Wann Werbung richtig nervt

Viele Webseiten schalten Werbung, meine Seite nimmt sich da nicht aus. Ich versuche aber trotzdem, das Ganze so einzubauen, dass es meine Besucher nicht beim Lesen stört. Layer-ADs dagegen sind meiner Meinung nach eine Geisel, die manche Werbetreibenden dem Besucher zumuten, damit die nicht mehr so oft die Seite besuchen. Wenn die Seite aufgeht, sucht man unweigerlich nach dem kleinen „x“, wo man die Werbung wegklicken kann. In einem Blog bin ich heute einem Link gefolgt und nach langem mal wieder bei der Süddeutschen Zeitung gelandet. Was die einem zumuten ist wirklich nervig. Da kann den Layer nämlich nicht wegklicken, sondern muss ein paar Sekunden warten, bis die von selbst wieder weggeht und man dann den Blick auf die eigentliche Seite bekommt. Was soll sowas?

Nervige BMW-Werbung bei der SZ

Den passenden Spruch hat der Werbetreibende BMW auch gleich eingeblendet: „Entscheidung ist keine Kunst, wenn sich vor Ihren Augen maximaler Profit abzeichnet“.

4 Gedanken zu „Wann Werbung richtig nervt“

  1. *kopfschüttel* Ich hasse das, auch wenn die Möglichkeit besteht, sie wegzuklicken. Das ist fast so als wenn mir jemand vor die Füße kotzt und anschließend sagt „Mach das weg“.
    Aber der BMW Spruch ist in dem Zusammenhang mal echt der Brüller lol!

  2. Eine generelle Sicht:
    Dass Werbung so offensichtlich mit dem Bedürfnis nach Befreiung aus Abhängigkeiten operiert, zeigt wie unfrei wir tatsächlich sind. Die persönliche Gefangenschaft ist ein zentraler Mangel unserer Tage. Denken Sie darüber mal nach: Wir sind aufgeklärt, wir sind überzeugt, wählen zu können, was wir wollen und dennoch fühlen wir uns unfrei. Sind wir tatsächlich freier als zu anderen Zeiten der Geschichte oder hat lediglich die Art der Diktatur sich verändert und es wird einfach nur unbemerkter regiert?

    Wir haben die Auswahl in unserem Dasein und empfinden die Möglichkeit unter vielen Alternativen zu wählen als normal, weil wir damit aufgewachsen sind und mit dem Zustand der Unfreiheit nur selten konfrontiert wurden. Statt aber wirklich zu leben, operieren wir häufig nur im beschränkten Raum unserer Konsummöglichkeiten. Wir wählen oftmals lediglich zwischen verschiedenen Möglichkeiten des Konsums und fühlen nur noch gelegentlich die tiefe Stumpfheit unseres Daseins in dem Gefühl von Langeweile und latenter Bedrücktheit. Wir haben vergessen, dass uns das Konsumieren nur vormacht, frei und glücklich zu sein. Unkontrollierter Konsum hält uns durch die Vorspiegelung eines begeisterten Daseins nur davon ab, wirklich glücklich zu werden. In unseren Konsumritualen empfinden wir für eine Zeitspanne scheinbar Glück und Lebendigkeit, um dann wieder in eine triste Realität zurückzufallen. Im Grunde befriedigt uns der Konsum aber nicht wirklich, sondern verdeckt lediglich den Schmerz über die Abspaltung von unserer eigenen Entwicklung für eine Zeit lang. Unser Leben bewegt sich dann nur im Teufelskreis von Niedergeschlagenheit und dem Rausch im Konsumerlebnis. Die Folgen übersteigerten Konsums sind körperliche Schäden und psychische Unausgewogenheit. Konsum als Ersatz für wirkliches Erleben macht krank und lähmt. Krankheiten sind der Ausdruck des zivilisierten Organismus gegen die falschen Rituale im Denken und Handeln. Obwohl wir heute alle Möglichkeiten haben, unser Leben zu wählen, sind große Teile unserer Gesellschaft offensichtlich nicht mehr in der Lage diese Chancen zu nutzen.

    Herzliche Grüße

    edit: 1. Werbelink reicht

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