Wie sich Trigami selbst das Wasser abgräbt

Heute habe ich eine Ausschreibung für einen Onlineshop bekommen, der Computerzubehör vertreibt. Gegeben hätte es 26,60 Euro für 250 Wörter. Aufgabenstellung:

Suchen Sie sich einen oder mehrere Artikel aus unserem Angebot aus, legen diesen in den Warenkorb, melden sich als Kunde an und schicken die Bestellung ab.

ACHTUNG, BESTELLEN SIE NUR WARE, DIE SIE WIRKLICH BENÖTIGEN. DIE WARE DIE GELIEFERT WIRD GEHÖRT IHNEN UND MUSS AUCH BEZAHLT WERDEN. BITTE TESTEN SIE NICHT!!! UNSERE RETOURENABWICKLUNG!!!

Entscheidend für Ihre Bewertung in Ihrem Blog sollten folgende Kriterien sein:

– Die richtige Angabe der Lieferzeit (Schnelligkeit)
– Transparenz der wichtigen Informationen
– werden alle wichtigen Benachrichtigungen an den Kunden rechtzeitig per Mail geschickt ?
– Verpackung der Ware, Qualität der Ware. usw.

Viel Spass beim Shoppen!

Dazu noch 5,90 Euro Versandkosten bei Vorkasse und 5,00 Euro Mindermengenzuschlag bei Bestellungen unter 50,- Euro. In der Datenschutzerklärung dann noch das hier:

Informationen, die wir von Ihnen bekommen, helfen uns, Ihr Einkaufserlebnis bei xyz individuell zu gestalten und stetig zu verbessern. Wir nutzen diese Informationen für die Abwicklung von Bestellungen, die Lieferung von Waren und das Erbringen von Dienstleistungen, sowie die Abwicklung der Zahlung. Wir verwenden Ihre Informationen auch, um mit Ihnen über Bestellungen, Produkte, und über Marketingangebote zu kommunizieren sowie dazu, unsere Datensätze zu aktualisieren und Ihre Kundenkonten bei uns zu unterhalten und zu pflegen sowie dazu, Ihnen Produkte zu empfehlen, die Sie interessieren könnten.

Ich soll also bei denen etwas einkaufen, der Firma meine Adresse für die Werbung liefern und 1-2 Stunden investieren um darüber zu schreiben. Dafür gibts dann ein kleines Taschengeld. Lieber Remo Uherek, so ein Angebot ist gelinde gesagt ein Witz.

12 Gedanken zu „Wie sich Trigami selbst das Wasser abgräbt“

  1. Ja, die gleiche E-Mail von Trigami hatte ich heute auch im Postfach. Der angebotene Betrag war zwar ein bisschen höher, aber darüber nachgedacht deshalb den Auftrag anzunehmen, habe ich keine Sekunde. Titel und Inhalt des Beitrags finden meine absolute Zustimmung!

  2. Hallo Thomas

    Danke für Dein Feedback. Wie immer ist dies nur ein Angebot und Du bist völlig frei, Dich nicht zu bewerben. Ausserdem schreiben ja nicht wir die Briefings, sondern unsere Kunden. Wir sind ein Marktplatz, der Angebot und Nachfrage zusammenbringt. Dass dieses Angebot nicht für alle Blogger geeignet und attraktiv ist, war uns bei der Kontrolle des Briefings absolut klar. So einen Auftrag mit “Zwangsbestellung” hatten wir noch nie und ich bin sehr gespannt, wie und ob das funktionieren wird. Und siehe da: Es haben sich tatsächlich schon einige Dutzend Blogger beworben.

    Grundsätzlich empfehlen wir den Kunden immer, bei Testbestellungen Gutscheine oder kostenlose Testprodukte zur Verfügung zu stellen, da dies für die Blogger deutlich attraktiver ist. Bei einer “Zwangsbestellung” kann der Kunde aber sicher sein, dass nur Blogger den Auftrag annehmen, die sich wirklich dafür interessieren und bereit sind, einen echten Einkauf unter echten Bedingungen durchzuführen.

    Fazit:
    Von Abzocke kann keine Rede sein, denn die Bedingungen sind absolut klar kommuniziert und keiner muss sich für diese Kampagne bewerben.

    Viele Grüsse
    Remo

  3. Also ich finde schon das Remo recht hat. Jeder Blogger kann selber entscheiden ob er so eine Rezension machen will. Die meisten von uns (ich auch) haben wohl nur ein Kopfschütteln für solche Angeboten übrig. Aber wenn ein Blogger gerade zufällig eh was Entsprechendes braucht und kaufen würde, hat er dank der Rezension trotzdem ein Ersparnis.
    Ansont einfach ablehnen.

  4. Wobei wir wieder bei Pokerstrategy sind. Mit solchen Angeboten macht man sich als Trigami den Ruf kaputt, auch wenn der Auftraggeber die Briefings so reinsetzt.

  5. Dass alle Auftraggeber immer von allen Bloggern geliebt werden, ist eine Illusion. Dass Auftraggeber und Aufträge aus welchen Gründen auch immer nicht gemocht werden, gehört bei so einem System wie trigami einfach mit dazu.

    Gruss, Remo

  6. Schön, diesen Beitrag hier zu finden 😉 Auch ich hatte dieses, von einem Abzockeversuch kaum zu unterscheidende “Angebot” im Postfach. Ich habe es direkt abgelehnt und in der Begründung dafür auch deutliche Worte hinterlassen.

    Mich ärgerte bei diesem “Angebot” gar nicht nur die Zwangsbestellung. Vielmehr regte mich fürchterlich der Satz “BITTE TESTEN SIE NICHT!!! UNSERE RETOURENABWICKLUNG!!!” auf. Erst da war ich vom Abzockecharakter des Angebots vollends überzeugt.

    @Remo: So, es haben sich also Dutzende Blogger beworben? Doll. Nur wir paar Doofen nicht, oder wie soll man das interpretieren? Als ich noch zur Schule ging, gab es für solche Phänomene einen schönen Satz: “Esst mehr Kacke, Millionen Fliegen können nicht irren.”

  7. Dieter,

    Wir gehen davon aus, dass jeder Blogger das Briefing vollständig und aufmerksam liest und versteht. Wir gehen weiter davon aus, dass Blogger fähig sind, sich unter Berücksichtigung des Briefings für oder gegen eine Bewerbung zu entscheiden.

    Dass Dir ein Briefing nicht gefällt, ist Dein gutes recht. Das heisst aber nicht, dass es automatisch auch anderen Blogger nicht gefallen muss und umgekehrt. Man kann durchaus in Frage stellen, ob eine solche Form des Briefings grundsätzlich erlaubt sein soll. Im Moment spricht aus unserer Sicht nichts dagegen. In Zukunft werden sich auch für solche Spezialfälle Standards herauskristallisieren. Wir nehmen das Feedback der Blogger auf jeden Fall ernst.

    Gruss, Remo

  8. Remo, ich weiß ja, wie Du die Dinge siehst und wäre ich an an Deiner Stelle, würde ich mich auch darum bemühen, die Dinge so zu sehen wie Du.

    Dennoch oder gerade deswegen, je nachdem welchen Teilsatz du jetzt liest, muss ich Dir widersprechen. Bloß weil man über etwas im Vorhinein informiert ist, heißt das nicht, dass es dann auch gut ist. Mit dieser Argumentation könnte zB man auch Übergriffe auf deutsche Demonstrationsteilnehmer (Stichwort: Beck) in Russland schön reden: Was hatte der da zu suchen? Weiß man doch vorher, dass die russische Polizei nicht zimperlich ist. Wenn er da hinfährt, selber schuld.

    Es gibt einfach Dinge, die sind inakzeptabel, auch wenn sie vorher kommuniziert werden. Ich halte Dir zugute, dass Du erstens siehe oben und zweitens noch sehr jung bist 😉

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