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Die Rückkehr der geplatzten Elkos

Eigentlich dachte ich, das Problem mit den minderwertigen Elkos in PCs würde der Vergangenheit angehören. Doch jetzt hab ich wieder Elkos mit verdächtiger Wöllbung. Auf der Hauptplatine eines Fujitsu Siemens Esprimo P2511 habe ich gleich drei Stück entdeckt.

Und so wunderts nicht weiter, dass der PC ständig abstürzt oder gar nicht hochfährt. Zwar besteht für den Rechner eine Garantieerweiterung auf 3 Jahre mit 48h vor Ort Service, doch wenn das Ersatzteil nicht lieferbar ist, bringt der Service nicht viel. Bezeichnend auch, dass das Systemhaus gleich wusste, was defekt ist, als wir den Fehler meldeten. Wird wohl mal wieder nicht der einzige defekte PC sein.

Wie man seinen guten Namen zerstört

Wenn ich ehrlich bin, wußte ich bis vor ein paar Tagen gar nicht, dass Nokia in Deutschland produziert. Nach dem zwielichtigen Verkauf von Siemens an BenQ und der folgenden Pleite meinte ich, der letzte Hersteller von Mobiltelefonen hätte Deutschland den Rücken gekehrt. Handys von Nokia hatte ich bisher ausschließlich mit Finnland verbunden. Um so überraschender ist es, dass Nokia jetzt den gleichen Fehler macht, wie einst Siemens und BenQ. Vorallem der relativ gute Name von BenQ war nach der angesteuerten und geplanten Insolvenz von einem Tag auf den anderen beim Teufel und dürfte wohl auf Jahre in Deutschland verbrannt sein. Monitore von BenQ habe ich seither weit weniger verkauft, als vor der Pleite der Handysparte. Die Kunden erinnern sich schon nachhaltig an so etwas.

Ähnliches könnte und wird hoffentlich jetzt auch Nokia blühen. Knall auf Fall wird verkündet, das Werk in Bochum werde dicht gemacht und 4500 Mitarbeiter entlassen. Dafür geht man ins angeblich billigere Rumänien (immerhin EU). Während Nullchecker Michael Glos von der Kehrseite der Globalisierung spricht (gibt es für den Normalbürger auch eine schöne Seite?), verkündet Edmund Stoiber einen handfesten Skandal. Normalerweise mache ich meine Kaufentscheidungen immer von solchen Firmenentscheidungen abhängig. So ist die Firma Allianz seit Herrn Ackermann tabu für mich. Bei Nokia steckt der mündige Kunde indes in einem Dilemma: Welche alternativen Mobiltelefonhersteller gibt es, wo man durch den Kauf deutsche Arbeitsplätze unterstützen möchte? Wahrscheinlich keine mehr, oder?

Nachtrag: Beim BR gibt es ein Statement vom Konsumforscher Peter Weinberg zu hören.

Produktionsstandort Deutschland

Wenn man an PCs denkt, verbindet man die Herstellung automatisch mit Ländern wie Taiwan, China oder Singapur. Aus den USA kommt dann vielleicht noch die eine oder andere CPU dazu. Wenn auf einem PC “Made in Germany” steht, dann geht man im Normalfall davon aus, dass Bauteile aus Fernost in Rumänien zusammengeschraubt werden und dann in Deutschland vielleicht noch ein Lüfter dazugesteckt wird. Gestern war ich auf einer Kundenveranstaltung (bin eigentlich gar kein Kunde) von Fujitsu Siemens Computer und wurde eines Besserem belehrt.

Siemens Visits

Auf der Visits in Augsburg waren schätzungsweise 2000 Kunden und Wiederverkäufer, denen die Produkte von FSC näher gebracht wurden. Ob Home Entertainment, Workstations, Server oder Zubehör – es gab alles zu sehen. Für den Großteil der Besucher stand zwar eher “all you can eat” im Vordergrund, wer sich aber interessierte, bekam sehr viel Infos. Bei einer 50-minütigen Führung durch die Produktionshallen, bekam man vor Augen geführt, dass es auch heute noch möglich ist, in Deutschland zu produzieren und nicht nur zu assemblieren. Am Standort Augsburg werden nämlich in acht Produktionslinien auch noch die Motherborads aller PCs und Server selbst produziert. In den anderen Hallen wurden dann Business-PCs und Server gebaut.

Bisher waren wir bei uns fast ausschließlich auf HP fixiert. Wenn man aber Arbeitsplätze in Deutschland erhalten möchte, dürfte man bei FSC wesentlich besser aufgehoben sein, als bei Dell oder HP. So werde ich zumindest mal entsprechende FSC-Hardware ins Haus holen und ausgiebig testen, ob sie auch technisch geeignet sind. Preislich mithalten können sie zumindest.