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Achtung Wahlwerbung!

Nach dem Ausscheiden von Joschka Fischer aus dem politischen Tagesgeschäft meinen viele, die Grünen bestehen nur noch aus Personen wie Claudia Roth. Zugegeben, wenn ich Frau Roth in einer TV-Talkshow sehe, muss ich immer sofort umschalten. Würde sie bei der Landtagswahl in knapp drei Wochen auf meinem Wahlzettel stehen, ich könnte mein Kreuz da nicht machen. Aber die bayerischen Grünen haben besseres zu bieten. Der Spitzenkandidat ist Sepp Daxenberger. Ein Bio-Landwirt aus Waging am See, wo er Bürgermeister war. Im Frühjahr entschied er sich, wieder in die Landespolitik einzusteigen und der CSU das fürchten zu lernen. Mit beiden Füßen fest auf dem Boden hat er das, was führende Politiker anderer Parteien schon lange verloren haben: Den Bezug zur Bevölkerung und die Unabhängigkeit von Lobbyisten.

“Ich hatte als junger Mann zwei Freundeskreise. Ich habe mit den Burschen vom Dorf im Bierzelt gesessen und mit den Linken in den Städten diskutiert. Da haben mich die vom Dorf gefragt, was ich mit den Langhaarigen wollte, und die Linken meinten, die Bauern seien Deppen. Ich habe gesagt, dass das Quatsch ist. Die Alternativen sind in Ordnung, weil wir eine andere Politik brauchen, die vom Land sind in Ordnung, weil sie sich um gute Gemeinschaft kümmern.”

Sein Wahlspot mag schlicht und für manches Nordlicht schlecht zu verstehen sein, aber ich finde Sepp Daxenberger kommt darin einfach ehrlich rüber. Achja – für die Twitterfreunde: http://twitter.com/Gruene_Bayern

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Spot via Matthias

Durchgeknallt oder faschistoid? Oder doch beides?

Der Augsburger Bischof Walter Mixa hatte vor ein paar Monaten schon dicke Prügel aus allen Lagern einstecken müssen, als er den allzu umfangreichen Ausbau der Krippenplätze kritisierte. Am Samstag auf dem Grünen-Landesparteitag in Deggendorf holte Claudia Roth nochmal dieses alte Thema aus der Schublade. Sie bezeichnete Mixa wegen seiner Äußerungen als durchgeknallten, spalterischen Oberfundi aus Augsburg.

Peinlich genug, dass Claudia Roth sich Bischof Mixa nochmal auf so eine Weise vornahm, so reagierte die Diözese Augsburg noch heftiger. Statt die Peinlichkeiten der Ulmer Dauerheulsuse zu ignorieren, legte der Öffentlichkeitsreferent der Diözese, Dirk Hermann Voß, noch eines drauf. Die Wortwahl erinnere “in erschreckender Weise an die Propaganda-Hetze der Nationalsozialisten gegen die Katholische Kirche und ihre Repräsentanten”. Außerdem zeige Roth “seit langem schon beunruhigende faschistoide Züge” und die Grünen seien damit “auf allen Ebenen für Christen nicht wählbar”. Nutzen wird diese Gezänke weder den Grünen noch der Kirche, denn für voll kann man keinen der Streithähne mehr nehmen. Eher ist das für mich ein recht seltsam anmutendes Kasperltheater, das für erwachsene und angeblich gebildete Leute alles andere als angemessen ist.