Wie Microsoft die ISO-Verfahren manipuliert

In der Ausgabe 36/2007 beschreibt die Computerwoche, mit welchen Mitteln Microsoft ihren eigenen OOXML-Standard bei den Normierungsstellen durchsetzen möchte. Nur einer der Fälle:

Zu einem großen Eklat kam es in der letzten August-Woche bei der Entscheidung der schwedischen Standardisierungsbehörde SIS. Statt des allseits erwarteten Nein endete die Abstimmung mit einem Ja. Doch dann wurde bekannt, dass auch hier neue stimmberechtigte Mitglieder aufgetaucht waren. Es waren 23 Microsoft-Partner, die zuvor vom Softwaregiganten E-Mails mit der Aufforderung erhalten hatten, SIS-Mitglied zu werden und an der entscheidenden Sitzung des Gremiums am 27. August teilzunehmen, “um mit Ja für Office Open XML zu stimmen”. Die Firmen möchten bitte auch bei weiteren SIS-Sitzungen anwesend sein, um “ernst gemeinte Teilnahme” zu beweisen. Sie müssten allerdings die Mitgliedsgebühr selbst bezahlen. Doch zum Ausgleich werde Microsoft “Marketing-Beiträge” und “Sonderunterstützung in Form von Microsoft-Ressourcen” gewähren wenn die Partner mit Ja stimmten. Microsoft musste den Manipulationsversuch öffentlich einräumen. Das SIS änderte daraufhin sein Votum in Enthaltung.

Der ganze Bericht der Computerwoche ist online verfügbar und absolut lesenswert!