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Österreich verbietet Gen-Mais

Warum geht das nicht auch bei uns Herr Seehofer? Ist die Gentechnik-Lobby zu zahlungskräftig?

Österreich hält nun bei sieben Verboten von in der EU zugelassenen Gentech-Pflanzen. Neben MON863-Mais und den drei Rapslinien Ms8, Rf3 und Ms8xRf3 ist auch der Anbau der Gentech-Maissorten MON810 und T25 sowie der Import der gentechnisch veränderten Rapssorte GT73 verboten.

Fernsehtipp: Monsanto – Wiederholung heute im WDR

Der sehenswerte Film von Marie-Monique Robin »Monsanto, mit Gift und Genen« wird heute um 23:15 Uhr im WDR wiederholt.

Der Dokumentarfilm erkundet das Reich des USamerikanischen Konzerns “Monsanto Chemical Works”, dem weltweiten Marktführer für Biotechnologie. Dem Engagement auf diesem Gebiet verdankt “Monsanto” auch, dass es zum umstrittensten Unternehmen des modernen Industriezeitalters wurde, stellte es doch das im Vietnamkrieg zu trauriger Berühmtheit gelangte Herbizid “Agent Orange” her. Heute sind 90 Prozent der angebauten gentechnisch veränderten Organismen “Monsanto”-Patente. Diesen Umstand halten viele für bedenklich.

Der Film hatte im März 2008 bei seiner ARTE-Premiere in Frankreich eine Welle an Reaktionen ausgelöst, wurde vor der Assemblée Nationale und dem Senat gezeigt und in Kopie dem Präsidenten übergeben. Eine besondere Aktualität erhält er durch die momentanen Hungersnöte in Ländern wie Haiti und Ägypten und die politische Debatte in Deutschland über die Zulassung von genmanipuliertem Saatgut.

Ein kleiner Teilerfolg gegen Monsanto

GEN-Mais-Bauer Reinhard Dennerlein aus Oberbreit im Landkreis Kitzingen verzichtet auf den Anbau von MON810 auf 50 Hektar seiner Ackerfläche. Damit beläuft sich die Ackerfläche im Landkreis Kitzingen, die für MON810 verwendet werden soll nur noch auf rund 10 Hektar. Zustande kam das Umdenken wohl auf Druck der Öffentlichkeit und von Freiherr Crafft von Crailsheim. Von Letzterem hat Reinhard Dennerlein die Ackerflächen gepachtet. Mehr Infos.

Tag der Erde im Gentechniklandkreis Kitzingen

Ausgerechnet am Tag der Erde (Earth day) startet in Bayern die Aussaat von MON810, dem Genmais der US-Firma Monsanto. Für 96 Hektar wurde in Bayern die Genehmigung erteilt. 90 Hektar davon sind allein in Unterfranken, fast alles im Landkreis Kitzingen geplant. Die Weingegend am Untermain wird dadurch zum Gentechniklandkreis Nummer 1. Nun ist es aber nicht so, dass der Landkreis maßgeblich hinter dieser Entwicklung steht. Im Gegenteil, die Bevölkerung und der große Teil der Bauern sind strikt gegen genmanipulierten Mais. So befürchten beispielsweise Imker eine Verunreinigung ihres Honigs, Bienen halten sich schließlich nicht an Abstandsflächen, die ja ihrerseits nur alibimäßig eingeführt wurden und eine Verunreinigung der Nachbarfelder duch Pollen des Genmais nicht verhindern können.

Richtig hart trifft es die Gemeinde Oberbreit, wo der Landwirt wohnt, der scheinbar für Monsanto die Speerspitze in Deutschland bilden soll. Bauer Reinhard Dennerlein will großflächig Genmais anbauen, weil er diesen zur Schweinemast einsetzen möchte und im benachbarten Rödelsee einen weiteren Schweinemastbetrieb für 2500 Tiere plant. Für eine Gemeinde ist es natürlich eine schwere Hypothek, wenn sie so einen Landwirt im Gemeindegebiet hat. Gerade die kleinen Gemeinden Oberreit und Rödelsee möchten eigentlich mit der idyllischen Lage in den Weinbergen Besucher anlocken. Eine stinkende Schweinemastfabrik und Maisfelder mit Genmais sind da alles andere als förderlich.

Derweil erkennt man scheinbar auch in der Politik die Fehler, die man gemacht hat. Hatte Landwirtschaftsminister Horst Seehofer im vergangenen Dezember erst noch der Weg für den Anbau von Genmais geebnet, kritisiert er nun plötzlich die Nahrungsmittelkonzerne und wirft ihnen ihr Streben nach Gewinnmaximierung vor.

“Wir brauchen eine Renaissance der Landwirtschaft, einen Ausbau der Agrarproduktion in Deutschland, der gesamten EU und vor allem in den Entwicklungsländern“, sagte Seehofer der Zeitung. „Wir müssen weltweit mehr Nahrungsmittel produzieren, um weitere Preissprünge zu verhindern.“ In der EU seien 3,8 Millionen Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche stillgelegt worden, um Überschüsse bei Milch, Butter, Wein und Fleisch zu bekämpfen. „Diese Flächen müssen möglichst rasch wieder genutzt werden.“

Fähnchen im Wind sag ich da nur.

Monsanto, mit Gift und Genen

lautete eine Reportage, die gerade auf Arte lief. Gezeigt wurden die Praktiken des multinationalen Konzern Monsanto, die Auswirkungen auf die Bauern, die Artenvielfalt und letztlich unser aller Leben. In Mexico wurde beispielsweise das einheimische Saatgut durch das manipulierte Saatgut von Monsanto kontaminiert und zeigt nun teilweise extreme Missbildungen auf. Wenn ich daran denke, dass auch in Bayern die ersten Bauern mit dem genmanipulierten Saatgut herumexperimentieren, wird mir richtig angst.

Die Sendung selbst gibt es online bei arte +7 für eine Woche und ich kann Euch nur empfehlen, die 90 Minuten für den Videocast zu investieren. Dazu gibt es hier noch ein Interview mit der Regiesseurin Marie-Monique Robin.

Nachtrag: Die Reportage wird auch im TV wiederholt, allerdings nur videorekordergerecht: 13.03.2008 um 00:50 und 31.03.2008 um 03:00

Nachtrag 2: Die DVD kann beim Verlag mittlerweile bestellt werden.