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Schari’a in Bayern?

Georg Barfuß von der FDP ist der designierte Integrationsbeauftragte, ein ganz neues Amt in Bayern. In verschiedenen Interviews hat er das böse Wort Schari’a in den Mund genommen und gemeint, die könne man da anwenden, wo sie mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Wo sie dagegen verstößt, ist sie ein Fall für den Verfassungsschutz. Ich mein ich bin ja kein Theologe, aber das was die Landtags-CSU und das Landeskomitee der Katholiken da gleich wieder vom Zaun brechen ist doch wohl reines Theater.

Hört man etwas von der Schari’a in den Medien, hat man immer den Eindruck, dass das ein Regelwerk sei, was ausschließlich die Abtrennung von Körperteilen oder die masochistische Art der Tötung von Menschen regelt. Dabei würden 5 Minuten reichen um den Eintrag bei Wikipedia  zu lesen und man hätte ein wenig Ahnung von dem, worüber da alle ganz erzürnt schimpfen.

Im Gegensatz zur Zeitungsinterpretation der SZ machte mir Georg Barfuß in dem Interview einen recht vernünftigen Eindruck und gegen seine Argumentation mag ich nichts einwenden. Wer mag, kann es hier übrigens auch nachhören.

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Mal abgesehen davon glaube ich außerdem, dass die meisten Islamgläubigen sich eher an die katholischen zehn Gebote halten, als der Großteil der Katholiken in Deutschland. Sofern die ihr Regelwerk überhaupt kennen.

Schwule und pädophile Priester

In Regensburg startete heute der Prozess gegen den ehemaligen Pfarrer von Riekofen, der jahrelang einen Ministranten sexuell missbraucht hat. Starke Versäumnisse werden auch dem Regensburger Bischof Gerhard Müller vorgeworfen, der den bereits vorbestraften Pfarrer gar nicht mehr als Seelsoger hätte einsetzen dürfen, da dies gegen die Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz verstößt. Müller, der die Diözese Regensburg schon immer in Gutsherrenart leitet, ist auch deswegen stark in der Kritik, weil er sich bis heute nicht bei der Bevölkerung von Riekofen entschuldigt hat.

In der Radiowelt gab heute der Augsburger Pastoraltheologe Hanspeter Heinz ein Radiointerview dazu. Interssant vorallem seine Aussage, dass der Prozensatz der homosexuellen Priester bei geschätzten 20 Prozent liegt, während der Schwulenanteil in der normalen männlichen Bevölkerung nur etwa 5 Prozent ist.

Durchgeknallt oder faschistoid? Oder doch beides?

Der Augsburger Bischof Walter Mixa hatte vor ein paar Monaten schon dicke Prügel aus allen Lagern einstecken müssen, als er den allzu umfangreichen Ausbau der Krippenplätze kritisierte. Am Samstag auf dem Grünen-Landesparteitag in Deggendorf holte Claudia Roth nochmal dieses alte Thema aus der Schublade. Sie bezeichnete Mixa wegen seiner Äußerungen als durchgeknallten, spalterischen Oberfundi aus Augsburg.

Peinlich genug, dass Claudia Roth sich Bischof Mixa nochmal auf so eine Weise vornahm, so reagierte die Diözese Augsburg noch heftiger. Statt die Peinlichkeiten der Ulmer Dauerheulsuse zu ignorieren, legte der Öffentlichkeitsreferent der Diözese, Dirk Hermann Voß, noch eines drauf. Die Wortwahl erinnere “in erschreckender Weise an die Propaganda-Hetze der Nationalsozialisten gegen die Katholische Kirche und ihre Repräsentanten”. Außerdem zeige Roth “seit langem schon beunruhigende faschistoide Züge” und die Grünen seien damit “auf allen Ebenen für Christen nicht wählbar”. Nutzen wird diese Gezänke weder den Grünen noch der Kirche, denn für voll kann man keinen der Streithähne mehr nehmen. Eher ist das für mich ein recht seltsam anmutendes Kasperltheater, das für erwachsene und angeblich gebildete Leute alles andere als angemessen ist.