Twittern im Augsburger Stadtrat verboten

Christian Moravcik ist Stadtrat in Augsburg. Stadtrat in einer Stadt, die letztens erst negativ aufgefallen ist, was den Umgang mit neuen Medien angeht. Christian Moravcik ist aber auch wohl das, was man einen Twitterjunkie nennt und während der Stadtratssitzungen bläst er das in seinen Account, was gerade so passiert. Und scheinbar wurde das jetzt seinen Stadtratskollegen zuviel und die haben daher beschlossen, dass aus den Sitzungen nicht mehr getwittert werden darf. Darüber regt sich Christian Moravcik jetzt auf. Mag sein, dass sie ihm sein Spielzeug weggenommen haben, mit einer Einschränkung der Meinungsfreiheit hat das aber rein gar nichts zu tun. Ich finde, dass es sich allein schon aus Anstand gegenüber den anderen in solchen Sitzungen nicht gehört, andere Dinge zu tun. Außerdem kann mir keiner erzählen, dass er als Abgeordneter richtig bei der Sache ist, wenn er nebenbei twittert. Das hat in meinen Augen eher was mit Geltungssucht zu tun.

Von daher kann ich den Beschluß seiner Kollegen nur begrüßen und hoffe, dass Christian Moravcik von nun an mit allen Sinnen bei den Sitzungen dabei ist und anschließend anständige Blogposts produziert.

Nachtrag: Weil es gerade zum Thema passt:

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3 Gedanken zu „Twittern im Augsburger Stadtrat verboten“

  1. Bevor du weiter den Stab über Moravcik brichst, besuche einfach einmal eine Sitzung des Stadtrats. Sollte Augsburg nicht eine rühmliche Ausnahme sein, wird dein Demokratieverständnis ob des Verhaltens von Stadträten während einer Sitzung gründlich erschüttert sein. 🙂

  2. Der Informationsgehalt von Tweets ist ja eher gleich null. Die Neuigkeiten in einer Stadtratssitzung dürften meist ja auch kaum von weltbewegend sein, als dass man sie sofort erfahren müßte. Da wünschte ich mir eher, dass mein Stadtrat während der Sitzung bei der Sache ist und anschließend was Anständiges von sich gibt. Außerdem gehört es schon zum anständigen Benimm, dass man weder simst, telefoniert oder eben twittert.

    Dass es in Stadt- und Marktratsitzungen schauderlich zugeht bestreite ich gar nicht. Darum geht es aber gar nicht.

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