Tibet, China, Olympiaboykott?

Spätestens seitdem Brad Pitt in Sieben Jahre in Tibet den Österreicher Heinrich Harrer gespielt hat, weiß jeder, dass Tibet 1950 von China überfallen wurde und seitdem die Militärherrschaft ertragen muss. Die Diktatoren in Peking sehen das natürlich anders und unterdrücken das Bergvolk seit fünf Jahrzehnten.

Dieses Jahr sollen also die Olympischen Spiele in Peking stattfinden und für die Machthaber in China ist das die große Chance, positive Anerkennung in der Welt zu erlangen. Schließlich bringt man das Land in der westlichen Welt derzeit hauptsächlich mit Gewalt, Unterdrückung, Todesstrafe, Produktpiraterie und Billiglohn in Verbindung. Dass man den Chinesen die Spiele gibt, war für mich von Anfang an eine Fehlentscheidung. Die Hoffnung, dass Olympia dem Land oder der Bevölkerung mehr Freiheit und Menschenrechte bringt, wird sich als Trugschluß erweisen. Die brutale Härte des Militärs gegen die Demonstranten in Lhasa zeigt einmal mehr, dass sich die chinesischen Machthaber um die Anliegen der demokratischen Welt nichts scheren. Stattdessen werden die Ausländer ausgewiesen, das Internet weiter zensiert und Demonstranten ermordet. Und um ja den Protesten während den Spielen keine Chance zu geben, ist auch bereits eine Zeitverzögerung bei der Ausstrahlung der Sportwettkämpfe beschlossen.

Ich denke, was derzeit in Tibet abgeht, wird nur der Anfang sein. Bis die Spiele wirklich starten, werden noch mehr Menschenrechtsgruppen Proteste starten. Konfliktpotential gibt es in dem Land auch anderswo genug. Auch wenn der Querdenker anderer Meinung ist, ich bin der Meinung, man muss einen Olympiaboykott offen diskutieren. Zwar sehe ich wenig Chancen, dass es soweit kommen wird, denn zu groß sind die Verstrickungen der Wirtschaft mit China und die Spiele selbst ein zu großes Kommerzspektakel. Keiner in den Geschäftsetagen möchte seinen Profit gefährden, nur um wirklich etwas für die Menschenrechte zu tun. Da bleibt man lieber beim erhoben Zeigefinger mit einem energischen „DuDuDu“. Da ist die Bevölkerung bei uns beruhigt und die Machthaber in China wissen, dass das nur alibimäßg für die Presse gemeint ist.

Weitere Blogbeiträge zu dem Thema:

NewsHQ
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Schulte-Web
Telagon

26 Gedanken zu „Tibet, China, Olympiaboykott?“

  1. Man müsste jetzt nicht darüber diskutieren, wenn das Olympische Kommitee etwas mehr Weitsicht bewiesen hätte und sich nicht hätte von chinesischen Schleimern einwickeln lassen. Wo war damals der Aufschrei der Entrüstung? 😉

  2. da bei solchen Boykotts niemals wirklich alle mitmachen und dies diejenigen, die mitmachen würden, wissen, machen die auch nicht mit, weil sie sonst die Deppen sind.
    (Na das ist mal ein Satz, sorry hierfür…)

    Aber gut fände ich es trotzdem!

  3. Wo sind denn die „DEMOKRATEN“ dieser Welt??? Es sind doch nur Möche…, gibt es dort Öl??? Nein es geht nur um Menschenrechte…
    Ja zum Olymoiaboykott!!!
    Nein zu einem Land in dem Menschenrechte mit Füssen getreten werden.

    Ciao

  4. Öhm, ich mag nicht unken, aber ich tu’s trotzdem… wieviele Leute haben Sieben Jahre in Tibet weltweit gesehen? Ich hab ihn übrigens auch gesehen, aber nur dunkel in Erinnerung und den Fakt nicht mehr in Erinnerung.

  5. Ich denke mal, den Leuten, die hier mitlesen ist die Lage in Tibet sowieso schon bekannt. Mit der Erwähnung des Film meinte ich nur, dass sogar manchem Konsumenten vom Unterschichten-TV das Thema näher gebracht wurde.

  6. Pingback: Olympiaboykott
  7. Wie hat Herr Norbert Barthle, sportpolitischer Berichterstatter im Haushaltsausschuss des Bundestags, in SpOn gesagt: […]“Wenn wir Druck ausüben wollen, haben wir politische Mittel. Der Sport hingegen kann die Welt nicht verändern.”[…]

    Dann kann ja nichts mehr schief gehen. Kein Öl, keine Hilfe ! Keine Bodenschätze, keine Hilfe.

    Arme Welt….

  8. Wenn die Funktionäre die Olympischen Spiele unbedingt auf Teufel komm raus durchziehen müssen (Scheiß auf Menschenrechte), dann ist es nun am Einzelnen, seine Meinung zu den Ereignissen kund zu tun. Ich habe hier bereits zum Zuschauerboykott aufgerufen (Link). Mal sehn, vielleicht macht doch jemand mit.

    VG,
    Torsten

  9. Ich find es zum kotzen wenn sich der Olympia-Verband jetzt hinstellt und sagt die Spiele seien unpolitisch… aber naja konsequent, denn 1934 waren die Spiele auch im 3.Reich und was wir aus so einem ignoranten Verhalten geschieht, wissen wir ja alle, aber was lernen wir daraus… nix!!! Wenn ein Land seit Generationen die Menschenrechte nicht achtet, sollte es mit dieser Auszeichnung die Spiele durchzuführen nicht noch belohnt werden.

  10. Ein Olympiaboykott ist das Minimum was nun getan werden sollte. Mit et was Rückgrat würde man auch wirtschaftliche Sanktionen überlegen. Zumindest sollte man diesem Staat, der die Menschenrechte mit Füssen tritt, die ENTWICKLUNGSHILFE streichen (kaum vorstellbar, dass die noch nach China fließt). Wenn nicht passiert, werden die Zahlen der Opfer die der des Massakers am „Platz des Himmlischen Frieden“ um das 10fache oder mehr überschreiten. Wir tragen alle ein Stück Mitverantwortung.

  11. Pingback: Beijing 2008 » Beitrag » Pink Püppi
  12. Schön einige Gleichgesinnte zu finden. ist doch wirklich zum kotzen. Wenn’s darum geht was zu tun… „sollte man Sport nicht politisieren“… aber kommerzialisieren!!
    Da ja die Wirtschaft bekannterweise keinen Einfluss auf die Politik hat, ist es ja nur in Ordnung die Olympiade durchzuziehen. Geldsegen für ein Regime, das nicht nur in Tibet Menschenrechte missachtet…
    Nur ein kleiner Kommentar nebenbei… die Arbeitsbedingungen vieler Arbeiter die unsere 1,- Euro Ware herstellen sind sehr oft auch menschenunwürdig und kommen auch aus diesem Land. Vielleicht nicht nur Olympiaboykott sondern Konsumboykott!!- Den kann jeder jeden Tag aktiv steuern!! Nur ein Vorschlag

  13. Wir alle sind Tibet!

    Boykotieren sollten wir aus Protest vielleicht alle Produkte mit „Made in China“, ja das macht Sinn. Aber die Olympischen Spiele zu boykottieren hilft leider niemanden und schadet auch den vielen Junge Atlethen, die sich seit Jahren mit Hingabe und Leidenschaft darauf vorbereiten. Im Gegenteil, man sollte die Plattform der Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit der olympischen Spiele in Peking eher noch dazu nutzen um China zu zeigen, daß wir alle Tibet sind, daß ein Schlag ins Gesicht des Dalai Lama auch ein Faustschlag in unser Gesicht ist. Statt einem Boykott sollten lieber alle Atlethen mit Trauerflor oder tibetischer Fahne oder Symbolen der Tibetaner während der ganzen Spiele auftreten. Angefangen vom Einmarsch bei der Eröffnung, bei den Wettbewerben, Siegerehrungen und Interviews sowie bei der Abschlußfeier. Gemeisamer, solidarischer stiller Protest aller Olympiateilnehmer ist die absolut größte und schärfste Botschaft, die wir der Verachtung menschlichen Lebens und freiem Willens in China entgegensetzen können.
    Neben dem stillen privatem wirtschaftlichen Boykott jedes einzelnen. Besser wenige teure Produkte kaufen, als viel und billig mit dem Label „Made in China“. Das sind die stillen, friedlichen aber dauerhaft effektivsten Waffen, die wir der Gewalt der Chinesischen Machthaber entgegensetzen können. Auch hier im privat und geschäftsleben sollten wir chinesichen Freunden und Geschäftspartnern mit einem Tibetanischen Fähnchen oder einem Trauerflor begegnen. – Es ist nicht der Wassertropfen selbst, der den Stein höhlt, sondern das ständige unaufhörliche Tropfen…

  14. Ich habe um die Meinungen der Leute zu einem Boykott der olympischen Spiele auszuwerten, eine Webseite mit einer kleinen Umfrage dazu aufgesetzt. Erreichbar ist das ganz unter http://www.boycottolympia.com. Am Ende der bis jetzt unbegrenzten Umfragelaufzeit wird das Ergbins veröffentlicht. Die Umfrage ist bewusst einfach gehalten, damit die Teilnehmer nicht abgeschreckt werden diese auszufüllen. Ein Trend ist auch nach knapp einem Tag online zu erkennen – wird aber nicht verraten 😉

  15. viel beeindruckender fände ich, wenn die teilnehmenden sportler und funktionäre ihre teilnahme an der olympiade nutzen würden, um gleichzeitg (z.b. aufdruck auf wettkampfkleidung – free tibet oder was auch immer) , während der wettkämpfe und der tv-übertragungen ihre haltung zu dem vorgehen chinas kund zu tun.

  16. Wie ignorant und/oder politisch dumm sind unsere einheimischen „Führer aus Wirtschaft und Politik“. Oder benehmen sie sich nur so? Eines ist heute schon klar: „Peking 2008“ wird von der großen Mehrheit der westlichen Völker boykotiert werden. Zu Recht. Dem ungesühnten Blutbad auf dem Platz des himmlischen Friedens wird kein ungestraftes Blutbad auf dem Dach der Welt folgen. Die chinesische Führung hat ihr Dilemma schnell begriffen – wie sie auch handelt, es wird nichts nützen. Das „Politische“ lässt sich nicht aussitzen. Am Ende könnte tatsächlich für Tibet eine substantielle Verbesserung stehen. Voraussetzung: Die Bereitschaft zum Boykott der Spiele müsste vom Westen glaubwürdig und nachdrücklich dargestellt werden; je früher, je besser.

  17. Im Prinzip ist es ganz einfach: Entweder sind wir in aller Welt korrupt oder die Olympia wird boykotiert! Hm, ja genau, viele Firmen haben nach China exportiert. Billig is es da. Die brauchen ja nicht so viel wie wir. Anspruchlose Arbeiter. Aufm Land brauchen die nicht mal Strom und Wasser. Das ist praktisch. Sollte man bei uns auch einführen. Da sollte man nichts gegen Olympia sagen, sonst werden vielleicht diese Firmen auch boykotiert.

    Und, was ist mit den 40 Millionen die wir den Armen jedes Jahr überweisen?! Ein Land das Rekord um Rekord bei den Einnahmen einfährt.

    Ach ja, die vielen Atheleten die jahrelang trainiert haben, habe ich ganz vergessen, was sind schon ein paar Tote für jahrelanges hartes Trainig?! Und ich meine nicht nur die Toten in Tibet, sondern auch die vielen Hunderttausende Vermisste im eigenen Land – ach, dass interessiert doch kein Schwein. Schließlich kann man in China fett Kohle machen.

    Nix für ungut
    Georg W. Bush

  18. Einen Wirtschaftsboykott, den können wir beeinflussen, jeder für sich; Einen Olympiaboykott wohl eher nicht…

    Also: … boykottiert „Made in China“ soweit es Möglich ist!
    LG Zettine

  19. Man sollte nicht nur über einen Boykott von Made in China nachdenken.Sondern darüber die Produkte der Sponsoren nicht mehr zu kaufen,bzw. diese zu boykottieren -dauerhaft.Ich finde man sollte diesen Gedanken viel stärker öffentlich publik machen und zwar so, dass man von diesen „Olympischen Wohltätern“ rechtlich nicht angreifbar ist.Die Hersteller von coffeinhaltiger Brause und alle Anderen würden dann sehr schnell merken dass dieser menschenverachtende Zynismus an die eigene Kasse geht. Das ist glaube ich der einzige Weg,denn über Moral und Ethik braucht man mit solchen Konzernen nicht ernsthaft debattieren.Ich werde das tun, nur wird das leider nicht viel helfen. Dazu müssten Organisationen mitmachen,die auch eine Öffentlichtkeitswirkung haben.Amnesty vielleicht oder die Grünen falls sie ausserhalb der Koalitionsverhandlungen mit der CDU Zeit haben.Aber man soll die Hoffnung nicht aufgeben.

    Karl

  20. …man muß sich vorstellen was los wäre wenn old germany an der stelle von china wäre…

    …die USA etc. hätten uns längst den krieg erklärt!!!
    (siehe IRAK/AFGHANISTAN)

    da hat der amy wohl zu viel angst 😀

    marcel

  21. von daher stimme ich jeglichen boykott-aktionen mit recht zu!!!
    nur obs viel bringen wird ist die nächste frage…glaub ich net!!

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