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SMTP-Probleme unter Exchange 2010

Ab und zu schicken wir einen Newsletter an bis zu 10.000 Empfänger. Dazu verwenden wir ein extra Programm, das die Mails anonym per SMTP am Exchangeserver abliefert. Unter Exchange 2003 war das nie ein Problem. Vor ein paar Wochen habe ich die Migration auf Exchange 2010 durchgeführt und seitdem dauert der Versand ein Vielfaches. Zuerst hatte ich das “TarpitInterval” in Verdacht, das jede anonym abgelieferte Mail um (im Standard) 10 Sekunden verzögert. Dadurch soll die Funktion des Servers bei Spamattacken erhalten werden. Das TarpitInterval kann man in der Exchangepowershell wie folgt auf eine Sekunde reduzieren:

set-ReceiveConnector "Connector" -TarpitInterval 00:00:01

Alternativ kann man natürlich auch eine gesicherte Verbindung einrichten, dann greift diese Verzögerung sowieso nicht. Für mein Newsletterproblem brachte das noch nicht wirklich etwas, jedoch wurden dadurch Mailscans von den Kopierern beschleunigt.

Für die verzögerte Annahme der Massenmails war der Parameter “MaxAcknowledgementDelay” verantwortlich. Exchange bestätigt die Annahme einer Mail in einem bestimmten Zeitfenster, das über diesen Parameter gesetzt wird. Gebraucht wird dies für die Shadow-Redundanz bei hochverfügbaren Systemen. Fällt ein Transportserver aus, wird trotzdem sichergestellt, dass keine Mail verloren geht. Im Standard steht dieser Parameter auf 30 (!) Sekunden. Sprich es kann 30 Sekunden dauern, bis das OK zurückkommt, dass die Mail übertragen wurde.

Abschalten kann man diese Verzögerung in der Shell:

set-ReceiveConnector "Connector" -MaxAcknowledgementDelay 0

Mehr zum Thema:

Grundlegendes zur Shadow-Redundanz

Konfigurieren von Shadow-Redundanz

Von wegen 1a Spamfilter

Meinen Mailaccount bei Google bin ich leider noch immer nicht los geworden. Allerdings ist er auch recht praktisch. Ich nehme die Mailadresse auschließlich zum kommentieren her und die zahlreichen Kommentarbenachrichtigungen werden immer schön zusammengefasst. Der Spamfilter arbeitete anfangs auch fast perfekt, mittlerweile kommt aber da auch immer wieder mal was durch. Noch schlimmer aber ist der umgekehrte Fall, wenn eine erwünschte Mail als Spam erkannt wird. Auch das kommt leider immer öfter vor. Angeblich kann man den Spamfilter auch “trainieren”, wenn man Mails eben als Spam markiert oder die Markierung aufhebt. Funktioniert leider auch nur ab und zu.

Vor ein paar Monaten habe ich mich dummerweise mal bei MySpace registriert, aber nach zwei Tagen testen gemerkt, dass das ein VZ ist, das mir nicht wirklich irgendwas bringt. Also den Account gelöscht und wie es aber bei solchen Portalen immer so ist, kriege ich seitdem regelmäßig einen Newsletter. Den kann ich natürlich nicht mehr abbestellen, da ich ja kein Mitglied mehr bin. Also habe ich diese Newsletter immer als das gekennzeichnet, was sie sind: als Spam. Viermal habe ich das in meinem Mailaccount bei Google seither gemacht. Gebracht hat es gar nichts.