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Die spinnen die Franken!

Dem Oberpfälzer wird ja gemeinhin nachgesagt, dass er eher zur Gattung Frankenhasser gehöre. Ich persönlich toleriere so manche Randgruppe und habe daher auch nichts gegen Franken. Ja, ich oute mich sogar einmal mehr als Fan vom Glubb! Wenn ich mir aber so die aktuellen Bauvorhaben mancher fränkischer Gemeinden ansehe, bin ich schon am überlegen, ob ich nicht lieber die Separationsbestrebungen der Franken aktiver unterstützen soll.

Über das Plastikhenge in Wunsiedel habe ich schon einmal geschrieben. Bei der Sennerin muss ich leider gerade lesen, dass der Stadtrat von Wunsiedel wohl tatsächlich dafür gestimmt hat, dass der Unternehmer Kai Hammerschmidt seine Plastikteile aufstellen darf.

Dass es noch viel schlimmer geht, will aber gerade der Stadtrat von Wassertrüdingen beweisen. Der will dem Hamburger Unternehmer Harry Vossberg genehmigen, eine 55 Meter hohe Jesus-Statue aufzustellen. In Bad Reichenhall sollte die Statue zuerst stehen. Dort wollte aber niemand den Gipfel des Predigtstuhl verschandeln und so soll jetzt Wassertrüdingen zur Rio-Kopie werden. Mehr zum Thema auch im Frankenblog.

Man kann nur den Kopf schütteln!

Wunhenge = Plastikhenge in Wunsiedel

Seit drei Tagen ringe ich um Fassung. Da habe ich nämlich bei der Sennerin gelesen, was der Unternehmer Kai Hammerschmidt in Wunsiedel machen möchte. Dachte ich zuerst noch, die Sennerin macht eine Satire, mußte ich schnell feststellen, dass es bitterernst ist.

Ein keltisches Dorf, ein Druidenwald, ein Hügelgrab und das mitten an der B 303 in der Nähe der Luisenburg? Wenn es nach dem Unternehmer Kai Hammerschmidt geht, soll bis spätestens Mitte 2010 dort ein oberfränkisches Stonehenge entstehen.

Mit künstlichen Pflanzen, Bäumen und Felsen haben der Wunsiedler Unternehmer und sein Geschäftspartner Klaus Gohl bereits Erfahrung. Ob in der Therme Obernsees, in der Dominikanischen Republik oder im Zoo von Wuppertal: überall sind ihre Kunstfelsen gefragte Elemente, um Landschaften zu gestalten. Nun also das Fichtelgebirge.

Für alle, die Wunsiedel nur von den Neonaziaufmärschen her kennen: Die Stadt liegt im Fichtelgebirge und ihre Luisenburg-Festspiele sowie das Felsenlabyrinth sind beliebte Ausflugsziele. Die ganze Gegend ist durch Granit geprägt, überall sieht man immer wieder große Blöcke, die frei aus Wald und Berggipfel ragen. Was soll also Wunhenge, eine Nachbildung von Stonehenge aus Kunstfelsen, wenn ich schon ein echtes Felsenlabyrinth habe?

Dass ein Unternehmer sein Produkt publikumswirksam präsentieren möchte, ist vielleicht noch verständlich. Als positives Beispiel kann man da den Teichfolienhersteller Naturagart nennen, der in Ibbenbüren einen künstlichen Tauchsee baute. Was aber Plastikfelsen in einer Gegend zu suchen haben, die durch echte Granitfindlinge geprägt ist, ist mir schleierhaft. Wie gesagt, den Unternehmer kann ich vielleicht noch verstehen. Wenn aber der Stadtrat beim Projekt Wunhenge mitziehen möchte, kann ich nur den Kopf schütteln. Wie war das nochmal mit den Schildbürgern?