Vom Regen in die Traufe

Jetzt ist es also raus. Beckstein beerbt Stoiber als Nachfolger des Ministerpräsidenten und Erwin Huber wird Parteivorsitzender. Der Generationenwechsel wird weiter aufgeschoben. Beckstein ist ja selbst schon 63 Jahre und damit gerade mal 2 Jahre jünger als Edmund Stoiber. Damit dürfte er ein Übergangsministerpräsident sein, ähnlich wie es Max Streibl war. Noch-Innenminister Beckstein ist als Hardliner bekannt. Er vertritt eine sehr umstrittene Linie im Ausländer- und Polizeirecht. Dafür hat er schon oft Kritik einstecken müssen und wurde desöfteren als ausländerfeinlich bezeichnet.

Erwin Huber ist derzeit Leiter des Wirtschaftsministeriums und seit Oktober 2003 zusätzlich Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Verwaltungsreform. Er hat sich durch die Verwaltungs- und Forstreform viele Feinde gemacht, die auch in den eigenen Reihen zu finden sind. Allerdings war er gerade bei der Abschaffung des Bayerischen Obersten Landesgericht nur ausführende Kraft. Der Anstoss kam hier direkt von Edmund Stoiber.

Die Nachfolgeregelung sei am Vorabend am Rande der Winterklausur der CSU-Landtagsfraktion in Wildbad Kreuth ausgehandelt worden. An den Gesprächen seien Stoiber, Huber und Beckstein beteiligt gewesen. Das bestätigten mehrere CSU-Abgeordnete sowie ein Kabinettsmitglied der dpa heute. CSU Landesgruppenchef Peter Ramsauer hält aber noch dagegen. “Eine solche Festlegung gibt es aus meiner Sicht nicht”, sagte Ramsauer der dpa.

Sollte diese Meldung jedoch stimmen, wird Edmund Stoiber wohl den Sommer nicht mehr als Ministerpräsident erleben. Mit der Bekanntgabe der Nachfolgeregelung ist er meiner Meinung nach nicht mehr handlungsfähig und ich erwarte einen Rücktritt in naher Zukunft.

Die Bekanntgabe der Nachfolgeregelung zum jetztigen Zeitpunkt legt auch wieder nahe, dass die Quelle der Bildzeitung in der Seehoferaffäre um eine angebliche Geliebte doch in der Staatskanzlei liegen könnte.

Mehr Infos: n-tv, Spon, SZ

3 Gedanken zu „Vom Regen in die Traufe“

  1. Noch was: B2-Landtagskorrespondent Rudolf Erhard meinte gerade, dass das keine Frage des Alters ist, sondern das viel wichtiger ist, dass ein frischer Wind in die Partei kommt!
    Schau doch mal nach, war auf B2 so um 13:30Uhr, vielleicht gibtsn Podcast!

  2. Spätestens ab Seehofers angeblicher Geliebten (die er von mir aus gerne haben darf), spätestens ab da war klar, dass Stoiber nicht mehr lange ist.
    Obwohl, zwischenzeitlich habe ich schon gezweifelt und gedacht das verläuft wohl doch im Sand.

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