Und wieder wird der Bürger verarscht

Vor ein paar Wochen wurde die Privatisierung von 24,9% der Bahn beschlossen. Mit dem Geld sollten Strecken und Bahnhöfe modernisiert und der Service für den Kunden erhöht werden. Jetzt geht das Geld stattdessen nach Italien, damit dort in ein privates Schnellbahnprojekt investiert werden kann. Und wie bei den bisherigen Privatisierungen üblich wird bald wieder der Privatkunde der Dumme sein.

Ich erinnere nur mal an die Post. Da gab es früher überall Postämter, wo man Briefe und Pakete abgeben konnte. Jetzt darf ich mich in engen Schreibwarengeschäften oder Bäckereien mit Mitarbeitern rumärgern, die zwar noch wissen, wie man eine Briefmarke aufklebt, aber bei schwierigeren Transaktionen schnell am Ende sind. Dafür werden jetzt bei Großkunden die Pakete und Briefe abgeholt. Oder die Telekom! Wie viele Stellen wurden da mittlerweile abgebaut? Oder wie lange muss man da in der Warteschleife verbringen, wenn man eine Störung hat? Ja ja, Privatisierungen sind ja der große Segen!

2 Gedanken zu „Und wieder wird der Bürger verarscht“

  1. Dass die Privatisierung nicht das gelbe vom Ei ist, konnte man doch schon bei der Müllabfuhr miterleben.
    Meine Mutter lebte in einer engen Gasse in der Altstadt von Sulzbach, da ist die städtische Müllabfuhr halt mit einem Bulldock mit Anhänger gekommen.
    Jetzt müssen die alten Frauen (da wohnen überwiegend alte Leute)ihre Mülltonnen 100m weit schleppen, damit die private Müllabfuhr sie entleert.
    Von wegen, der Service wäre bei den Privaten besser!

  2. Vor ein paar Wochen wurde die Privatisierung von 24,9% der Bahn beschlossen.

    Eine Privatisierung von 24,9 % ist noch lange keine Privatisierung… Und was der Staat mit Geld, das er aus irgendwelchen Quellen bekommt, ist eine politische Entscheidung, die mit der Privatisierung an sich nichts zu tun hat.

    Und wie bei den bisherigen Privatisierungen üblich wird bald wieder der Privatkunde der Dumme sein.

    Also das kann ich jetzt überhaupt nicht nachvollziehen. Private Unternehmen wirtschaften in aller Regel effizienter, kundenfreundlicher und innovativer als verstaubte Staatsunternehmen.

    Da gab es früher überall Postämter, wo man Briefe und Pakete abgeben konnte.

    Die Post ist doch nicht wirklich privatisiert. Sie ist ein Monopolunternehmen mit staatlicher Lizenz, das unter einer privaten Rechtsform geführt wird. Ohne ernstzunehmende Konkurrenz muß man natürlich nicht serviceorientiert sein. Anders dagegen z.B. der private Hermes Express, der mittlerweile gefühlsmäßig mehr Filialen hat als die Post Briefkästen.

    Oder die Telekom! Wie viele Stellen wurden da mittlerweile abgebaut?

    Es gibt halt keinen Anspruch auf einen lebenslangen von den Mitbürgern subventionierten Arbeitsplatz… Daß es heute dank des Wettbewerbs eine Tarifstruktur gibt, von der man bei der Post nur träumen könnte, ist für mich der beste Beweis für das Funktionieren des Markts.

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