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Warum nicht gleich George W. Bush?

Bei Krusenstern lese ich gerade, dass es Gerüchte gibt, Wladimir Putin solle für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen werden. Zumindest behauptet das Russia Today und beruft sich auf das Centre for Alternative Energy in Zürich. Allerdings ist gar nicht sicher, ob es dieses Zentrum wirklich gibt. Und da Russia Today auch als überaus kremltreu gilt, so wird die Meldung glücklicherweise wohl nur eine Ente sein. Wäre ja auch noch schöner!

Buchtipp: Putins Demokratur

Im Urlaub bin ich endlich mit “Putins Demokratur. Wie der Kreml den Westen das Fürchten lehrt” von Boris Reitschuster fertig geworden.

Zwanzig Jahre nach der Perestroika ist die Demokratie in Russland gescheitert. Wie zu Sowjetzeiten setzt Wladimir Putin auf die “Vertikale der Macht “. Das heißt: auf einen allmächtigen Staatsapparat, nationalistische Parolen, die Manipulation von Medien und auf den Geheimdienst. Die im Kreml herrschende Denkweise a´la KGB, kaum verhüllte Großmachtambitionen und die Abhängigkeit des Westens vom russischen Gas und Öl machen die Atommacht immer mehr zum außen- und energiepolitischen Unsicherheitsfaktor.

Boris Reitschuster lüftet den Propaganda-Vorhang des Kreml und beschreibt die Politik der neuen Herrscher, die Lebenswirklichkeit im heutigen Rußland und dessen Rolle gegenüber der europäischen Staatengemeinschaft.

Reitschuster lebt seit 13 Jahren in Moskau und ist Leiter des dortigen FOCUS-Büros. Das Buch ist zwar nicht gerade leicht zu lesen und fürs deutsche Weltbild alles andere als angenehm. Desöfteren wird einem bewußt, wie falsch Russland teilweise wahrgenommen wird, wenn man sich auf die deutschen Medien verläßt. Man glaubt einfach nur zu leicht, was einem in der Presse vorgekaut wird. Und wenn auch Reitschuster vielleicht manchmal ein wenig überteiben mag und die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt, so muss einem als Europäer da schon Himmelangst vor der Macht im Osten werden. Gerade in der Energiepolitik fahren wir uns derzeit in eine Abhängigkeit, die uns nicht gleichgültig sein darf. Nachvollziehen kann ich jetzt auch, was Krusenstern seinerzeit zu seiner unschmeichelhaften Bezeichnung für unseren Ex-Kanzler Gerhard Schröder bewog.

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