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Ein neuer Präsident

Eine gefühlte halbe Ewigkeit diktatorischer Regierung ist vorbei. Staatsterror, Umweltverschmutzung, eingeschränkte Pressefreiheit, verletzte Menschenrechte – das alles war an der Tagesordnung. Der Präsident sah das Land als sein Privateigentum an. Der Neue verspricht Freiheit und Wahrung der Menschenrechte, was dem Alten nie einen Pfifferling wert war.

Gerade an die USA gedacht? Ja? Ertappt! Lassen wir uns überraschen, was in den Staaten übermorgen passiert sein wird. Heute meine ich aber die Malediven. 30 Jahre herrschte dort Maumoon Abdul Gayoom. Gewaltenteilung gabe es keine, eine Opposition lange Zeit verboten. Bedingung für die maledivische Staatsbürgerschaft ist das muslimische Glaubensbekenntnis. Der Islam ist die alleinige Staatsreligion.

2004 begehrte das Volk gegen ihren Tyrannen auf. Viele Demonstranten wurden weit abseits der Touristeninseln weggesperrt. Die Herausgeber des unabhängigen Internetmagazins „Sandhaan“ wurden wegen Hochverrats zu lebenslanger Haft verurteilt. Aber die Aufstände fruchteten letztendlich doch. Im Juni 2005 stimmten die Abgeordneten des Parlaments einstimmig für einen Antrag, der die Etablierung eines Mehrparteiensystems ermöglichen sollte.

Und so wurde jetzt der Kandidat der Maldivian Democratic Party im zweiten Wahlgang mit 54,21 Prozent zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Mohamed Nasheed ist der Name des neuen Präsidenten der Malediven und mit dem 41jährigen kommt die Hoffnung auf Freiheit und Menschenrechte. Auch er war schon in politischer Gefangenschaft und als erste Amtshandlungen versprach er die Beschränkungen der Reisefreiheit zu beenden und den Präsidentenpalast in die erste Universität des Landes umzuwandeln. Hoffen wir dass der Wechsel an der Spitze des Landes unblutig vollzogen werden kann, die Korruption ein Ende findet und die Bevölkerung endlich etwas von den Tourismusdevisen abbekommt.

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