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Alle Links zu sueddeutsche.de entfernt

Auf sueddeutsche.de kann man ohne deaktivierten Ad-Blocker leider keine Inhalte mehr ansehen. Gleichzeitig schiebt man den Besuchern aber jede Menge Tracker aus dubiosen Domains unter. Aus Gründen der Sicherheit besuche die SZ daher nicht mehr und möchte dies auch meinen Besuchern nicht zumuten. Ich sah mich daher gezwungen alle Links in meinen Beträgen zu entfernen, die zur SZ gingen, obwohl ich das Blatt an sich sehr schätze. Aber Sicherheit geht einfach vor.

Der StoiBär in Lummaland

Oje, ich habs in die SZ geschafft. In dem Beitrag geht es über die Webauftritte der Parteien, die fehlende politische Vernetzung und warum die Amis mal wieder ein Vorbild sind. Unter anderem schreibt Tobias Moorstedt:

Das mag daran liegen, dass in Deutschland die Lebensläufe und DSL-Leitungen nicht ganz so verschlungen sind wie in anderen Hightech-Nationen. Oder daran, dass der techno-politische Bodensatz einer engagierten Blogosphäre trotz netzpolitik.org und carta.info hierzulande weiterhin fehlt (unter den Top-Ten der deutschen Politik-Blogs finden sich tatsächlich Seiten mit Namen wie StoiBär, Lummaland und Weissgarnix). Vielleicht sind die Amerikaner einfach besser für das Zeitalter der digitalen Demokratie gerüstet als die aufgeklärten Mittelschichts-Ironiker der BRD.

Ich mein, ich habe mich noch nie als den tollen Politikblogger gesehen. Dieses Zitat zeigt eher, wie mangelhaft die Hitlisten sind. Vermutlich nimmt Tobias Moorstedt das Politikranking von Wikio als Referenz. Das ist ein Newsdienst, den ich schon lange mit einem Grinsen beobachte. Ich habe mich dort nie selbst angemeldet, im Gegenteil. Anfangs sah ich die als Contentklauer an, nachdem aber immer wieder Besucher von dort kamen, habe ich auf Gegenmaßnahmen verzichtet. Sieht man sich aber an, wie Wikio die Platzierungen errechnet, ist es weiter kein Wunder, dass ich in den Top10 stehe:

Die Position eines Blogs im Wikio-Ranking hängt von der Anzahl und dem Gewicht der Links ab, die von anderen Blogs eingehen.

Es werden ausschliesslich im Résumé des RSS-Feeds enthaltene Links berücksichtigt. Links aus Blogrolls werden beim Ranking nicht berücksichtigt und der Wert der Links nimmt mit der Zeit ab. Auf diese Weise möchten wir ein Ranking erstellen, das so repräsentativ wie möglich aktuelle Blogs und Entwicklungen aufzeigt. Das Ranking wird jeden Monat aktualisiert.

Das Gewicht eines Links hängt vom Ranking des verlinkenden Blogs ab. Bei unserem Algorithmus hat ein Link, der von einem Top-Blog im Rankig ausgeht, mehr Gewicht als eine Link von einem schlechter gewerteten Blog.

Die drei erwähnten Blogs sind gut verlinkt und wenn wir „aufgeklärten Mittelschichts-Ironiker“ vor diversen Abgeordneten unserer tollen Parteien stehen, dann zeigt das doch nur, dass die Blogszene eine politikereinheitsbreifreie Zone bleiben möchte. Warum sollten wir auf Seiten von etablierten Politikern gehen, deren Ergüsse wir doch sowieso ständig im Fernsehen ertragen müssen?

via Perlentaucher

Oberflächlichkeit und Ignoranz

Liegt man mit lädiertem Sprunggelenk auf der Couch, stellt man schnell fest, dass tagsüber im Fernsehen nur die Zuschauer bedient werden, die nicht unverschuldet Hartz IV empfangen. Da hat man dann umso mehr Zeit, sich den Onlineangeboten der großen Tageszeitungen zu widmen. Recht lange findet man daran allerdings auch kein Gefallen. Beispielhaft möchte ich nur zwei Artikel der Süddeutschen Zeitung von heute nennen.

In „Es muss nicht immer Bali sein“ werden andere indonesische Inseln vorgestellt. Ein paar Sätze zu den Tempeln und Vulkanen auf Java, eine Insel, die rund 800 Kilometer lang ist. 90 Wörter zu Lombok, das ungefähr so groß ist wie Bali und wo man locker zwei Wochen verbringen kann (und die nicht nur faul am Stand). Dazu eine Klickstrecke mit den miserabelsten Fotos, die man wohl finden kann. Ich nehme mal an, der Artikel wurde nur eingestellt, damit man die Werbekunden bedienen und ihre Reiseanzeigen einblenden kann.

Zum anderen ist heute die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes ein Thema. Der Geflügelbauer Georg Heitlinger hat dabei gegen die CMA, den Marketingverband der deutschen Agrarwirtschaft geklagt, weil die eine Zwangsabgabe von den Bauern erhebt.

Ein Landwirt, der Bauer Georg Heitlinger aus dem baden-württembergischen Eppingen, hat sich ziemlich öffentlich mit dem mächtigen Marketingverband angelegt. Auf einer Internetseite macht er Stimmung gegen die CMA

Jetzt würde den Leser vielleicht auch noch interessieren, was die genauen Beweggründe Georg Heitlingers waren. Was liegt da näher, als einen Link auf die erwähnte Internetseite zu setzen. Nicht so bei der SZ, wo man den Leser lieber zur nächsten Suchmaschine schickt. Aber so ist es scheinbar, wenn Zugriffszahlen wichtiger als Qualität ist. (Besser macht es übrigens heute mal wieder Die Zeit. Die ist zwar wie immer ein wenig später dran, dafür ist der Beitrag dann aber auch fundierter.)

Wären da nicht solche geniale Kommentare eines Heribert Prantl, die Süddeutsche wäre bei mir schon lange aus dem Feedreader geflogen.

Die Arroganz der Süddeutschen Zeitung

Man kann zum Blogverkauf von Basic Thinking stehen, wie man möchte. Ein gewisses Interesse hat die Versteigerung bei vielen geweckt. Robert Basic tingelte durch alle Medien, die ihn haben wollten und in so manchem wichtigen klassischen Medium, sprich Onlinepräsenz von Zeitung war etwas zu lesen. Was macht aber den Unterschied zwischen meinetwegen einer Zeit und einer Süddeutschen Zeitung aus? Während sich erstere herabläßt, auch ein Interview mit dem Verkäufer zu führen und dabei die betreffende Seite im Bericht dann auch zu verlinken (es wird ja auch Leute geben, die mit der Bloggerei nicht so viel anfangen können), bringt die SZ drei Beiträge, in denen sie es gerade einmal schafft, den Leser auf die Seite zu führen, um die es geht. Im heutigen „Abschlußbericht“ gab es nicht einmal den richtigen Namen des Blogs, sondern nur eine Nennung des Domainnamens ohne Link dahinter. Aber was will man schon verlangen von einer Zeitung, die Kommentare nur zu Bürozeiten zuläßt? Nein, wie das mit dem Internet heutzutage funktioniert, müssen sie noch lernen bei der SZ. Mit Bilderklickstrecken, zum künstlichen erzeugen von Hits, ist es nämlich nicht getan.

Qualitätsjournalismus

Gestern der große Aufmacher bei der SZ:

China weist alle ausländischen Studenten aus

Im Juli und August müssen mehrere zehntausend ausländische Studenten China verlassen. Selbst wer im nächsten Semester weiter studiert, dürfe während der Olympischen Spiele nicht im Land bleiben, sagt eine Sprecherin der Peking Universität. Es betreffe alle chinesischen Universitäten.

Heute musste man diesen Beitrag berichtigen und so steht da jetzt zu lesen

Verwirrung um Ausweisung von Auslandsstudenten

Um die Situation für ausländische Studenten in China während der Olympischen Spiele in Peking gibt es Verwirrung. Das Außenministerium in Peking konnte Angaben von zwei Universitäten in der chinesischen Hauptstadt nicht bestätigen, wonach die Studenten im Juli und August nicht bleiben könnten.

Ich muss zugeben, ich wollte auch schon fast mit einem Beitrag drauf einsteigen, verläßt man sich doch gerne auf die Seriösität von SZ oder SpOn. Dort, bei den „Qualitätsmedien“, wirft man den Bloggern doch immer wieder vor, dass sie zu schlecht recherchieren oder zu subjektiv schreiben. Was bitte ist das denn? Ein paar mehr Gedanken dazu von Dieter im China-Watchblog.

Bitte die Kirche im Dorf lassen

Dass ich das Rauchverbot in Gaststätten gut finde, habe ich ja schon ausgiebig kund getan. Was die Süddeutsche da heute aber veranstaltet kann ich nicht recht nachvollziehen. Da wird über Besterbundeskanzlerallerzeiten Helmut Schmidt ein Artikel mit Abstimmung geschrieben, weil es sich nicht an das Rauchverbot gehalten hat. Klar ist er damit nicht das Vorbild, das man sich wünscht und vielleicht muss er deswegen auch ein paar Euro Bußgeld zahlen. Aber was soll das bitte auf der Homepage der SZ? Steigt man jetzt groß ins Denunziatengeschäft ein? Finden wir nächste Woche ein Foto von Helmut Kohl beim Falschparken und eine Abstimmung dazu, ob das ehemaligen Kanzlern erlaubt werden soll?

Unterflieger 2007

Gerade eben verkauft und ständig am beweisen, dass sie keinen rechten Durchblick im Internet hat, hat die Süddeutsche Zeitung eine Liste der „Unterflieger 2007“ präsentiert. Immerhin haben die Redakteuere scheinbar ein paar Blogs gelesen und davon gehört, dass nur noch von StudiVZ schlechter als Windows Vista ankommt. Offensichtlich wurde die Liste noch kurz vor Schluß umgestellt, sonst wären wohl die Links hinter dem jeweiligen „Zurück-Button“ nicht falsch. Kann denen eigentlich generell mal irgenein Student eine anständige Navigation für die Webseite programmieren?

Kein Ponyhof

Wie soll diese Zeitung je Anschluß an das Informationszeitalter gewinnen?

SZ: Herr Volkmer, Sie sind zu einer Art Samariter für die Geschmähten im Web geworden. Warum sorgen Sie sich so um den guten Ruf Ihrer Mitmenschen?

Volkmer: Ich bin selber ein Opfer. Ich habe erlebt, was Rufschädigung für mein Unternehmen bedeutet.

SZ: Was ist denn passiert?

Volkmer: Jemand hat vor ein paar Jahren einmal sehr schlecht über mich und meine Firma in Internetforen geschrieben. Dabei wurden auch offen Namen erwähnt. Die falschen Behauptungen wurden von Kunden gegoogelt, bei denen wir uns um Aufträge bemühten – und wir bekamen die Aufträge nicht.

SZ: Gegoogelt?

Quelle: SZ via Spreeblick

Bankrotterklärung der Süddeutschen Zeitung

Die Süddeutsche Zeitung hat ja hier und hier schon bewiesen, dass sie die Funktion des Web 2.0 noch nicht recht kapiert hat. Jetzt legen die Macher nochmal nach und führen Öffnungzeiten Bürozeiten auf Ihre Homepage ein. Da darf man neuerdings nämlich nur noch zu Redaktionszeiten kommentieren und unter jedem Artikel gibt es daher folgendes zu lesen:

Wir wollen die Qualität der Nutzerdiskussionen stärker moderieren. Bitte haben Sie deshalb Verständnis, dass wir die Kommentare ab 19 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages einfrieren. In dieser Zeit können keine Kommentare geschrieben werden. Dieser „Freeze“ gilt auch für Wochenenden (Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr) und für Feiertage.

Das geschieht wohl aus Angst vor pösen Purchen, die da übelgelaunt über so manchen Mist in den Berichten schimpfen könnten. Jetzt ist es ja nicht so, dass man vorher einfach kommentieren durfte. Nein, bei der SZ mußte man sich vorher schon registrieren um überhaupt seinen Senf abgeben zu dürfen. Statt also ein paar Hilfskräfte hinzusetzen, die Kommentare unter der Gürtellinie rauslöschen, geht man lieber den mittelalterlichen Weg. Und wie es bei so einem Verhalten natürlich absehbar war, rufen jetzt die Stammleser zum Boykott auf.

via Stefan Niggemeier und Thomas Klotz