Wenn der Sprit zu billig ist

Wenn die Rohölpreise fallen, dann werden wieder Strecken gefahren, die es normalerweise nicht braucht. Was jeder von den halbstarken Freunden tiefergelegter Autos kennt, die Runde um Runde durch Dorf und Stadt fahren, macht sich jetzt auch Hapag-Lloyd zu eigen.  So kommt es, dass der Containerriese gestern angekündigt hat, zukünftig mit seinen Schiffen nicht mehr durch den Suezkanal zu fahren. Für den Weg nach Asien soll vielmehr wieder die längere Strecke rund ums Kap der guten Hoffnung genommen werden. Das dauert zwar sieben Tage länger, ist aber trotzdem wesentlich billiger, denn eine Passage durch den Suezkanal kostet die Kleinigkeit von 600.000 Euro! Und wie immer, wenn es ums Geld geht, ist das Umweltbewusstsein der Konzerne wieder in einem tiefen Loch verschwunden.

4 Gedanken zu „Wenn der Sprit zu billig ist“

  1. Auch das ändert sich bald wieder. Wart nur ab, sobald Dollar und Euros den Geist aufgeben, hat sich das auch aufgehört.

    Ich hab übrigens aufgehört, den Zeigefinger zu schwingen, wenn es um Umweltgeschichten geht, die sich nicht rechnen. Ich selber hab eine Zeit land auch ein Auto im reinen Pflanzenölbetrieb gefahren, was z.T. super funktioniert und auch lukrativ war. Durch die dämliche Besteuerung aber mittlerweile so unattraktiv ist wie ein aktuelles Foto von Michael Jackson.
    Ich würde es deshalb auch nicht machen. Bei den Reedern geht es momentan ums nackte Überleben und das drückt sich in Geld aus, da wird auf Ressourcenverbraucht einfach gesch***.

  2. Mit Deinem Pflanzenöl fährst Du nach wie vor. Mittlerweile sind ja im Schnitt 7% Pflanzenöl beigemischt. Dieser „Biodiesel“ wird aber von den Mineralölkonzernen auch da eingekauft, wo es am billigsten ist. Also nicht Rapsöl aus Deutschland, sondern Sojaöl aus genmanipuliertem Soja aus Südamerika, wo für die Anbauflächen dann Regenwald geholzt wird.

  3. Das stimmt, ich geb Dir Recht, nur hab ich keinen Nutzen davon, und auch nicht die lokale Ölmühle bei mir um die Ecke, und auch nicht unsere Umwelt, die mir ein deutlich effizienteres und Ressourcen schonenderes Fortkommen ermöglicht hätte. Den Nutzen hat ausschließlich der Staat und die Ölindustrie, die hier gemeinsame Sache gemacht haben und das aufkommende dezentrale System durch die zusätzliche Steuer zerschlagen haben.
    Damit wird es unrentabel und wird nicht mehr gemacht.
    … oder um es mit Bert Brecht zu sagen: Erst kommt das Fressen, dann die Moral.
    Ich bin mir allerdings auch sicher, dass uns die Schuldigen hier nicht ungestraft davonkommen werden, die werden bald arg gebeutelt.

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