Schlagwort-Archive: Musik

Wie sich das Onlineverhalten ändert

Früher hörte ich so manchen Händler jammern: „Die kommen alle zu mir, lassen sich beraten und probieren aus, dann sagen sie, sie überlegen es sich nochmal und gehen wieder. Daheim bestellen sie dann günstig bei einem Internetversender, der keine Beratung anbietet und viel weniger Fixkosten hat.“ Ich muss gestehen, ich habe es eine Zeitlang auch so gemacht. Doch in vielen Bereichen hat sich der Preisunterschied relativiert und meist sind nur noch ein paar Euro um.  Gezielt versuche ich mittlerweile Umsatz lokal zu generieren.

Regelrecht umkehrt hat sich die Sache für mich bei Büchern und Musik. War es anfangs bequem, bei Amazon zu bestellen und alles nach Hause geliefert zu bekommen, trifft dies auch nicht mehr zu, seitdem wir im Ort nur noch eine Postfiliale haben. Da muss ich den Benachrichtigungschein aus dem Briefkasten fischen und kann das Päckchen frühestens am nächsten Vormittag abholen.

So stöbere ich jetzt immer bei Amazon, was es so gibt, notiere mir die ISBN-Nummer und bestelle dann bei meinen kleinen Buchhändler im Ort per Mail. Am nächsten Tag halte ich dann am Heimweg von der Arbeit kurz an, hole das Buch oder die CD und zahle bar. Ich brauche weder Verpackung entsorgen, noch Kontoauszüge kontrollieren. Wenn etwas nicht passt, mache ich das vor Ort aus. Alles in allem für mich weit komfortabler als beim Onlinehändler.

Brenna Tuats Guat

Am 30. / 31. Juli war ich in Kaltenberg beim Open Air von Hubert von Goisern und Freunde. Primär war ich wegen Wolfgang Niedecken und  BAP da, doch vom Goisern hat sich mir ein Lied eingeprägt. Im Songtext von Brenna Tuats Guat geht es um den Wahnsinn der Energieerzeugung aus Lebensmittel und der damit verbundenen Spekulationen. Der Refrain war nach dem ersten Mal hören schon in mein Gehirn festgesetzt:

jeder woass, dass a
geld nit auf da wiesen wachst
und essen kann ma’s a nit
aber brenna tat’s guat
aber hoazen toan ma woazen
und de ruabn und den kukuruz
wann ma lang so weiter hoazen
brennt da huat

Zum Open Air gab es die neue CD noch nicht zum Kauf, doch jetzt habe ich natürlich gleich zugeschlagen.

Heimspiel – 20 Jahre Fanta4

Seit 1989 gibt es Die Fantastischen Vier. Mit Die da?! kam 1992 der Durchbruch und die CD „Vier gewinnt“ hab ich damals rauf und runter gehört. Den Text zum Titelsong kann ich noch heute perfekt auswendig und im Laufe kamen legendäre Singleauskopplungen (mein Alltime-Favourite ist „Der Picknicker„) und Live-Konzerte. Im Sommer hatten die Jungs ihr 20-jähriges und gaben am 25.07.2009 vor rund 60.000 Fans in ihrer Heimatstadt Stuttgart ein grandioses Konzert. Zusammen mit einem Symphonie-Orchester spielten sie fast drei Stunden, ein Heimspiel eben. Von diesem Konzert gibt es jetzt den Mitschnitt auf CD und DVD und natürlich hab ich mir die gleich geordert!

Beitrag gelöscht

Heute habe ich zum ersten Mal in diesem Blog einen Beitrag gelöscht. Darin ging es um ein Konzert der Band Fanfare Ciocarlia in Regensburg am 8. August, das ich zusammen mit Freunden besucht hatte. Der Beitrag war 250 Wörter lang. Neben einem Foto hatte ich auch ein kleines Video eingebunden, das ich mit meiner kleinen Digicam aufgenommen und bei YouTube hochgeladen hatte. Dieses Video war 24 Sekunden lang und darauf schwenkte ich einmal von rechts nach links über das Publikum und die Band. Ihr könnt Euch selbst ausmalen, wie die Videoqualität mit so einer kleinen Knipse ist.

Heute hatte ich Post von YouTube in meinem Postfach:

Hiermit wirst du darüber informiert, dass folgendes Material entfernt bzw. der Zugriff darauf deaktiviert wurde, da uns von Asphalt Tango Records gemeldet wurde, dass dieses Material eine Urheberrechtsverletzung darstellt.

Asphalt Tango Records ist das Plattenlabel, das die Band vertritt. Mir ist klar, dass man keine DVD- oder CD-Ausschnitte hochladen darf, das hab ich auch noch nie gemacht. In diesem Fall habe ich aber die Vorstellung einer quasi unbekannten Band mit einem kleinen Video aufgepeppt. Kann einem als Band oder als vertretendes Plattenlabel eigentlich etwas besseres passieren, als dass jemand über ein Konzert schreibt?

Dazu muss man noch erwähnen, dass die Band ein Profil bei MySpace hat, wo man mehrere Songs in weit besserer Qualität anhören kann, als in meinem Videoschnipsel. Ich für meinen Fall werde in Zukunft einen großen Bogen um Fanfare Ciocarlia und erst recht um Asphalt Tango Records machen.

Auf ein Neues

Ich mein, es soll ja Leute im engeren Bekanntenkreis geben, die waren ausser in Leipzig auch bei AC/DC in München schon dabei. München musste ich leider wegen einer Feier sausen lassen. Aber Brückentag und AC/DC am Hockenheimring. Da muss man doch einfach ein zweites Mal hingehen, oder? Also noch schnell EBAY geplündert und ab geht es am Freitag! Und weil doch grad Freund und Tauchlehrer Hany aus Ägypten bei uns ist, kriegt der auch gleich eine Lektion in Sachen Rock´n´Roll. Ich glaub ich darf nur die Ohrstöpsel für ihn nicht vergessen!

We salute you!

AC/DC Black Ice in Leipzig

Bierbecher Black Ice

Ich mein, es nutzen ja die schönsten Bierbecher nichts, wenn der Inhalt nicht stimmt und nur Bierersatzstoff aus Bremen drin ist. Warum gibt es auf Großveranstaltungen eigentlich immer nur Plempel zu trinken? Da lob ich mir doch die Jungs aus Wernberg, die in ihrem Reisebus 40 (!) Kisten anständiges Bier dabei hatten.

Die Anreise war problemlos, der Parkplatz ganz in der Nähe des Stadions wurde uns aber zum Verhängnis. Aber dazu nachher mehr. Die erste Vorband kann ich Euch leider nicht sagen. Keiner der Umstehenden wußte den Namen. Die zweite Band war „The answer„. Grottenschlecht eingestellter Sound – eben typisch für Vorbands – verhinderte dass sich jemand richtig mit der Musik auseinandersetzte.

Dann pünktlich um 21 Uhr gings los und der Rock’N’Roll Train rollte in Originalgröße ein. Es folgte ein Mix aus alten Reissern und Tracks von der neuen Scheibe. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass das aktuelle Album nicht der große Wurf ist. So wunderte es mich auch nicht weiter, dass die Stimmung immer einen Tick verhaltener war, als aktuelle Songs gespielt wurden. Dafür ging es bei TNT, Thunderstruck, Hells Bells und Dirty Deeds richtig ab. Brian Johnson war ab der Hälfte gewohnt heiser und so durfte mal wieder Angus Young ein langes Solo rocken. Optischer Reisser war Rosie, die ihren Ritt auf der Lok zu Whole lotta Rosie hatte:

Brian Johnson singt für Rosie

Überhaupt war die ganze Show gewohnt gigantisch und die obligatorische Glocke war natürlich auch dabei. Nur leider wars wieder viel zu schnell vorbei. Mit Highway to Hell und For Those About To Rock gab es noch zwei Zugaben, bevor um 22:55 Uhr das Licht anging. Sind eben doch nicht mehr die Jüngsten und nach zwei Stunden Vollgas ist die Puste weg.

Beim Einparken bekamen wir schon einen Zettel in die Hand, dass der Parkplatz erst 30 Minuten nach Konzertende geöffnet werden würde. Erst sollten die Fußgängermassen aus dem Weg sein. Als wir dann um ein Uhr endlich die 400 Meter zu Straße hinter uns gebracht hatten, war die Stimmung natürlich nicht mehr soo toll. Dann nochmal 30 Minuten bis zur Autobahn und die bohrende Frage, warum man mitten in der Nacht die Ampeln nicht abschalten kann, wenn doch alle sowieso in die gleiche Richtung wollen.

Als Konzertstadt werde ich Leipzig zukünftig sicherlich nur noch im Notfall berücksichtigen. Dachte ich bisher immer, dass es verkehrstechnisch nirgends so schlimm zugeht wie an der Regensburger Donauarena, wurde ich gestern eines Besseren belehrt. Irgendwie ist Leipzig doch noch eher auf  Trabis ausgelegt. Trotzdem war das Konzert allererste Sahne und Ihr Münchner freut Euch auf morgen!

Musikalische Discounter?

Als seriöser EDV-ler ist man gelegentlich leicht angepisst, wenn man PCs reparieren soll, die im selben Geschäft erworben wurden, in dem der Kunde normalerweise Joghurt, Kartoffelchips oder Hundefutter kauft. Beim ersten Testlauf in der Werkstatt ist man sich dann aufgrund der Lautstärke manchmal auch nicht mehr sicher, ob es sich um einen Computer oder doch um einen Staubsauger handelt. Dass die Reparatur eines solchen Gerätes einen erhöhten Stundensatz nach sich zieht, ist eh schon lange Usus.

Jedes Wochenende stecken unzählige Werbeblätter diverser Lebensmitteldiscounter in unserem Briefkasten, wo solche Geräte angeboten werden. Im Normalfall landen die umgehend in der Papiertonne und werden nicht beachtet. Gestern wurde ich aber stutzig. Neben den üblichen „Schnäppchenrechnern“ wird nun scheinbar auch der Musikmarkt in Angriff genommen. Seit heute gibt es bei Norma alles, was der Hobbymusiker braucht. Neben dem E-Gitarren-Set für 149,- Euro oder dem Schlagzeug für 299,- Euro gibt es auch ein Klavier für 1.999,- Euro im Onlineshop. Alle Geräte sind von der Marke „Golden Ton“. Ob es als Dreingabe auch eine Gratispackung „Golden Toast“ gibt, glaube ich aber eher nicht.

*fassungslos*