der Tour de France gewonnen. Da fuhr er noch fürs rosa Team der T-Com. Jetzt wurde er mit Testosteron im Blut erwischt. Testosteron wird gerne als Ergänzung eingenommen, um die Nebenwirkungen anderer unerlaubter Präparate zu kompensieren. Alle Newsseiten berichten natürlich über diesen neuen Dopingfall und überall gibt es ein Foto von Matthias Kessler dazu. Alle Schreiberlinge haben ein aktuelles Foto im Trikot von Astana genommen, nur nicht die von Spiegel Online. Dort sitzt scheinbar ein farbenblinder Redakteur, der magenta nicht von türkis unterscheiden kann oder meint Astana sei eine Tochterfirma der Telekom. Vielleicht passt es auch einfach schöner in die Berichterstattung der letzten Wochen? Peinlich, peinlich!

Matthias Kessler bei SpON