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Wendehalspolitik

Einen Wechsel im Führungsstil bei der CSU sollte es geben, als Günther Beckstein Ministerpräsident wurde. Jetzt muss er nur aufschauen, dass das ihm und der Partei nicht zum Verhängnis wird. Unter Edmund Stoiber hätte sich noch keiner in der Partei getraut, offen gleich wieder die Lockerung eines kürzlich eingeführten Gesetzes zu fordern. Nach dem miserablen Abschneiden bei der Kommunalwahl am Sonntag wollen jetzt ein paar Raucherlobbyisten eine Lockerung des Gesetzes zum Schutz der Nichtraucher. Nun wäre es eigentlich an Günther Beckstein, ein Machtwort zu sprechen. Statt dafür zu sorgen, dass die Partei wieder auf Linie gebracht wird, lässt er es zu, noch mehr den Stempel des führungsschwachen Ministerpräsident abzukriegen. Das heute morgen in der Radiowelt (Podcast) war jedenfalls alles andere als überzeugend.

Bayerische Wirtshauskultur?

Zum Wochenende haben wir unser kleines Lokalblatt im Abo. Einer der Aufmacher auf der heutigen Titelseite: Rauchverbot: Bayerns Wirte blasen zum Gegenangriff. Extra einen eigenen Verein haben die rauchenden Wirte gegründet, den “Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur”. Sicherlich gehört das Wirtshaus in Bayern (und auch anderswo) als fester Bestandteil zur Lebenskultur dazu, aber diese ausgerechnet an der brennenden Zigarette festzumachen, ist schon ein wenig weit hergeholt. Zur richtigen bayerischen Wirtshauskultur gehört eher ein bayerisches Bier nach Reinheitsgebot und nicht der Bierersatz aus norddeutschen oder belgischen Fabriken, die mehr Geld für die Werbung als für die Qualität ihres Produkts ausgeben. Ins bayerische Wirtshaus gehört die Weißwurst oder Leberkas mit Hendlmeiersenf anstelle von Papp-Burger, Döner oder Pommes Frites. Und es gehört Live-Stubnmusi statt MTV in die bayerische Wirtsstube. Aber vom Zigarettenrauch, von dem soll bitte keiner behaupten, dass der zur bayerischen Kultur gehört. Das wäre lächerlich.

Valentin hat heute für den Stern beschrieben, wie das in Irland so mit dem Rauchenverbot gelaufen ist und resümiert, dass sich all die schlimmen Befürchtungen von 2004 nicht bewahrheitet haben. Ich glaube daher, von dieser Kindergartenaktion einiger bayerischer Wirte wird man in ein paar Wochen auch nichts mehr hören, dann haben sich die Gemüter beruhigt und mit der neuen Lage abgefunden. Und irgendwie wäre sonst auch der Vorschlag von O.B. in seinem Kommentar richtig, wenn er zynisch meint: “Bitte unbedingt per Verein auch wieder das Flatrate-Saufen einführen !” Vielleicht hat da ja auch mal einer gemeint, das gehört zur Wirtshauskultur?

Nichtraucherlokale

In Bayern darf man derzeit in den Gasthäusern noch rauchen. Meine Lieblingskneipe hat seit dem 01.06.2007 freiwillig ein Rauchverbot eingeführt und der Wirt hat es bisher keineswegs bereut. Die Nichtraucher freuen sich, weil sie anschließend nicht wie ein Aschenbecher stinken und selbst die Raucher freuen sich teilweise, weil sie nun weniger rauchen. Sie gehen zum Drogenkonsum eben vor die Tür oder ins abgetrennte Raucherkapuff. Geschimpft hat bisher kaum einer.

Und wenn Dreibeins Italiener mal die Dekoration in seinem Lokal überdenken würde, kämen vielleicht auch die Besucher wieder, die er angeblich wegen des Rauchverbots verloren hat.

Kitzbüheler Russen-Quote

Wer schon einmal in der Türkei oder in Ägypten Urlaub gemacht hat, der kennt den hohen Anteil an osteuropäischen Touristen dort und deren teilweise schlimmen Verhaltensweisen. In manchen AI-Hotels in Hurghada liegt der “Russenanteil” bei gut 80%. Wer da an der Trinkfreudigkeit dieses Volkes keinen Spass hat, dem kann da mitunter der Urlaubsspass verdorben werden.

Im (Noch-) Schickimickiort Kitzbühel hat die Direktorin des Tourismusbüros wohl Angst um den guten Ruf Ihres Dorfes und sich in einer schwachen Stunde bei einem Interview mit einem TV-Sender verplappert. In den Hotels gebe es eine “Russen-Quote”. Für den Fall, dass der “Russen-Anteil” in einem Hotel die Zehn-Prozent-Marke übersteige, gebe es eine Empfehlung des Kitzbüheler Hotelvereins, bei Buchungsanfragen höflich, aber bestimmt “Njet” zu sagen.

Damit hat sie natürlich eine Welle der Entrüstung losgetreten und seitdem rudern alle wieder zurück, so gut es geht. Und trotzdem betont man aber, dass eben keine Bevölkerungsgruppe “überhand” nehmen solle. Das hätte man von St. Moritz gelernt, wo sich die Hoteliers über allzu “rauschende” Feste beschwert hätten. Allerdings braucht man auch die russischen Gäste, denn immer mehr deutsche Gäste bleiben ja weg. Mich interessiert ja nur mal, ob es auch eine Deutschen-Höchstquote gibt. 😉

Ich persönlich bin ja ein Fan von Südtirol und vorallem den Dolomiten, denn da gibt es ein Rauchverbot in den Restaurant, was den Spass am Skiwochenende noch viel größer macht. Außerdem haben die da günstigere Preise und mit der Sella Ronda kann kein Skigebiet in Österreich mithalten. – Kommen jetzt die Prügel aus dem Nachbarland? 😀

Mal wieder keinen Arsch in der Hose

Ich bin sauer! Ein paar Monate hatte sich abgezeichnet, dass wohl endlich das längst überfällige Rauchverbot in deutschen Gaststätten kommen würde. Jetzt haben sich viele unsere Politiker scheinbar von den Drogenkartellen wieder umstimmen lassen und einmal mehr bewiesen, dass sie keinen Mumm in den Knochen haben. So wird in Deutschland weiter auf Lungenkrebs als Zukunftschance gesetzt. Wie die “Welt” berichtet haben sich wohl die Drogenabhängigen im Bundestag wieder durchgesetzt und es wird wohl wieder nur Larifariverordnungen ohne wirkliche Auswirkungen geben.

Seht doch lieber mal das Rauchverbot als Chance für die Gastronomie. Wir fahren seit 3 Jahren gezielt im Winter nach Italien zum Skifahren, weil man da am Abend auch noch zum Essen gehen kann ohne anschließend zu stinken wie ein Iltis. Na dann schlaft mal lieber weiter in Euerem Bundestag.