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Neun Finger für Tibet

Im Chat letzten Mittwoch wurde die Aktion schon angesprochen, heute möchte ich sie Euch vorstellen. Politischer Protest ist den Sportlern bei Olympia verboten. Marc Strotmann, der Kreativchef einer Münchner Werbeagentur, kam nun auf die Idee, wie die Sportler trotzdem ihre Solidarität zeigen können, ohne Represalien durch das IOC befürchten zu müssen. Und so einfach geht es:

Einfach beide Hände hoch halten. Daumen der rechten Hand einklappen. Das steht für die vier Buchstaben FREE. Die fünf Finger der anderen Hand stehen für TIBET.

Mehr Infos bei 9fingersfortibet.com.

Nachtrag: Marc Strotmann hat die Domain aufgegeben. Sie wurde von einem Domaingrabber übernommen.

Bei Jochen Gottwald gibt es dazu übrigens die passenden Shirts aus fairer und biologischer Produktion. 50% des Reinerlöses pro Shirt gehen an die TIBETER FAMILIEN HILFE.

Tibet, China, Olympiaboykott?

Spätestens seitdem Brad Pitt in Sieben Jahre in Tibet den Österreicher Heinrich Harrer gespielt hat, weiß jeder, dass Tibet 1950 von China überfallen wurde und seitdem die Militärherrschaft ertragen muss. Die Diktatoren in Peking sehen das natürlich anders und unterdrücken das Bergvolk seit fünf Jahrzehnten.

Dieses Jahr sollen also die Olympischen Spiele in Peking stattfinden und für die Machthaber in China ist das die große Chance, positive Anerkennung in der Welt zu erlangen. Schließlich bringt man das Land in der westlichen Welt derzeit hauptsächlich mit Gewalt, Unterdrückung, Todesstrafe, Produktpiraterie und Billiglohn in Verbindung. Dass man den Chinesen die Spiele gibt, war für mich von Anfang an eine Fehlentscheidung. Die Hoffnung, dass Olympia dem Land oder der Bevölkerung mehr Freiheit und Menschenrechte bringt, wird sich als Trugschluß erweisen. Die brutale Härte des Militärs gegen die Demonstranten in Lhasa zeigt einmal mehr, dass sich die chinesischen Machthaber um die Anliegen der demokratischen Welt nichts scheren. Stattdessen werden die Ausländer ausgewiesen, das Internet weiter zensiert und Demonstranten ermordet. Und um ja den Protesten während den Spielen keine Chance zu geben, ist auch bereits eine Zeitverzögerung bei der Ausstrahlung der Sportwettkämpfe beschlossen.

Ich denke, was derzeit in Tibet abgeht, wird nur der Anfang sein. Bis die Spiele wirklich starten, werden noch mehr Menschenrechtsgruppen Proteste starten. Konfliktpotential gibt es in dem Land auch anderswo genug. Auch wenn der Querdenker anderer Meinung ist, ich bin der Meinung, man muss einen Olympiaboykott offen diskutieren. Zwar sehe ich wenig Chancen, dass es soweit kommen wird, denn zu groß sind die Verstrickungen der Wirtschaft mit China und die Spiele selbst ein zu großes Kommerzspektakel. Keiner in den Geschäftsetagen möchte seinen Profit gefährden, nur um wirklich etwas für die Menschenrechte zu tun. Da bleibt man lieber beim erhoben Zeigefinger mit einem energischen „DuDuDu“. Da ist die Bevölkerung bei uns beruhigt und die Machthaber in China wissen, dass das nur alibimäßg für die Presse gemeint ist.

Weitere Blogbeiträge zu dem Thema:

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Off the record
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Telagon