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Versöhnung

Ihren Glauben zu leben, dürfte den Mitgliedern der katholischen Kirche wohl in Deutschland nirgends so verleidet werden, wie in der Oberpfalz. Der Diözese Regensburg steht mit Gerhard Müller ein Bischof vor, der sich als so lernresistent erwiesen hat, dass es keinen Vergleich gibt. Abgesehen von den vergraulten Laienhelfer wird ihm vorallem vorgeworfen, dass er sich bis heute nicht in Riekofen hat blicken lassen. Das ist die Gemeinde, in der er einen vorbestraften Kinderschänder als Pfarrer eingesetzt hatte, der sich dort gleich wieder an Ministranten vergriff. Bis heute weist Müller jede Mitschuld von sich, traut sich aber trotzdem nicht zu den Opfern.

Seit drei Tagen bekommt er nun das, was man in Bayern und Österreich als Gnackwatschn bezeichnet. Bayern-Bene Papst Benedikt spricht bei fast jeder Gelegenheit, die sich auf seiner USA-Reise bietet, die Mißbrauchsfälle durch die katholischen Priester in den Staaten an und bedauert diese. Gestern dann der Kniefall. Wofür sich unser Bischof Müller nämlich zu fein ist, das ist dem Oberhaupt der Kirche gerade gut genug. Benedikt hat sich mit den Opfern getroffen und mit ihnen geredet und gebetet. Unter Außschluß der Presse und ohne vorheriges Trara.

Nun tut sich der Papst da sicherlich leichter. Trägt er ja persönlich keine Mitschuld an den Vorfällen, die noch zur Zeit stattfanden, als seine Vorgänger im Amt waren. Trotzdem zeigt diese Geste, wofür die katholische Kirche eigentlich steht. Für Hilfe, Versöhnung und Nächstenliebe. Begriffe, die im Bistum Regensburg leider Fremdwörter sind.

Schwule und pädophile Priester

In Regensburg startete heute der Prozess gegen den ehemaligen Pfarrer von Riekofen, der jahrelang einen Ministranten sexuell missbraucht hat. Starke Versäumnisse werden auch dem Regensburger Bischof Gerhard Müller vorgeworfen, der den bereits vorbestraften Pfarrer gar nicht mehr als Seelsoger hätte einsetzen dürfen, da dies gegen die Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz verstößt. Müller, der die Diözese Regensburg schon immer in Gutsherrenart leitet, ist auch deswegen stark in der Kritik, weil er sich bis heute nicht bei der Bevölkerung von Riekofen entschuldigt hat.

In der Radiowelt gab heute der Augsburger Pastoraltheologe Hanspeter Heinz ein Radiointerview dazu. Interssant vorallem seine Aussage, dass der Prozensatz der homosexuellen Priester bei geschätzten 20 Prozent liegt, während der Schwulenanteil in der normalen männlichen Bevölkerung nur etwa 5 Prozent ist.