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Die Wandersagen vom freundlichen Araber und stinkenden Autos

Ich war ja noch nie auf dem größten Kostümfest der Welt, das jährlich in München stattfindet. Aber weil ja gerade nichts anderes mehr im Fernsehen zu laufen scheint als Oktoberfest (und Tigerente) und weil jetzt zum Ende der Wiesn alle wegen angeblicher Anschlagsdrohungen durchdrehen, möcht ich auch noch was beisteuern.

Wieder macht sie die Runde, die Sage vom gefundenen Geldbeutel eines reichen Arabers. Weil der ehrliche (deutsche) Finder keinen Finderlohn nehmen wollte, hätte der freundliche Araber dann angeblich vor einem Besuch der Wiesn an einem bestimmten Tag gewarnt. Dieses Märchen ist zum ersten Mal 2001 nach den Anschlägen in New York aufgetaucht und kehrt seitdem jährlich wieder. Mal soll man nicht am Mittwoch, mal nicht am Wochenende, mal gar nicht auf die Wiesn gehen. Alles Blödsinn und die Geschichte natürlich frei erfunden. Übrigens wurde dieses Jahr auch noch keine Bombe entschärft, kein Zelt geräumt und auch wird der Rest der Wiesnzeit nicht abgesagt.

Das Einzige, was diese Geschichten bewirken ist Panik bei manchen Menschen, die sich von sowas beeinflussen lassen. Dazu ergreifen diverse Innenminister die Situation um uns wieder neue Überwachungsgesetze und -kameras anzudrehen. Zu unserer eigenen Sicherheit versteht sich. Die Welt ist ja so Böse geworden.

Ein anderes solches Märchen kenne ich schon aus meiner Jugend. Da konnte man angeblich einen neuwertigen Ferrari für 1000 Mark kaufen. Grund für den günstigen Preis war der Gestank einer Leiche, die ein paar Wochen im Inneren verwest sei. Weil der Gestank nicht mehr aus den Teppichen und Sitzen zu bekommen sei, würde das Auto quasi verschenkt.

Gemeinsam haben solche Märchen immer eines. Der Erzähler hat es immer vom Freund eines Arbeitskollegen, den man aber nicht kennt oder die Schwester hat in der Kneipe von jemanden gehört, der es am Nebentisch erzählt hat oder oder oder.

Erwin Hubers leere Versprechungen

CSU-Chef Erwin Huber tönt seit Wochen, dass er die Kürzung der Pendlerpauschale wieder rückgängig machen möchte. Klar, schließlich kommt man mit solchen Forderungen kurz vor der Landtagswahl gut an. Im Bundestag wurde eben genau über dieses Thema heute abgestimmt. Da möchte man eigentlich meinen, das wäre die Gelegenheit, dem Bürger zu beweisen, dass man es ernst meint mit seinen Versprechungen. Das Gegenteil war der Fall. Hatte die Abstimmung doch einen Schönheitsfehler. Der Antrag kam von der Linkspartei und mit der darf man ja aus Prinzip nicht einer Meinung sein. Da gibt man sich lieber die Blöße, dass man eigentlich nur Märchen erzählt hat und stimmt gegen das, für das man vorher ständig im Bierzelt eingetreten ist. Die andere Möglichkeit wäre natürlich, dass die Bundestagsabgeordneten ihrem Parteichef auf der Nase herumtanzen, ihnen egal ist, was der sagt oder sie genau wissen, dass der es nicht ernst meint. Ein Grund mehr für 50 – X!

Nachtrag: Grad noch im Feedreader entdeckt: Pendlerpauschale oder Pinocchio wohnt in Bayern, Wahlversprecher und Heuchler.