Und alles sind empört

Defekter LKWJetzt hat die deutsche Bundeswehr also auch ihren Skandal und jeder ist entsetzt. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: ich möchte das Verhalten keinesfalls entschuldigen. Dennoch war es klar, dass irgendwann so etwas in der Art passieren mußte. Sieht man sich an, was die Jungs da drüben so den ganzen Tag treiben, wundert es einen nicht unbedingt, dass die einen Lagerkoller kriegen und so eine Dummheit begehen. Der Antrieb, als Soldat nach Afghanistan zu gehen, ist ja wohl weder, Deutschland am Hindukusch zu verteidigen oder den Leute dort helfen zu wollen. Vielmehr verdient man eine Menge Geld dazu und lange Zeit galt es ja als recht sicher.

Ist man dann irgendwo abseits unterwegs und fährt an den alten Wracks vorbei, die die Sowjets hinterlassen haben, schaut man sich diese natürlich genauer an. Wenn dann in irgendeiner verlassenen Gegend Schädelknochen rumliegen kommt man sich vielleicht als Indiana Jones vor und untersucht die Teile. Ich denke, ich würde es nicht anders machen. Und sicherlich würde ich die Teile auch fotografieren. Das wärs dann aber wohl auch. Was ein nacktes Hinterteil auf so einem Foto dann soll, wird mir irgendwie auch nach einem Tag nicht klar.

Wer sich so fotografieren läßt, muß damit rechnen, dass die Fotos irgendwann mal gefunden werden. Natürlich nimmt sich die Bild-Zeitung sowas gerne aufs Titelblatt. Die Lebensgefahr, in die man die Soldatens dabei bringt, die sich noch im Einsatz befinden, ist da nebensächlich. Da ist die erhöhte Auflage wichtiger.

7 Gedanken zu „Und alles sind empört“

  1. Tja da hat es Bild mal wieder geschafft! Und unsere Regierung bauscht das ganze Thmema auch noch meiner Meinung unnötig auf.
    Die sollte sich doch mal lieber um die Soldaten kümmern die aus dem Einsatz zurückkommen und einen seelischen Knacks davongetragen haben. Oder um die Angehörigen derer die im Ensatz umgekommen sind. Was man aus “politisch korrekten” Reportagen so hört ist es ja da hier nicht weit her mit der Unterstützung des Bundes.

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  4. Das zeigt der Welt doch, das wir Deutschen nicht die 100% “Gutmenschen” sind als die wir uns immer darstellen. In gewisser Weise ist das beruhigend, auch wenn ich diese Aufnahmen, und die Taten auch nicht gut finde.
    Aber mal ehrlich, Soldaten anderer Länder sind da auch nicht anders, oder?

  5. Ich verstehe es einfach nicht: nicht nur Leichenfledderei sondern selbst davon noch Beweisfotos machen. Wie dumm kann man eigentlich sein??

  6. naja. das ist halt immer die gradwanderung, die man in so einer situation macht. und der grad ist dann halt manchmal schwer. und viel zu oft denken sich die leute wahrscheinlich nichts dabei.
    bei der wm hatte ich da auch so ein erlebnis: mexikanische fans baten die bundeswehrler, die auf dem zeppelinfeld für uns sanis als tragehilfen bereitstanden, die mexikanische fahne zu halten und für ein foto zu posieren. haben die dann auch gemacht. bis der spieß geschrien hat. weil die wehrpflichtigen mit dem erhobenen rechten arm freundlich den mexikanern zugewunken haben. vom reichsparteitagsgelände aus. da hatte der spieß kein verständnis für. und als er schrie, verstand ich was er damit meinte…
    ist halt schon manchmal seltsam mit dem nicht böse gemeinten tun, das aber durchaus auch auswirkungen haben kann, die man zunächst nicht bedenkt…

  7. Vom inflationären Gebrauch des großen Wortes “Totenschändung” bekomme ich mittlerweile Sodbrennen. Die Totenschändungen, die sich hierzulande in den Seziersälen medizinischer Fakultäten abspielen, weil sich ein paar Studenten in befremdlicher Situation mit makaberen Scherzen Luft machen, dürften auch nicht unerheblich sein.
    Warum jemand seinen Pinsel an einen Totenschädel halten und das dokumentieren muss, erschließt sich mir auch nicht. Bekloppt ist es allemal, unentschuldbar finde ich es nicht. Reicht für ‘nen ordentlichen Anschiss, aber bestimmt nicht für den aktuellen Medien-Pranger.

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