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Weil sie ihn kennen

Hans Spitzner hat im März schon gewarnt, man müsse Emilia Müller mit einem Direktmandat für die Landtagswahl absichern. Der Einzug über die Liste sei zu gefährlich. Prompt ist sie gestern aus dem Landtag geflogen. Grund ist, weil der Nabburger Otto Zeitler nicht auf seinen Posten verzichten wollte und an seine Karriere noch einmal ein paar Jahre in Landtag anhängen wollte.

Die Altstadt von Nabburg vom Stadteil Venedig aus gesehen

Wie alle CSU-Kandidaten in der Oberpfalz hat er sein Direktmandat gewonnen. Zwei Zahlenvergleiche sollten aber zu denken geben. Sie drücken das ganze politische Ansehen des Otto Zeitler aus. Im Stimmkreis erhielt die CSU 47,7 %, Zeitler aber nur 41,68 %. Noch offensichtlicher ist seine “Beliebtheit” in der Heimatstadt Nabburg. Dort bekam die CSU 50,2 %, Otto Zeitler aber nur 36,2 %. Die Nabburger kennen den Verhinderer eben ein wenig besser und wissen, was der Hinterbänkler die letzten Jahre im Landtag bewirkt hat: herzlich wenig.

Bye, bye Emilia Müller

Seit Emilia Müller vor einem Jahr bayerische Wirtschaftsministerin wurde, hat sie immer wieder betont, wie gut ihre Kontake in die Wirtschaft wären. So wie es aussieht, wird sie die in Zukunft auch dringend brauchen. In unserem Stimmkreis Schwandorf hatte nämlich Dauerblockierer Otto Zeitler als einziger aus der oberpfälzischen CSU-Rentnergarde nicht auf sein Direktmandat verzichten wollen. So mußte die 57jährige sich über die Liste bewerben und ist prompt rausgeflogen. Ihr Ministerium wird sie wohl auch nicht mehr bekommen, weil ich mir kaum vorstellen, dass die FDP auf das Wirtschaftsressort verzichten wird. Man wird sie also vielleicht ausrangieren in der Politik. Na wenigstens hat sie noch ihren Sitz im Verwaltungsrat der BayernLB – obwohl, wie lange wird es die noch geben?

Mobbing in der CSU

In der CSU geht es weiter rund. Wie schon berichtet, verlor Marianne Deml am Wochenende zum zweiten Mal die Wahl zum Landrat gegen Volker Liedtke (SPD). In der Wahl zuvor musste Otto Zeitler aus Nabburg bereits die gleiche Erfahrung machen. Vorher einmal Staatssekretär unter Umweltminister Dr. Peter Gauweiler, ist er nun seit langer Zeit nur noch einfacher Abgeordneter im Bayerischen Landtag. In seiner Heimatgemeinde ist er nur in Kreisen seiner eigenen Partei noch beliebt. Bei der restlichen Bevölkerung gilt er als Blockierer, Verhinderer und Frontenaufreißer, wie der neue Bürgermeister Armin Schärtl schon in einem Zeitungsinterview feststellte. So kommt die CSU-Fraktion im neu gewählten Stadtrat zwar besser davon als im bisherigen, aber mit sechs von zwanzig Stimmen bleibt sie trotzdem weit hinter dem, was man in Bayern sonst so gewohnt ist.

Nun ist es aber nicht so, dass die CSU hier nur Politiker hat, die wenig Erfolge nachweisen können. Mit der Wirtschaftsministerin Emilia Müller kommt eine Frau aus dem Landkreis, die derzeit nach oben strebt. Allerdings hat Frau Müller kein Direktmandat und kam zuletzt über die Liste in den Landtag. Das soll sich jetzt scheinbar ändern. Der Bezirksvorsitzende Hans Spitzner möchte dass Otto Zeitler Platz für Emilia Müller macht. Offizielle Begründung ist die Möglichkeit, Emilia Müller könnte es nicht über die Liste schaffen. Das ist natürlich unwahrscheinlich. Grund dürfte eher die Angst sein, der mittlerweile relativ unbeliebte Otto Zeitler könnte diesmal das Direktmandat nicht gewinnen. Diese Gefahr würde mit einer Kandidatin Müller nicht bestehen.

Dagegen wettert Otto Zeitler jetzt natürlich. Schließlich ist zu erwarten, dass die CSU bei der Landtagswahl bei weitem nicht mehr das Traumergebnis von 2003 erreicht. So wird so mancher aus dem Landtag fliegen, der zuletzt über die Liste reinkam und da könnte ein Herr Zeitler natürlich auch drunter leiden.