Von Panikmache und Scheinheiligkeit

Jeder sollte gestern das Licht ausmachen und damit die Politiker ermahnen, dass die endlich zwecks Klimaschutz in die Pötte kommen. Natürlich wurde von diversen wichtigen Menschen dann gleich gewarnt, dass das zum Blackout im Stromnetz führen kann und noch viel Schlimmeres droht. Irgendwie fühlte ich mich an den Jahrtausendwechsel und das prognostizierte mögliche Ende der Menschheit durch einen Komplettabsturz der Computerwelt erinnert. Der EDV-Branche hat das seinerzeit viel Geschäft gebracht, denn jedem Geschäftsführer saß das Geld locker. Wie vielen Admins hat es mir den Silvesterabend versaut, weil am nächsten Tag unbedingt ein Notteam im Büro sein mußte. Wie überall habe auch ich nur festgestellt, dass alles funktionierte und ich war pünktlich zum Mittagessen wieder zu Hause. Heute lese ich trotz recht großer Beteiligung – oh Wunder – nichts von Blackout.

Zu der Aktion an sich kann man stehen, wie man will. Für den Klimaschutz selbst hat es wohl eher nichts gebracht. Eher schon für die Politur am grünen Image. Recht populistisch haben sich daher ein paar Fernsehsender und Boulevardblätter der Aktion von Greenpeace und WWF angeschlossen.

Natürlich mußte da auch Google mitmischen und hat gleich die Seite auf schwarz getrimmt. Wie es um den Wert des Klimaschutzes aber wirklich bestellt ist, hat Googlemitbegründer Larry Page zeitgleich bewiesen. Zu seiner Luxushochzeit hat er hunderte Gäste mit Privatjets auf eine Karibikinsel einfliegen lassen. Seine Festzelte wurden klimatisiert, schließlich ist ja zu warm auch nichts und fürs entsprechende Ambiente auf der extra aufgeschütteten Sandbank, sorgten ein paar Plastikpalmen. Auf gut deutsch: Umweltschutz geht ihm in Wirklichkeit am Arsch vorbei.

Weitere Links dazu:
Wasser predigen und Wein saufen
Google rettet die Welt?
Strom sparen für Larry

6 Gedanken zu „Von Panikmache und Scheinheiligkeit“

  1. solang die usa nicht mit im kyoto protokoll sind können mich alle mal kräftig am arsch lecken 🙂

  2. Gestern in den Nachrichten wurden ein paar Aufnahmen von deutschen Städten gezeigt. Wenn man sich die angesehen hat, könnte man meinen, dass sich kein Schwein dran beteiligt hat. 😀

    Und Larry soll es gegönnt sein, für seine Hochzeit ordentlich reinzuhauen, auch wenn es nicht dem Klima zugute kommt.

    Macks

  3. Google hat sich doch nur zu PR-Zwecken angeschlossen, damit „alle“ sagen: „Da schau her, die setzen sich für die Umwelt ein!“ Mit solchen Aktionstagen erreicht man nicht das gewünschte Ziel.

  4. Mein Blog ist immer schwarz, nicht nur bei Klimagedenktagen….
    Wieviel würde es eigentlich bringen, wenn ALLE Webseiten im www schwarz wären. Hmmm…..
    Wäre da eine Menge Energie gespart?
    Gut, es würde nicht die Welt retten, aber das würde ich doch gerne mal wissen….

  5. ich habe das gestern abend völlig vergessen, hätte ansonsten wohl mitgemacht, ich finde solche Aktionen witzig. Auch wenn mir klar ist, daß sie nichts bewirken,außer vielleicht ein wenig nachdenken. Und die Panikmache der Strombetreiber war selbstverständlich überflüssig, ist doch klar, daß bei sowas nie ALLE mitmachen (ansonsten wäre es vielleicht wirklich problematisch geworden)

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