Vögelchen, ick hör Dir (nicht) zwitschern

Als sich Anfang April die Wichtigblogger und Webzweinullinger auf der re:publica feierten, war mein Feedreader kaum noch zu ertragen. Über jedes noch so wichtige und unwichtige Thema gab es eine Vielzahl an Beiträge und scheinbar hat jeder Jünger in der Zuschauerschaft gleich mit dem Notebook auf dem Knie verbloggt, was Mr. Guru vorne gerade gesprochen hatte. So hab ich dann ziemlich oft den „Markiere alles als gelesen“-Button betätigt und malte mir aus, wie gut man in jeder dieser Runden hätte Bullshitbingo spielen können.

Während ich früher gerne zu Versammlungen solcher Art gefahren bin, war ich nun mittlerweile schon seit drei Jahren nicht einmal mehr auf der CeBit. Sicherlich hätte man viele wichtige Menschen kennenlernen und noch viel wichtigere Kontakte knüpfen können. Nun spüre ich aber gerade nicht das Gefühl, ein Defizit in dieser Richtung zu haben. Und wie es meist so abläuft, sollte man überhaupt mit einem wichtigen Menschen ins Gespräch kommen, hat der sicherlich grad wenig Zeit und ist auf dem Sprung.

Im Nachgang der Veranstaltung dann jede Menge Diskussionen über einen Artikel der SZ, die ja bekannterweise internettechnisch nicht gerade auf dem aktuellsten Stand ist. Thomas Knüver hat diesen Beitrag dann auch gleich zum Tiefpunkt der Berichterstattung erklärt.

Auf was aber scheinbar viele der Teilnehmer angesprungen sind, ist Twitter. Ein Tool, dessen Nutzen sich mir bisher irgendwie noch nicht erschlossen hat. Microblogging in SMS-Länge. Ein Blog habe ich ja schon und das könnte ich von unterwegs ohne Probleme per Mail oder SMS füttern. Der Bedarf dafür bestand indes noch nicht. Auch bin ich sowieso einer der Kunden, an dem die Telekom kaum reich werden wird. Die Internetfunktion in meinem Handy habe ich bisher nur benutzt, wenn das Telefon mal ohne Tastensperre in der Hosentasche Eigenkreativität entwickelt hat. Auch bin ich eher der Antisimser. Die 50 SMS, die ich pro Jahr schreibe, sind mindestens zur Hälfte Postkartenersatz im Urlaub.

Instant Messaging dagegen nutze ich gerne. Da allerdings nicht die Spam-und Virenfalle ICQ. Auch von Skype bin ich wieder abgekommen. Nein, mein Liebling ist und bleibt seit Jahren der Messenger von Microsoft, der sich jetzt neuerdings Live Messenger schimpft. Der integriert sich schön im mein Outlook und in Kontakt trete ich da nur mit den Leuten, mit denen ich das auch möchte. Also werden bei mir weiterhin nur die Vögel im Garten zwitschern und dabei warte ich dann ab, bis die Twitterer es Hugh MacLeod nachmachen, der seinen Account bei Twitter löschte, nachdem er das feststellte:

Kein Twitter mehr

3 Gedanken zu „Vögelchen, ick hör Dir (nicht) zwitschern“

  1. Juhuu, besser hätte ich meine Meinung dazu nicht ausdrücken können!!!
    Die einzige Diskrepanz ist meine euphorische Meinung zur Verwendung von Skype 😉

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