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Der Papst und die Kondome

Der Papst und die Kondome
(Klaus Stuttmann)

Die Meinungen und Ansichten der Katholiken Anführer der katholischen Kirche verursachen bei Menschen mit gesundem Menschenverstand mitunter sowieso nur Kopfschütteln. Wenn Joseph Ratzinger jetzt aber erklärt, dass Kondome das Aids-Problem in Afrika noch verschlimmern, sollten schön langsam Zweifel an seiner Zurechnungsfähigkeit erlaubt sein. Das Schlimme an der Sache ist, dass ihm das in Afrika geglaubt wird und er damit die Aufklärungsarbeit der Organisationen kaputt macht. Ich mein, als europäischer Pfarrer ist die Gefahr nicht so groß, sich anzustecken. Schließlich sind die jugendlichen Ministranten meistens gesund und kaum HIV-positiv. Die Lösung des afrikanischen AIDS-Problem aber in “spirituellen und menschlichen Erwachen” zu sehen, ist schon mehr als fahrlässig.

Versöhnung

Ihren Glauben zu leben, dürfte den Mitgliedern der katholischen Kirche wohl in Deutschland nirgends so verleidet werden, wie in der Oberpfalz. Der Diözese Regensburg steht mit Gerhard Müller ein Bischof vor, der sich als so lernresistent erwiesen hat, dass es keinen Vergleich gibt. Abgesehen von den vergraulten Laienhelfer wird ihm vorallem vorgeworfen, dass er sich bis heute nicht in Riekofen hat blicken lassen. Das ist die Gemeinde, in der er einen vorbestraften Kinderschänder als Pfarrer eingesetzt hatte, der sich dort gleich wieder an Ministranten vergriff. Bis heute weist Müller jede Mitschuld von sich, traut sich aber trotzdem nicht zu den Opfern.

Seit drei Tagen bekommt er nun das, was man in Bayern und Österreich als Gnackwatschn bezeichnet. Bayern-Bene Papst Benedikt spricht bei fast jeder Gelegenheit, die sich auf seiner USA-Reise bietet, die Mißbrauchsfälle durch die katholischen Priester in den Staaten an und bedauert diese. Gestern dann der Kniefall. Wofür sich unser Bischof Müller nämlich zu fein ist, das ist dem Oberhaupt der Kirche gerade gut genug. Benedikt hat sich mit den Opfern getroffen und mit ihnen geredet und gebetet. Unter Außschluß der Presse und ohne vorheriges Trara.

Nun tut sich der Papst da sicherlich leichter. Trägt er ja persönlich keine Mitschuld an den Vorfällen, die noch zur Zeit stattfanden, als seine Vorgänger im Amt waren. Trotzdem zeigt diese Geste, wofür die katholische Kirche eigentlich steht. Für Hilfe, Versöhnung und Nächstenliebe. Begriffe, die im Bistum Regensburg leider Fremdwörter sind.